1400 Jahre Geschichte und die Wucht des ‚Takewari‘! Einblick in die Geheimnisse und Legenden des Sugoishibe Jinja, dem Ninomiya von Kaga.

Das Sugou Ishibe jinja befindet sich im Viertel Daishoji, Kaga-shi, Präfektur Ishikawa. Bei den Einheimischen ist es liebevoll als „Shikiji Tenjin“ oder „Gongan-san“ bekannt. Dieser jinja, der einen hohen Rang als Ninomiya (zweithöchstes Heiligtum) der ehemaligen Provinz Kaga innehat und auf eine über 1400-jährige Geschichte zurückblickt, birgt zahlreiche erstaunliche, ungewöhnliche Feste und interessante Hintergrundgeschichten.

Basisinformationen
Standort: 81 Ru-Otsu, Shikiji, Daishoji, Kaga-shi, Präfektur Ishikawa
Verehrter kami: Sugou Ishibe no Kami
Dies ist ein Sammelname für drei kami: Hikohonoho-demi no Mikoto, Toyotama-hime no Mikoto und Ugayafukiaezu no Mikoto.
Gründung: 585 n. Chr. (erstes Jahr der Regierungszeit von Kaiser Yomei)

Das außergewöhnlich kühne Bambusspaltfest (Gongan Shinji)

Unverzichtbar, wenn man über diesen jinja spricht, ist das jährliche „Gongan Shinji“, das am 10. Februar stattfindet und auch als „Takewari Matsuri“ (Bambusspaltfest) bekannt ist.

Der Anblick junger Männer in weißen Gewändern, die etwa 400 bis 500 frische Bambusstangen auf das Steinpflaster des Schreingeländes schlagen und sie in Stücke zerschmettern, ist einfach atemberaubend. Dieses Shinji ist mit der Legende verbunden, dass einst eine „große Schlange“, die das Land verwüstete, besiegt wurde.

Am Ende wird ein riesiges, 20 Meter langes Seil, das die große Schlange darstellt, aus der Haiden (Gebetshalle) gezogen und in den nahe gelegenen Fluss Daishoji geworfen, um die Vertreibung von Seuchen zu erbitten.

Hintergrundgeschichte: Ist gespaltener Bambus ein ultimativer Glücksbringer?

Die bei dem Shinji zersplitterten Bambusstücke können von den Besuchern frei mit nach Hause genommen werden. Es gibt lokale Überlieferungen, dass „Zahnschmerzen heilen, wenn man Essstäbchen aus diesem Bambus macht“, „er als Abwehrmittel gegen böse Geister dient, wenn man ihn am Eingang platziert“ oder „Drachen gut fliegen, wenn man ihn als Drachengerüst verwendet“. Als Glücksbringer sind sie äußerst beliebt.

Der Ursprung eines Nachnamens? Ein heiliger Ort für „Saito-san“

Tatsächlich ist dieser jinja auch als Ursprungsort des in ganz Japan verbreiteten Nachnamens „Saito“ bekannt.

Es gibt eine Theorie, dass Fujiwara no Nobumochi während der Heian-Zeit, als er das Amt des Saigu-no-kami (Leiter der Saigu von Ise) innehatte, den kami des Sugou Ishibe jinja als seinen Schutz-kami einlud (kanjo) und sich daraufhin „Saito“ nannte. Für Menschen, die die Wurzeln des Nachnamens Saito erforschen, ist dies ein unverzichtbarer heiliger Ort.

Niemals zurückblicken? Das Mysterium des „Okori Otoshi“

Im Sugou Ishibe jinja gibt es einen seit alter Zeit überlieferten mysteriösen Brauch.

Es wurde einst geglaubt, dass jemand, der an „Okori“ (Epidemien oder Fieberkrankheiten) litt, seine Zori (Strohsandalen) unter dem Torii bei Sonnenaufgang auszog, den jinja besuchte und dann nach Hause zurückkehrte, indem er den Onna-zaka (Frauenhang) hinunterging, „ohne jemals zurückzublicken“, um von der Krankheit geheilt zu werden. Dieses mythische Tabu, „nicht zurückblicken zu dürfen“, lebt noch heute in der Geschichte des jinja fort.

Weitere interessante Hintergrundgeschichten und Legenden

Warum kein Tai (Meerbrasse) geopfert wird: Angelehnt an den Mythos, dass der Haupt-kami Yamasachi-hiko (Hikohonoho-demi no Mikoto) die Angel seines Bruders Umasachi-hiko verlor und der Haken später im Rachen eines Tai gefunden wurde, gibt es in diesem jinja die seltene Tradition, seit alters her keinen Tai als Shinsen (Speiseopfer) darzubringen.
Boten der kami sind Schlangen und Schildkröten: Auf dem Gelände des jinja werden Schlangen und Schildkröten als Boten der kami geschätzt. Es heißt, wer sie verletzt oder isst, dessen Wünsche werden nicht in Erfüllung gehen.
Der Ursprung des Kyotoer „Wara Tenjin“: Es heißt, dass das für seine Gebete für eine sichere Geburt berühmte Shikiji jinja (Wara Tenjin) in Kyoto tatsächlich vom Sugou Ishibe jinja abgeleitet wurde (kanjo).

Informationen zur Pilgerreise an heilige Stätten: Anime „Nihon Sangoku“

In den letzten Jahren erregt das beliebte Werk „Nihon Sangoku“, das ein fiktives Japan darstellt, das zu einer Sengoku-Zeit (Zeit der streitenden Reiche) geworden ist, auch die Aufmerksamkeit von Manga- und Anime-Fans.

In dem Werk erscheint ein Charakter namens „Sugou Tsuyoshi“, dessen Name an diesen jinja erinnert. Zudem sind verschiedene Orte in der Präfektur Ishikawa (in der Geschichte als „Heilige Provinz Kaga“ bekannt) als Schauplätze der Geschichte modelliert, und die Fans besuchen den jinja zunehmend als wichtigen Ort in der Region Kaga im Rahmen ihrer Pilgerreise zu heiligen Stätten.

Tiefe Geschichte, die Intensität der Feste und überraschende Verbindungen zu Nachnamen und Anime. Das Sugou Ishibe jinja ist ein mysteriöser Kraftort, der bei jedem Besuch neue Entdeckungen bereithält. Wenn Sie die Kaga Onsenkyo Region besuchen, sollten Sie unbedingt einen Abstecher dorthin machen.

Von ando