Grundlegende Informationen
Offizieller Name: Kamo Mioya Jinja (Kamomioya Jinja)
Gebräuchlicher Name: Shimogamo Jinja
Ort: 59 Shimogamo Izumigawacho, Sakyo-ku, Kyoto, Präfektur Kyoto
Haupt-kami:
– Kamotaketsunumi no Mikoto: Der kami, der das antike Kyoto erschloss.
– Tamayorihime no Mikoto: Die Tochter von Kamotaketsunumi no Mikoto. Ein kami für Partnerschaft und sichere Entbindung.
Welterbestätte: 1994 als eines der „Historischen Denkmäler des alten Kyoto“ registriert.
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Der „Tadasu no Mori“, der Lügen entlarvt, und das Geheimnis der Sieben Wunder
Der „Tadasu no Mori“ (Wald der Wahrheit), der sich entlang des Pilgerweges der Shimogamo Jinja erstreckt, ist ein ausgedehnter Urwald, der sein Aussehen aus der Zeit vor der Heian-Hauptstadt bis heute bewahrt hat. Der Name „Tadasu“ bedeutet „Falschheit korrigieren“, und seit alters her existiert die Legende, dass „wer lügt und diesen Wald betritt, dem Zorn der kami ausgesetzt ist“.
Zudem ranken sich um das Schreingelände seltsame Phänomene, die als die „Sieben Wunder der Shimogamo Jinja“ bekannt sind.
– Renri no Sakaki: Ein mysteriöser heiliger Baum (goshimboku), bei dem zwei von drei Bäumen auf halber Höhe zu einem einzigen Stamm verwachsen sind. Er gilt als Symbol der Partnerschaft, und der Legende nach wird, wenn dieser Baum verdorrt, an einer anderen Stelle im Wald ein ähnlicher Baum erscheinen.
– Nandemo Hiiragi: Ein eigenartiges Phänomen, bei dem die Blätter jeder Art von Baum, die um die Hiragi-sha (Hiragi-Schrein) neben dem Romon (Torhaus) gepflanzt wird, zackig wie die Blätter einer Stechpalme werden.
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Die Geburtsstätte der „Mitarashi Dango“ – eine Form der Unglücksabwehr, die aus Blasen entstand
Die „Mitarashi Dango“, die wir täglich essen, stammen tatsächlich von der Shimogamo Jinja.
Der „Mitarashi Ike“ (Mitarashi-Teich) auf dem Schreingelände ist angeblich der Ursprung der Dango: Wenn während der Doyo-Zeit (Übergangszeit der Jahreszeiten) klares Quellwasser hervorquillt, wurde die Form der aufsteigenden Blasen nachgeahmt.
Interessant ist ihre Form. Traditionelle Mitarashi Dango der Shimogamo Jinja haben einen Dango an der Spitze des Spießes, gefolgt von vier weiteren Dango mit etwas Abstand. Dies symbolisiert einen „Kopf“ und vier „Gliedmaßen“, was den fünf Teilen des menschlichen Körpers entspricht, und wurde als Gebet zur Abwehr von Unglück dargebracht. Die Geschichte geht auf eine Episode zurück, in der Kaiser Go-Daigo Wasser aus dem Teich schöpfte und zuerst eine Blase, dann vier weitere aufstiegen.
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Die wahre Identität von Yatagarasu, dem kami der Führung
Die dreibeinige Krähe „Yatagarasu“, auch bekannt als Symbol des japanischen Fußballverbandes. Tatsächlich wird gesagt, dass Kamotaketsunumi no Mikoto, der Haupt-kami der Shimogamo Jinja, eine Inkarnation des Yatagarasu ist, der Kaiser Jinmu in das Land Yamato führte.
Daher wird die Shimogamo Jinja auch stark als „kami des Sieges“ und „kami der Führung“ verehrt. Sie ist ein verborgener Kraftort, den Menschen, die an einem Scheideweg im Leben stehen, besuchen, um um „Führung in die richtige Richtung“ zu bitten.
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Anime Pilgerreise: Der Wald, in dem die Tanuki von „The Eccentric Family“ leben
Die Shimogamo Jinja ist bei Fans als „Heiligtum der Heiligtümer“ bekannt, da sie die Hauptkulisse für den Anime „The Eccentric Family“ (Uchoten Kazoku) ist, der auf einem Roman von Tomihiko Morimi basiert.
– Heimat der Familie Shimogamo: Die Tanuki der „Familie Shimogamo“, einschließlich des Protagonisten Yasaburo, leben angeblich in diesem Tadasu no Mori.
– Romon und Maidono: Das zinnoberrote Romon (Torhaus) und Maidono (Tanzhalle), die immer wieder in den Key Visuals des Animes und in der Handlung auftauchen, sind so detailgetreu nachgebildet, dass man beim Betreten das Gefühl hat, „irgendwo könnte sich ein Tanuki verkleidet verstecken“.
– Kamo-Fluss-Delta: Der Zusammenfluss des Takano-Flusses und des Kamo-Flusses, direkt südlich der Jinja. Es taucht häufig im Vorspann und in wichtigen Szenen auf, und Fans sind oft zu sehen, wie sie über die Trittsteine gehen.
Zudem erscheinen in „The Tatami Galaxy“ und „Night is Short, Walk On Girl“, ebenfalls basierend auf Morimis Romanen, „Bücherflohmärkte“, die im Tadasu no Mori stattfinden, und stellen diesen Ort als Symbol für Kyotos fantastische Atmosphäre dar.
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Hinter den Kulissen der Verehrung: Das „Kagami Ema“ für Schönheit
Der Nebenschrein „Kawai Jinja“ auf dem Weg zur Haupthalle darf ebenfalls nicht ausgelassen werden. Dieser jinja verehrt den „schönsten kami Japans“. Es heißt, wenn man auf einem „Kagami Ema“ (Spiegel-Votivtafel) in Form eines Handspiegels sein eigenes Make-up aufträgt und es darbringt, wird man nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich schön. Der Anblick, wie weibliche Besucherinnen ernsthaft Make-up auf die Ema auftragen, ist eine einzigartige, versteckte Attraktion der Shimogamo Jinja.
Zugehörige Links / Referenzen
