Grundlegende Informationen
Lage: 550-4 Hamao Iioka, Sado-shi, Niigata-ken
Verehrter Kami: Itakeru no Mikoto
Schreinrang: Shikinaisha (Myojin-dai), Ichi-no-miya der Provinz Sado, ehemals Kokuhei Shosha (national anerkannter Kleinschrein)
Hauptsegen: Verkehrssicherheit, Sicherheit auf See, Wirtschaftsförderung, Schutz vor Katastrophen
Der Ort, wo der „Baumgott“, der Japan grünte, ruht
Der Watatsu Jinja, im Süden der Insel Sado gelegen, wurde als der prestigeträchtigste „Ichi-no-miya“ (Hauptschrein) der Provinz Sado verehrt. Der Hauptkami Itakeru no Mikoto ist ein Kind von Susanoo no Mikoto und gilt als der „Kami des Baumes und des Schiffbaus“, der ganz Japan mit Bäumen bepflanzte.
Der Legende nach brachte Itakeru no Mikoto bei seinem Abstieg vom Himmel zahlreiche Baumsamen mit. Zuerst landete er im Königreich Silla auf der koreanischen Halbinsel. Doch er sagte: „Hier werde ich nichts pflanzen“, nahm die Samen mit nach Japan und soll von Kyushu aus das ganze Land in üppig grüne Berge verwandelt haben. Dass auf einer abgelegenen Insel wie Sado ein Kami verehrt wird, der die für den Schiffbau wichtigen Bäume beschützt, kann als eine Notwendigkeit dieses Ortes betrachtet werden, wo der Seeverkehr seit alters her die Lebensader war.
Fortgespült durch eine große Überschwemmung? Das Mysterium des „wandernden Schreins“
Der Watatsu Jinja blickt auf eine dramatische Geschichte zurück, die von der Gewalt der Natur geprägt war. Ursprünglich befand er sich an einem Ort namens „Ichi-no-miya“ weiter flussaufwärts vom heutigen Standort. Doch eine große Überschwemmung des Hamo-Flusses im zweiten Jahr der Bunmei-Ära (1470) spülte sowohl das Schreingebäude als auch alle alten Dokumente fort.
Es wird überliefert, dass zu dieser Zeit nur der Shintai (göttliches Objekt) auf wundersame Weise gerettet und der Schrein am heutigen Ort wiederaufgebaut wurde. Der Verlust vieler alter Aufzeichnungen durch diese Überschwemmung wurde jedoch zum Auslöser des nachfolgenden „Ichi-no-miya-Streits“.
Die Hintergrundgeschichte des „Ichi-no-miya“-Streits, der Sado spaltete
Tatsächlich gibt es auf Sado neben dem Watatsu Jinja noch einen anderen Schrein, der behauptet, der wahre „Ichi-no-miya“ zu sein. Das ist der Onbe Jinja in Mano, Sado-shi.
In der Edo-Zeit entbrannte eine heftige Debatte darüber, welcher der beiden der rechtmäßige Ichi-no-miya sei. Da der Watatsu Jinja seine beweisenden alten Dokumente durch die Flut verloren hatte, schien er den Rang des Ichi-no-miya zeitweise an den Onbe Jinja abtreten zu müssen. Doch durch die engagierten Bemühungen der damaligen Shinto-Priester und der lokalen Bevölkerung sowie durch historische Untersuchungen wurde der Watatsu Jinja erst in der Meiji-Zeit offiziell vom Staat als Kokuhei Shosha (national anerkannter Kleinschrein und damit Ichi-no-miya) anerkannt. Dieser Kampf um den „Sitz des Ichi-no-miya“, der mit Stolz geführt wurde, wird als Episode erzählt, die die Tiefe des Glaubens auf Sado widerspiegelt.
Der Schutzgott der Neuzeit: Warum ist er ein Heiligtum der „Verkehrssicherheit“?
Heute genießt der Watatsu Jinja als „Schutzgott der Verkehrssicherheit“ großes Vertrauen von Bewohnern der Insel und darüber hinaus. Dies rührt daher, dass der Hauptkami der „Kami des Schiffbaus“ ist und seit jeher für die Sicherheit der Seefahrt zuständig war.
In der Nähe liegt auch der Hafen von Ogi, der einst als Anlaufstelle für die Kitamae-Schiffe florierte. Seefahrer, die das stürmische Japanische Meer überquerten, beteten einst alle zum Watatsu Jinja. Dieser Glaube an den „Schutz der Reise“ hat sich in der Neuzeit zur Verkehrssicherheit für Autos und Motorräder gewandelt, und noch heute besuchen viele Fahrer diesen Ort, um Amulette (Omamori) zu erwerben.
Sehenswürdigkeiten und versteckte Kraftorte
Das Schreingelände ist von einer sehr friedlichen Atmosphäre umgeben, und besonders der Sando (Zugangsweg) zur Haiden (Gebetshalle) ist von üppigem Grün bedeckt, das die göttliche Tugend von Itakeru no Mikoto spüren lässt.
Hachiman-gu und Mikoshi: Auf dem Gelände befindet sich ein prächtiges Mikoshi-Lager, in dem historische tragbare Schreine (Mikoshi) aufbewahrt werden.
Das Stadtbild von Iioka: Das Gebiet Hamao Iioka, die Schreinvorstadt des Jinja, bewahrt die Spuren einer ehemaligen Poststation. Bei einem Spaziergang nach dem Besuch des Schreins fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt.
Der Watatsu Jinja hat die raue Natur Sados stets begleitet. Seine heutige Erscheinung, die Stürme wie Überschwemmungen und Konflikte überstanden hat, wird den Besuchern sicherlich eine starke Lebenskraft verleihen.
Verwandte Links / Referenzen
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