Der heilige Ort, wo der Sonnenspiegel schlummert: das Kunikake Jingū in Wakayama – Das Geheimnis eines wenig bekannten, uralten Schreins, der in einem Atemzug mit dem Ise Jingū genannt wird.

Das Kunikakasu Jingu in Wakayama-shi, Präfektur Wakayama, ist ein Jinja von äußerst seltener Form: Zwei große Schreine, das Kunikakasu Jingu und das angrenzende Hinokuma Jingu, stehen Seite an Seite auf einem einzigen Gelände. Zusammen werden sie als Nichizen-gu bezeichnet und genießen seit alters her als Ichinomiya der Provinz Kii große Verehrung. Doch die wahre Besonderheit dieses Jinja liegt in seiner tiefen Geschichte und der Existenz eines Goshintai (heiligen Objekts), das selbst dem Ise Jingu ebenbürtig ist.

Basisinformationen
Adresse: Akizuki 365, Wakayama-shi, Wakayama-ken
Hauptkami: Kunikakasu-no-Okami
Goshintai: Hiboko-no-Kagami
Schreinstatus: Ichinomiya der Provinz Kii, Kanpei Taisha (Großer kaiserlich geförderter Schrein), Jingu

Ein Gegenstück zum „Spiegel“ des Ise Jingu? Das Geheimnis des Hiboko-no-Kagami

Das größte Merkmal des Kunikakasu Jingu ist die Legende, die sich um sein Goshintai, den Hiboko-no-Kagami (Spiegel der Sonnenlanze), rankt. In der japanischen Mythologie wird erzählt, dass, als Amaterasu Omikami (die Sonnengöttin) sich in der Himmelsfelshöhle Ama-no-Iwato versteckte, die Yaoyorozu-no-kami (die acht Millionen Kami) einen Spiegel schufen, um sie herauszulocken. Es heißt, der Hiboko-no-Kagami sei der erste Spiegel gewesen, der zu dieser Zeit geschaffen wurde, und der Yata-no-Kagami, der Goshintai des Ise Jingu, sei danach gefertigt worden.

Somit nimmt der im Kunikakasu Jingu verehrte Spiegel eine äußerst wichtige Stellung ein: Er gilt als „abgetrennter Spiegel“ oder „Prototyp (Vorphase)“ des Yata-no-Kagami, einem der Drei Kaiserlichen Kleinodien Japans. Aus diesem Grund wurde das Jinja vom Kaiserhof seit jeher besonders behandelt und als ein Jingu angesehen, das dem Ise Jingu an Bedeutung gleichkommt, ja sogar einen Rang über dem „Shoichii“ (dem höchsten Rang für Kami), der nicht verliehen werden konnte, innehatte.

Hintergrundgeschichte: Die Wächter des „verbotenen Bereichs“, den niemand je gesehen hat

Der Goshintai des Kunikakasu Jingu wurde über Tausende von Jahren kein einziges Mal öffentlich gezeigt. Es wird sogar gesagt, dass selbst die Familie Kii-shi, die Priesterfamilie des Schreins, seine Form nicht sehen darf. Der Kii-Klan ist eine der ältesten Familien Japans, deren Ursprünge bis ins Zeitalter der Kami zurückreichen, und hat diesen Spiegel über Generationen hinweg bewacht.

Auch während der Sengoku-Zeit (Zeit der streitenden Reiche) erlebte das Jinja eine leidvolle Geschichte, als seine Ländereien von Toyotomi Hideyoshi im Zuge seiner Eroberung von Kii konfisziert wurden. Doch selbst damals wurde der Goshintai beschützt. Das heutige weitläufige, von Stille umgebene Gelände ist erfüllt von einer einzigartigen Atmosphäre von Spannung und erfrischender Reinheit – wahrlich ein „fortwährend bewahrtes Heiligtum“.

Informationen zur Anime-Pilgerreise: Den Wurzeln von „Summer Time Rendering“ folgen

„Summer Time Rendering“ ist ein beliebter Anime und Manga, dessen Handlung in Wakayama-shi spielt. Obwohl das Modell für die Insel „Hitogashima“ im Anime Tomogashima ist, wird dieses Nichizen-gu (Hinokuma Jingu und Kunikakasu Jingu) als Inspiration für das im Werk erscheinende „Hito Jinja“ und als eine Quelle für die „alten Glaubensvorstellungen von Kii“ genannt, die der Geschichte zugrunde liegen.

Besonders Elemente wie der Nachname des Protagonisten Shinpei Ajiro, „Ajiro“, oder Legenden, die mit der Heldin Ushio Kofune in Verbindung stehen, lassen überall den einzigartigen historischen Hintergrund Wakayamas spüren. Für Anime-Fans ist ein Sanpai (Schreinbesuch) zu diesem Ichinomiya der Provinz Kii ein unverzichtbares Highlight ihrer „Seichi Junrei“ (Pilgerreise zu heiligen Stätten), um die wahre Natur der unheimlichen und heiligen Atmosphäre des Werkes zu ergründen.

Hinweise zum Besuch

Beim Betreten des Geländes befinden sich rechts das Hinokuma Jingu und links das Kunikakasu Jingu. Man könnte sich fragen, welches man zuerst besuchen sollte, aber es ist üblich, mit dem Hinokuma Jingu zu beginnen. Der von Bäumen gesäumte Sando (Schreinzugangsweg) strahlt selbst im Sommer eine kühle Luft aus und ist ein Kraftort, der einen schon beim ersten Schritt den Alltag vergessen lässt.

Wie das Ise Jingu ermöglicht auch das Kunikakasu Jingu einen Einblick in den Kern der japanischen Mythologie. Wenn Sie Wakayama besuchen, spüren Sie unbedingt seine stille Würde.

Weiterführende Links und Quellenangaben
Keine Quellen verfügbar.

Von ando