Ist das älteste Jinja der Provinz Sagami etwa wegen „Pandas“ in aller Munde?! Wir tauchen ein in die Geschichte und den surrealen Charme des Aruka Jinja.

Basisinformationen

Name: Aruka Jinja (Aruka-Schrein)
Ort: Kami-go 1-4-41, Ebina-shi, Präfektur Kanagawa (Hon-gu)
Verehrte kami: Aruka-hiko-no-mikoto, Aruka-hime-no-mikoto
Gründung: Unbekannt (es gibt Aufzeichnungen über ein nationales Ritual im Jahr Hakuchi 15 / 664)

Älter als der Samukawa Jinja?! Die älteste Geschichte der Provinz Sagami und das Geheimnis des „Wassers“

Der Aruka Jinja gilt als der älteste Schrein in der Provinz Sagami (dem heutigen Kanagawa). Sein Name ist auch im „Engishiki Jinmyocho“ aus der Heian-Zeit verzeichnet, und man sagt, er habe eine längere Geschichte als der Samukawa Jinja, der als Ichinomiya (erster Schrein) der Provinz Sagami bekannt ist.

Der Name des Schreins, „Aruka“, soll in alter Sprache „Wasser“ bedeuten. Einst wurde dieses Gebiet „Aruka-go“ genannt und war ein Zentrum des Ackerbaus, das von reichlich Quellwasser und den Gaben des Sagami-gawa profitierte. Auch heute noch ist eine Form des Glaubens erhalten, die dem Fluss des Wassers folgt, indem man die drei Schreine besucht: den „Oku-miya“ (Quelle) in Sagamihara-shi, den „Naka-miya“ in Zama-shi und den „Hon-gu“ in Ebina-shi.

Explosive Popularität in den sozialen Medien! Das Geheimnis des „Panda Guji Dairi“ und „Negi Nigi“

Was den Aruka Jinja schlagartig berühmt gemacht hat, ist die Existenz seiner überaus surrealen offiziellen Maskottchen.

Panda Guji Dairi: Er erscheint auf dem Schreingelände mit einem Pandakopf und dem Körper eines Shinto-Priesters (Shinshoku). Die Idee entstand bei einem Fernsehinterview. Er trat ursprünglich als „Stellvertreter“ auf, als der Guji (oberster Priester) nicht anwesend war, aber seine Wirkung führte zu einer riesigen Verbreitung in den sozialen Medien. Auf die Frage „Warum ein Panda im Aruka ‚Shika‘ Jinja?“ (Shika bedeutet Hirsch), gab der Schrein die sehr pragmatische Antwort: „Weil Hirschgeweihe mit der Eboshi (einer traditionellen Kopfbedeckung für Priester) kollidieren und sie schwer zu tragen machen würden.“
Negi Nigi: Ein Charakter, der auf einem Wortspiel zwischen „Nigi“, dem Titel eines Shinto-Priesters, und „Negi“, dem japanischen Lauch (Gemüse), basiert. Sein Auftritt als riesiger, über 3 Meter großer Lauch, der versucht, durch einen Chino-wa-kuguri (das Durchschreiten eines Rings aus Schilfgras) zu gehen, wurde im Internet als „zu surreal“ gefeiert und sorgte für große Aufmerksamkeit.
Dies ist keineswegs als Scherz gemeint, sondern entstand aus dem glühenden Wunsch des Nigi (der Person dahinter), dass die Menschen den Schrein als zugänglicher empfinden.

Die Legende der tragischen Liebe „Aruka-hime“

Im Schrein wird die wunderschöne, aber traurige Legende von „Aruka-hime“ erzählt.

Vor etwa 500 Jahren versuchte eine Prinzessin, die wegen eines Krieges ihre Burg verlassen musste, nach Ebina zu fliehen, wo der junge Mann lebte, dem sie versprochen war. Doch auf dem Weg dorthin verließen sie ihre Kräfte, und als sie sich in den Sagami-gawa warf, soll sich ihr Körper in eine riesige Schlange verwandelt haben. Die Prinzessin, die zur Riesenschlange geworden war, schwamm den Fluss hinunter, wurde hinter dem Aruka Jinja angespült und starb. Es wird erzählt, dass die Dorfbewohner sie bedauerten und sie in einem Bereich des Schreins bestatteten. Auch heute noch steht zwischen dem Jinja und einer Grundschule ein Gedenkstein, der an sie erinnert.

Hintergrundinformationen und Highlights: Der Chuunibyo-Garten und einzigartige Goshuin

Auf dem Schreingelände gibt es einen weiteren einzigartigen Ort, der „Chuunibyo-Garten“ genannt wird (Chuunibyo ist ein spielerischer japanischer Begriff für Jugendliche mit überzogenen Fantasien). Auch die ausgegebenen Goshuin (rote Siegelabdrücke) und Goshuincho (Notizbücher für Goshuin) zeigen den Panda Guji Dairi, wodurch traditionelle Feierlichkeit und moderner Spielgeist nebeneinander existieren.

Andererseits ist die Haupthalle (Hon-den) ein wertvolles Gebäude, das im frühen Edo-Zeitalter wieder aufgebaut wurde und als wichtiges Kulturgut der Stadt Ebina ausgewiesen ist. Man kann auch den Stil eines alten Schreins deutlich spüren, zum Beispiel durch die prächtige Drachenmalerei an der Decke der Gebetshalle (Hai-den).

Das feierliche Antlitz, das die alten Wassergötter verehrt, und das moderne Antlitz, in dem Pandas und Lauch herumlaufen. Genau dieser Kontrast ist das größte Geheimnis, warum der Aruka Jinja so viele Menschen in seinen Bann zieht.

Verwandte Links und Referenzen

Von ando