Japans ältester heiliger Ort, der Izanagi-jingū auf Awaji-shima: Wir lüften seine Geheimnisse und seinen Reiz!

Grundlegende Informationen
Das Izanagi-jinja (Izanagi-jingū), gelegen in Taga, Awaji City, Präfektur Hyogo, ist eines der ältesten jinja Japans. Es verehrt Izanagi-no-Mikoto (Izanagi) und Izanami-no-Mikoto (Izanami) als Haupt-kami. Diese beiden Gottheiten erscheinen im „Kuni-umi-Mythos“ (Mythos der Landerschaffung), der am Anfang des Kojiki und Nihon Shoki (gemeinsam Kiki genannt) steht. Lokal ist es liebevoll als „Ikkusan“ bekannt und hat seit der Antike als Ichinomiya (erstes und ranghöchstes jinja einer Provinz) der Provinz Awaji höchste Verehrung erfahren.

Legende: Kakurinomiya, der Geburtsort Japans
Das Hauptmerkmal dieses jinja liegt in seiner Entstehungsgeschichte. Der Mythologie zufolge übertrug Izanagi-no-Mikoto, nachdem er das großartige Werk der Erschaffung des Landes und der kami abgeschlossen hatte, die Autorität zur nationalen Herrschaft an seine Kinder-kami, Amaterasu Omikami. Als Ort seines Rückzugs wählte er das Land „Taga“ auf der Insel Awaji, die er zuerst erschaffen hatte. Es wird überliefert, dass er hier ein „Kakurinomiya“ (einen versteckten Palast) errichtete und dort seinen Lebensabend verbrachte. Die dort errichtete göttliche Grabstätte gilt als Ursprung des heutigen Izanagi-jinja. Mit anderen Worten, dies ist ein heiliger Ort, an dem ein kami „in den Ruhestand ging“ und bis heute weiter schläft.

Mysterium: Die erstaunliche Ley-Linie „Hi no Michishirube“
Im Izanagi-jinja gibt es eine mysteriöse Anordnung, die sich weder durch das Wissen alter Völker noch durch den Willen der kami, noch durch moderne Wissenschaft erklären lässt. Ein Denkmal namens „Hi no Michishirube“ (Wegweiser der Sonne) auf dem Gelände zeigt eine erstaunliche Sonnenlaufbahn (Ley-Linie), die auf dieses jinja zentriert ist:
Exakt im Osten: Ise-jingu (Naiku)
Exakt im Westen: Wadatsumi-jinja (Tsushima)
Exakt im Norden: Izushi-jinja (Tajima Ichinomiya)
Exakt im Süden: Yuzuruha-jinja (Südspitze der Insel Awaji)
Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende: Suwa Taisha (Shinano)
Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende: Izumo Taisha, Hinomisaki-jinja
Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende: Kumano Nachi Taisha
Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende: Takachiho-jinja (Miyazaki)
Diese repräsentativen heiligen Stätten Japans sind wie berechnet entlang der Himmelsrichtungen und den Sonnenlinien der Sommer- und Wintersonnenwende angeordnet, alle zentriert auf das Izanagi-jinja. Da es an der Kreuzung dieses „Sonnenpfades“ liegt, gibt es auch die Theorie, dass dies das spirituelle Zentrum des japanischen Archipels ist.

Kraftort: Die 900 Jahre alte Meoto Okusu
Besonders eindrucksvoll auf dem Gelände steht die „Meoto Okusu“ (Kampferbaum des Ehepaares), ein von der Präfektur Hyogo ausgewiesenes Naturdenkmal. Er ist etwa 900 Jahre alt und über 30 Meter hoch. Ursprünglich waren es zwei Bäume, die im Laufe ihres Wachstums verschmolzen und einen einzigen riesigen Stamm bildeten – ein seltener Koloss von Baum. Als heiliger Baum, in dem Izanagi und Izanami wohnen, kommen viele Pilger aus dem ganzen Land, um Segen für „eheliche Harmonie“, „sichere Geburt und Kindersegen“ sowie „gute Partnerschaften“ zu erbitten.

Hintergrundgeschichte: Das „Flehen um Leben“ am Hojo-no-ike-Teich
Am „Hojo-no-ike-Teich“, der sich vor der Haupthalle (Haiden) befindet, besteht ein alter religiöser Brauch fort. Früher wurde das Ritual „Hojo Shinji“ (Freilassen von Lebewesen) praktiziert, bei dem Vögel und Fische freigelassen wurden, um für die Fortdauer des Lebens zu beten. Auch heute noch besteht der Brauch, Karpfen als „Flehen um Leben“ für die Genesung von Krankheiten freizulassen und Schildkröten aus Dankbarkeit für eine Heilung auszusetzen. Der Schildkrötenbrunnen am Teich ist auch ein Symbol dieses Glaubens.

Pilgerinformationen: Die Verbindung zum Touhou Project
Für Fans der Anime- und Spielkultur ist das Izanagi-jinja als eine der heiligen Stätten des „Touhou Project“ bekannt. Dies liegt daran, dass der Titel der Musik-CD „Izanagi Busshitsu ~ Neo-traditionalism of Japan.“ und das Schlüsselwort „Izanagi Busshitsu“ (eine im Werk vorkommende Figur) eng mit den hier verehrten kami und dem mythologischen Hintergrund dieses jinja verbunden sind. Obwohl es nicht direkt als Anime-Schauplatz dargestellt wird, besuchen viele Fans, die den Wurzeln der japanischen Mythologie nachspüren, es als „Heilige-Stätten-Pilgerreise“. Wenn Sie die Insel Awaji besuchen, sollten Sie unbedingt das Izanagi-jinja besuchen, um den Geist der mythologischen Ära und das von der Sonne gezeichnete Mysterium persönlich zu erleben.

Von ando