Das Geheimnis und die Legende des „Verschwundenen Ichinomiya“, das im Anjin Jinja, der ältesten heiligen Stätte der Provinz Bizen, verborgen liegt.

Basisinformationen

Name: Anjin-jinja (あにじんじゃ)
Standort: Nishidaiboku Ichirenji, Higashi-ku, Okayama-shi, Okayama-ken (ehemals: Saidaiji Kameishi)
Verehrte Gottheiten: Itsuse-no-mikoto, Inahi-no-mikoto, Mikeirinu-no-mikoto
Fünf Gottheiten werden hier verehrt: die drei älteren Brüder von Kaiser Jinmu als Hauptgottheiten, sowie Kaiser Jinmu und Tamayori-hime-no-mikoto.
Schreinrang: Kokkuhei-Chusha, Ichinomiya der Provinz Bizen (ehemaliger Ichinomiya)

Das Rätsel des „ehemaligen Ichinomiya“, der von der Bühne der Geschichte verschwand

Ein unverzichtbares Thema bei der Betrachtung des Anjin-jinja ist das Mysterium um den „Ichinomiya“ in der Provinz Bizen (heute der östliche Teil der Präfektur Okayama). Heute sind der Isonokami Futsumitama-jinja und der Kibitsuhiko-jinja als Ichinomiya der Provinz Bizen bekannt. Im Engishiki Jinmyocho aus der Heian-Zeit jedoch wurde der Anjin-jinja als einziger „Myojin Taisha“ der Provinz Bizen an höchster Stelle gelistet.

Später jedoch musste er diesen Rang an den Kibitsuhiko-jinja abtreten. Warum ein so angesehener jinja seine Stellung als „Ichinomiya“ aufgab? Man sagt, dahinter verberge sich die Dunkelheit der antiken Geschichte, wie das Machtgleichgewicht mit der Zentralregierung oder der Wandel in der Macht der Kibi-Familie. Für Geschichtsfans ist er ein Ort, der als „verschwundener Ichinomiya“ die Fantasie anregt.

Der Name „Anjin“ erzählt von den heftigen Schlachten der östlichen Expedition Kaiser Jinmus

Der Name des jinja, „Anjin“, leitet sich davon ab, dass hier die „Ani“ (älteren Brüder) von Kaiser Jinmu verehrt werden. Der Legende nach verweilte die Gruppe während der östlichen Expedition von Kaiser Jinmu mehrere Jahre in dieser Kibi-Region. Es wird überliefert, dass die Brüder, darunter Itsuse-no-mikoto, von hier aus die Umgebung befriedeten.

Itsuse-no-mikoto jedoch erlitt in einer späteren Schlacht eine Pfeilwunde und fand einen tragischen Tod. Der Anjin-jinja soll errichtet worden sein, um die Seelen der Brüder zu besänftigen, die mitten in ihrer Mission fielen. Im jinja-Gelände herrscht eine feierliche und zugleich friedvolle Atmosphäre, die an die unglücklichen Helden erinnert.

Die Legende vom „Kameishi“, einem im Meer schwebenden Heiligtum

Als Nebenschrein (keigai sessha) des Anjin-jinja befindet sich in Küstennähe der „Kameiwa-jinja“. Hier wird ein riesiger, schildkrötenförmiger Stein verehrt, an den sich die Legende knüpft, dass Uzuhiko, der die östliche Expedition von Kaiser Jinmu anführte, auf einer Schildkröte erschien.

Dieser Kameishi-Stein scheint bei Flut auf dem Meer zu schwimmen und wird seit alters her als Schutzgottheit für die Sicherheit auf See verehrt. Bei einem Besuch des Anjin-jinja ist es üblich, auch diesen Kameishi-Stein zu besuchen. Während man den riesigen Stein im Seewind betrachtet, scheint man die Szene vor Augen zu haben, wie antike Helden mit ihren Flotten dieses Meer überquerten.

Hinter den Kulissen: Die wundersame Wirkung der „Richtungsschutz“ – ein Geheimtipp

Man sagt, der Anjin-jinja besitze aufgrund seiner Lage eine starke Schutzwirkung im Zusammenhang mit „Kimone“ (Unglücksrichtung) und „Hori“ (Himmelsrichtungen). Es gibt die Theorie, dass er einst eine wichtige Position im Hinblick auf die Himmelsrichtungen vom politischen Zentrum der Provinz Bizen aus innehatte und somit eine Schlüsselrolle bei der Abwendung von Katastrophen spielte. Auch heute noch kommen Pilger von weither, die sich die Abwehr von Unglück und den Schutz vor ungünstigen Himmelsrichtungen wünschen, um die überwältigende „Kraft dieses alten jinja“ zu suchen.

Pilgerreise-Informationen

Obwohl derzeit keine spezifischen Anime-Werke bekannt sind, die den Anjin-jinja direkt als Schauplatz nutzen, besuchen Fans, die für die „Pilgerreise zu heiligen Orten“ von in der Präfektur Okayama spielenden Werken (wie „If My Favorite Pop Idol Made It to the Budokan, I Would Die.“ oder der „Tenchi Muyo!“-Serie) nach Okayama kommen, zunehmend den jinja, angezogen von seiner historischen Bedeutung und dem einzigartigen Namen „Ani“ (älterer Bruder). Besonders für Fans von Werken, die antike Geschichte und Mythologie zum Thema haben, kann er neben dem Kibitsu-jinja als ein unverzichtbarer „versteckter heiliger Ort“ bezeichnet werden.

Verwandte Links / Referenzen
Keine Quellen verfügbar.

Von ando