Grundlegende Informationen
Standort: 4-1-43 Hantagawa, Naha-shi, Okinawa-ken
Verehrte Kami: Izanami no Mikoto, Hayatamao no Mikoto, Kotosakao no Mikoto
Geschichte: Einer der „Ryukyu Hachisha“, die vom königlichen Hof des Königreichs Ryukyu eine besondere Behandlung erfuhren. Früher auch als „Shikina Gongen“ oder „Koyasan Gongen“ bekannt, wurde es als jinja verehrt, das Kumano Gongen gewidmet ist.
Die Legende von Binzuru, der Nacht für Nacht Licht ausstrahlt
Die Gründung des Shikina-gu ist mit einer sehr mysteriösen Episode verbunden. Es heißt, dass, als dieses Gebiet noch eine wilde Ebene war, Nacht für Nacht ein geheimnisvolles Licht aus einer Höhle drang. Dieses Licht soll so stark gewesen sein, dass es bis zum Großen Wagen und zum Altair (im Sternbild Adler) reichte.
Eine Frau namens „Oamu Shirare“ bemerkte dies und untersuchte die Höhle. Darin war eine Statue von „Binzuru“ (einem der Schüler Buddhas) aufgestellt. Die Legende besagt, dass, als sie diese Statue tief verehrte, ihre Wünsche einer nach dem anderen in Erfüllung gingen.
Die wundersame Heilung, die das Leben des Prinzen rettete
Diese Legende erreichte den königlichen Hof während der Regierungszeit von König Sho Gen (1556-1572) des Königreichs Ryukyu. Als der älteste Sohn des Königs, Sho Kōhaku, schwer erkrankte, betete er zu dem Binzuru in dieser Höhle, und es wird erzählt, dass seine Krankheit sofort geheilt wurde.
Der dankbare Prinz investierte sein eigenes Vermögen, um das Schreingebäude (shaden) und den angrenzenden Shin’ō-ji-Tempel zu errichten. Dies gilt als der Ursprung des heutigen Shikina-gu. Aufgrund dieser Geschichte wird es auch heute noch von den Einheimischen als Kraftort für „Heilung von Krankheiten“ und „Gebete für Gesundheit“ tief verehrt.
Die „verbotene Höhle“ und ihr Geheimnis hinter der Haupthalle
Das größte Merkmal des Shikina-gu ist die Höhle direkt hinter der Haupthalle. Tatsächlich befand sich das Schreingebäude bis 1680 selbst in dieser Höhle. Es wurde jedoch an den heutigen Standort (außerhalb der Höhle) verlegt, um Fäulnis durch Feuchtigkeit zu verhindern.
Diese Höhle ist heute ein durch ein Eisengitter verschlossenes „Heiligtum“, das normalerweise nicht betreten werden darf. Die Tür wird jedoch nur am 1. und 15. jedes Monats, den sogenannten „Tsuitachi Mairi“-Tagen, geöffnet, sodass man einen Blick auf ihr mysteriöses Inneres durch das Gitter werfen kann. Der Anblick von Stalaktiten, die sich mit den Wurzeln von Banyanbäumen verflechten, erzeugt eine Atmosphäre, die einem Tor zu einer anderen Welt gleicht.
Die „Entführung durch Kami“ der schneeweißen Enkelin
Das Shikina-gu birgt noch eine weitere traurige und mysteriöse Nebengeschichte. Die bereits erwähnte „Oamu Shirare“ hatte eine Enkelin. Es wird erzählt, dass sie am ganzen Körper schneeweiß war, sich ihrer Worte enthielt und eine keusche und reine junge Frau war, die niemals Fleisch oder Fisch aß.
Eines Tages, als sie zu dem Banyanbaum in der Nähe ihres Anwesens ging, verschwand sie plötzlich. Die Menschen glaubten, dass sie zu einem kami geworden war, und es wird immer noch erzählt, dass ihre mysteriöse Präsenz die Umgebung des Shikina-gu umgibt.
Besucherhinweise
Das Shikina-gu liegt in der Nähe des Weltkulturerbes „Shikina-en“ und kann auch über den „Kinjō-chō Ishidatami-michi“ (gepflasterter Weg von Kinjō-chō) erreicht werden, der vom Shuri-jō ausgeht. Im Gegensatz zum touristischeren Naminoue-gu ist das von Stille umgebene Gelände ein wertvoller Ort, der die Gebetsformen aus der Zeit des Königreichs Ryukyu bis heute überliefert. Wer einen Goshuin (Schreinsiegel) erhalten möchte, dem wird empfohlen, den Besuch vorher zu bestätigen, da der Gūji (Oberpriester) oft auch für das Futenma-gu zuständig ist.
Referenzen
