In Sotokanda, Chiyoda-ku, Tokio, steht der Kanda-jinja, allgemein bekannt als Kanda Myojin. Dieser Schrein blickt auf eine fast 1300-jährige Geschichte zurück und ist als Hauptschrein zum Schutz Edos bekannt, wo Tokugawa Ieyasu einst um den Sieg in der entscheidenden Schlacht von Sekigahara betete. Heute liegt er an der Grenze zwischen dem Geschäftsviertel und Akihabara, dem Viertel der Elektronik und Popkultur. Als einzigartiger Ort, an dem Tradition und moderne Kultur verschmelzen, zieht er täglich zahlreiche Besucher an.
Grundlegende Informationen
Offizieller Name: Kanda-jinja
Verehrte Kami:
Ichinomiya: Onamuchi no Mikoto (Daikoku-sama)… Kami der Partnerschaft und Ehe
Ninomiya: Sukuna-hikona no Mikoto (Ebisu-sama)… Kami des Geschäftserfolgs
Sannomiya: Taira no Masakado no Mikoto (Masakado-sama)… Kami des Schutzes vor Unglück und bösen Geistern
Standort: 2-16-2 Sotokanda, Chiyoda-ku, Tokio
Legenden und Mysterien: Vom mächtigsten rachsüchtigen Geist zum Schutzgott
Wenn man über Kanda Myojin spricht, kommt man am Ichinomiya, dem Kami Taira no Masakado no Mikoto, nicht vorbei. Masakado, der in der Heian-Zeit in der Kanto-Region eine Rebellion anführte und sich selbst zum „Neuen Kaiser“ erklärte, ist bekannt für die Legende des „Kubizuka“ (Kopfgrab): Nach seinem Tod soll sein abgetrennter Kopf von Kyoto nach Edo (heute in der Nähe von Otemachi, Chiyoda-ku) geflogen sein.
Einst wurde Masakado als einer der drei großen rachsüchtigen Geister Japans gefürchtet, doch im Kanda Myojin wird er als mächtiger Schutzgott verehrt, der die Stadt Edo beschützt. Dennoch gibt es Mysterien, die sich bis heute hartnäckig halten.
1. Das „Tabu“ mit Naritasan Shinsho-ji
Da im Naritasan Shinsho-ji in der Präfektur Chiba Gebete zur Unterwerfung Masakados gesprochen wurden, gibt es unter den Anhängern Masakados und den Gemeindemitgliedern des Kanda Myojin bis heute die Sitte, Naritasan nicht zu besuchen. Man glaubt, dass man den Schutz von Masakado-ko verlieren würde, wenn man nach Naritasan geht.
2. Masakados „Fluch“, der bis heute andauert
Nach dem Krieg kam es in der Umgebung von Masakados Kubizuka in Otemachi zu einer Reihe von mysteriösen Todesfällen unter den Beteiligten, als das Finanzministerium (damals) dort ein provisorisches Büro errichten wollte oder als in der Nähe Bauarbeiten durchgeführt wurden. Diese Vorfälle wurden als „Masakados Fluch“ gefürchtet, und bis heute wird das Kubizuka inmitten der Hochhäuser still, aber streng bewacht. Der Kanda Myojin hat eine tiefe Verbindung zu diesem Kubizuka, und moderne Geschäftsleute besuchen den Schrein aus Ehrfurcht, mit der Überzeugung: „Wenn wir respektlos sind, leidet unsere Arbeit darunter.“
Hintergrundgeschichte: Der Kami der IT und das „Kachimamori“
Um dem Charakter Akihabaras gerecht zu werden, ist der Kanda Myojin auch dafür bekannt, „IT-Schutz“-Amulette (Omamori) zu vergeben. Diese Amulette mit ihrem platinenähnlichen Design sind unter Systemingenieuren und IT-Unternehmensführern äußerst beliebt.
Da Tokugawa Ieyasu die Schlacht von Sekigahara am Tag eines Festes des Kanda Myojin gewann, ist der Schrein auch als Kami des Siegesglücks bekannt. Viele Studenten vor Prüfungen und Athleten kommen hierher, um ein „Kachimamori“ (Siegesamulett) für entscheidende Momente zu erhalten.
Anime-Pilgerreise: Die Bühne von „Love Live!“
Der Kanda Myojin ist auch als eine der „Heiligen Stätten“ der beliebten Anime-Serie „Love Live!“ weltweit bekannt. Der Schrein wird als Ort dargestellt, an dem die Figur Nozomi Tojo als Miko aushilft, und ist für Fans ein unverzichtbares Pilgerziel geworden.
Myojin Otoko-zaka: Die steilen Treppen, die die Mitglieder des Anime zum Training hinauflaufen, sind für Fans eine der bekanntesten „Heiligen Stätten“.
Kollaborations-Ema: Auf dem Schreingelände werden offizielle Anime-Ema verkauft, und der Anblick hochwertiger Illustrationen (Ita Ema), die von Fans gezeichnet wurden, ist ein modernes Bild, das einzigartig für den Kanda Myojin ist.
Darüber hinaus erscheint der Schrein häufig in anderen Werken, die in Akihabara spielen, wie zum Beispiel „STEINS;GATE“. Seine Haltung, als traditioneller jinja die Subkultur tolerant aufzunehmen, zieht viele junge Menschen an.
Besichtigungstipps
Auf dem Schreingelände gibt es viele Sehenswürdigkeiten, darunter die größte steinerne Daikoku-sama-Statue Japans und das prächtige Zuishinmon mit seinem glänzenden Phönix-Design. Im 2018 eröffneten Kultur- und Austauschzentrum „EDOCCO“ können Besucher nicht nur die Geschichte des jinja kennenlernen, sondern auch ein stilvolles Café und einen Souvenirladen genießen.
Die Geschichte Edos, das Mysterium Masakados und die neueste Anime-Kultur – der Kanda Myojin umspannt all dies. Er ist ein Kraftort voller Energie, den man bei einem Besuch in Tokio unbedingt aufsuchen sollte.
Verwandte Links und Referenzen
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