Auf dieser Insel in Iki-Stadt, Präfektur Nagasaki, umgeben von wunderschönem Meer, befindet sich ein wichtiger jinja, der mit den Ursprüngen des japanischen Glaubens in Verbindung steht. Das ist der Tsukiyomi jinja. Auf den ersten Blick mag er wie ein kleiner Schrein wirken, der still im Wald liegt, doch in Wahrheit gilt er als der „Soh Honsha“ (Hauptschrein) aller Tsukiyomi jinja, die über das ganze Land verteilt sind, und wird sogar als „Geburtsort des Shintoismus“ geflüstert – ein Kraftort mit einer immensen verborgenen Geschichte.
Begann Kyotos Tsukiyomi jinja hier? Die Legende des „Bunrei“
Unerlässlich, um die Bedeutung dieses jinja zu erklären, ist eine Episode aus dem Jahr 487 n. Chr. Laut dem Nihon Shoki (Chroniken Japans) ergriff in der Ära des Kaisers Kenzo der kami des Mondes eine Person und übermittelte ein Orakel (eine göttliche Botschaft): „Verehrt mich in Kyoto. Dann wird euch Gutes widerfahren.“
Als Reaktion darauf rief der kaiserliche Hof Oshimi no Sukune, einen Vorfahren des Agatanushi (Gouverneur) von Iki, herbei und ließ einen Bunrei (Ableger des göttlichen Geistes) vom Tsukiyomi jinja in Iki nach Kyoto umsiedeln. Dies gilt als Ursprung des heutigen Tsukiyomi jinja, der sich neben dem Matsuo Taisha in Kyoto befindet. Das bedeutet, dass selbst der berühmte Tsukiyomi jinja in Kyoto, wenn man seine Wurzeln zurückverfolgt, in diesem kleinen Wald von Iki seinen Anfang nahm.
Das Geheimnis des legendären Schatzes „Tsukinobeishi“
Auf dem Gelände des jinja existiert die Legende des „Tsukinobeishi“ (Verzögerungsstein des Mondes), der als Symbol für Gebetswünsche um eine sichere Geburt bekannt ist.
Es heißt, dass die Kaiserin Jingu in alter Zeit während ihrer Expedition nach Sankan (drei koreanische Königreiche) einen Stein an ihre Taille legte, um die Geburt des späteren Kaisers Ojin zu verzögern, der noch in ihrem Bauch war. Einer dieser Steine soll dann dem Tsukiyomi jinja geweiht worden sein.
Heute ist es angeblich schwierig, diesen Stein direkt zu sehen, doch aufgrund dieser Legende pilgern immer noch unzählige Gläubige hierher, um für eine sichere Geburt zu beten. Da die Mondphasen Ebbe und Flut sowie den Biorhythmus des Lebens steuern, wird angenommen, dass der kami des Mondes und eine sichere Geburt eng miteinander verbunden sind.
War es ein „Berg-kami“? Das Geheimnis einer umgeschriebenen Geschichte
Tatsächlich gibt es die Anekdote, dass dieser jinja bis zur Edo-Zeit als „Yama no Kami“ (Berg-kami) verehrt wurde.
Als der Kokugakusha (Nativist) Tachibana Mitsuyoshi, der 1676 vom Hirado-Clan beauftragt wurde, die Shikinaisha (jinja, die im Engeishiki-Kodex verzeichnet sind) von Iki zu untersuchen, diesen Ort als den Tsukiyomi jinja identifizierte. Zuvor gab es offenbar keine Schreinhalle (shaden), und der dichte Wald mit seinen riesigen Bäumen selbst war das Objekt der Verehrung.
Es gibt jedoch auch Gegenstimmen und die Theorie, dass der ursprüngliche Tsukiyomi jinja an einem anderen Ort lag (zum Beispiel in der Nähe des heutigen Hakozaki Hachiman jinja). Warum dieser Ort gewählt wurde, oder ob dies wirklich ein uraltes Heiligtum war…? Wenn man den dichten Wald betritt, wird man von einer stillen Atmosphäre umhüllt, als ob sie die Antwort kennen würde.
Pilgerfahrt: Das Heiligtum des Mondes, auch von „Touhou Project“-Fans beachtet
Auch in der Welt der Subkulturen wie Anime und Videospiele erregt dieser jinja heimlich Aufmerksamkeit.
Insbesondere unter den Fans (Touhou-sei) des beliebten Werkes „Touhou Project“, in dem viele Charaktere mit Mondthematik vorkommen, gibt es aufgrund der Verbindung zu Charakteren wie Tsukuyomi no Mikoto und den Watatsuki-Schwestern (Watatsuki no Toyohime, Watatsuki no Yorihime) unzählige Besucher, die ihn als einen ihrer heiligen Orte besuchen.
Obwohl es keine offizielle Zusammenarbeit gibt, scheint der überwältigende Status als „Soh Honsha“, der den kami des Mondes verehrt, ein Motiv für die „Seichi Junrei“ (Pilgerfahrt zum heiligen Ort) der Fans zu sein.
Grundlegende Informationen
Standort: 464 Kokubuhigashifure, Ashibecho, Iki-shi, Präfektur Nagasaki
Hauptkami: Tsukuyomi no Mikoto
Göttliche Gnaden: Sichere Geburt, Gesundheit, Sicherheit auf See, reiche Ernte
Anfahrt: Etwa 10 Minuten Fahrt vom Hafen Ashibe. Nach dem Torii entlang der Präfekturstraße führt ein steiler Steinweg zur Schreinhalle.
Hinweise für den Besuch
Das Schreingelände ist sehr ruhig und bietet eine mystische Atmosphäre, in die selbst tagsüber Sonnenlicht durch die Bäume fällt. Die Steintreppe ist recht steil, daher empfehlen wir bequeme Schuhe für den Besuch. Im Shamusho (Schreinbüro) werden außerdem ein originales Goshuincho (Stempelsammelbuch) der Stadt Iki sowie ein Amulett namens „Mizu no Oto“, das den Klang einer Suikinkutsu (Wassergartenhöhle) nachbildet, angeboten und sind als Andenken an den Besuch sehr beliebt.
Der Tsukiyomi jinja in Iki, der seine Geschichte still wie das Mondlicht, aber kraftvoll geschrieben hat. Warum nicht einmal diesen Ort besuchen, um das Geheimnis zu spüren, das seit dem Zeitalter der Mythen andauert?
Verwandte Links und Referenzen
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