Das Aekuni Jinja, gelegen in Iga-shi, Präfektur Mie, ist als Ichi-no-miya (höchstrangiges Heiligtum) des ehemaligen Iga-no-kuni eine Schreinanlage von höchstem Rang, die dieses Land seit alters her beschützt hat. Die Gründung wird auf das vierte Jahr der Kaiserin Saimei (658 n. Chr.) datiert und kann auf eine über 1300-jährige Geschichte zurückblicken.
Doch dieser jinja ist weit mehr als nur ein alter Schrein, denn hinter ihm verbergen sich zahlreiche Mysterien und Legenden.
Grundlegende Informationen
Standort: 877 Ichi-no-miya, Iga-shi, Präfektur Mie.
Verehrte kami (Gottheiten): Oohiko-no-mikoto, Sukunahikona-no-mikoto, Kanayamahime-no-mikoto.
Wichtigste Feste: Aekuni Jinja Reitai-sai (17. April), Shishi Kagura (5. Dezember).
Die Wurzeln von Abe no Seimei? Das Mysterium um die Verehrung des Ahnen des Abe-Clans
Oohiko-no-mikoto, der Haupt kami des Aekuni Jinja, war der erste Prinz des 8. Kaisers Kogen und gilt als Ahnengottheit des alten, angesehenen Abe-Clans.
Was Geschichts- und Okkultismus-Fans hier fasziniert, ist die Verbindung zu Abe no Seimei, dem legendären Onmyoji (Meister des Yin-Yang) der Heian-Zeit. Der Abe-Clan, aus dem Seimei stammte, hat genau diesen Oohiko-no-mikoto als Urahn, und das Aekuni Jinja kann als die ’spirituelle Heimat‘ des Abe-Clans bezeichnet werden. Wenn man über das Schreingelände geht, spürt man vielleicht eine geheimnisvolle Atmosphäre des Onmyodo, was auf diese Blutlinie zurückzuführen sein könnte.
Einer der ältesten Shishi-mai Japans und der Schatten der Ninja
Der ‚Shishi Kagura‘, der im Aekuni Jinja überliefert ist, gilt als einer der ältesten Löwentänze (Shishi-mai) Japans und ist als immaterielles Volkskulturgut der Präfektur Mie ausgewiesen.
Tatsächlich gibt es die Theorie, dass eine tiefe Verbindung zwischen diesem Shishi-mai und den Iga-Ninja besteht. Es heißt, Iga-Ninja hätten sich unter die Shishi-mai-Prozessionen gemischt, um Informationen in verschiedenen Regionen zu sammeln oder in feindliches Gebiet einzudringen. Das Aekuni Jinja war auch eine spirituelle Stütze für die Iga-Ninja und ein Ort, an dem sie für den sicheren Verlauf ihrer Missionen beteten. Auch heute noch sind Nachkommen von Ninja und Kampfsportler zu sehen, die den Schrein besuchen.
Unglück mit der Kraft des Pfirsichs abwenden? Die Legende des ‚Momo-mamori‘
Oohiko-no-mikoto, der Haupt kami, ist als einer der ‚Shido Shogun‘ (Vier Generäle, die die vier Regionen befriedeten) bekannt, die Hokuriku und Tohoku befriedeten, aber es gibt auch eine Legende, die sich um den Pfirsich dreht. Im Kojiki wird der Pfirsich als eine Frucht mit magischen Kräften beschrieben, die Verfolger (Donnergötter) aus dem Reich der Toten abwehren kann.
Im Aekuni Jinja sind omamori (Glücksbringer) und ema (Votivtafeln) mit Pfirsichmotiven, die auf diese Mythologie zurückgehen, sehr beliebt. Man sagt, sie hätten eine sehr starke Kraft zur Abwehr von Unglück, und Pilger, die sich in einem Wendepunkt des Lebens befinden oder eine Pechsträhne haben, kaufen sie in der Hoffnung, ‚die aktuelle Situation zu durchbrechen‘.
Das Geheimnis des Kofun, der auf dem Schreingelände ruht
Hinter dem Hauptgebäude des jinja befindet sich tatsächlich ein Kofun (Grabhügel), der ‚Aekuni Jinja Ura Kofun‘ genannt wird. Die Existenz eines Kofun auf dem Gelände eines so angesehenen jinja wie einem Ichi-no-miya zeugt davon, dass dieser Ort seit alters her ein besonderes Heiligtum war.
Einer Theorie zufolge könnte dieser Kofun das Grab von Oohiko-no-mikoto oder eines mächtigen Mitglieds des alten Aeu-Clans sein, der diese Region regierte, doch die Details sind bis heute in ein Geheimnis gehüllt. Dieser Raum, in dem sich die Energien von ‚Tod und Wiedergeburt‘ vermischen, könnte der Grund sein, warum das Aekuni Jinja als starker Power Spot gilt.
Wichtiger Punkt beim Besuch: Der heilige Nagi no Ki Baum
Auf dem Schreingelände steht ein ‚Nagi no Ki‘ (Nagi-Baum), der eine tiefe Verbindung zum Kumano-Glauben hat. Da sich Nagi-Blätter nur schwer quer zerreißen lassen, gelten sie als Symbol für ‚unzerbrechliche Bindungen‘ und ‚häusliche Sicherheit‘. Wie wäre es, an diesem Ort, umgeben von Igas ruhigen Wäldern, um starke Bindungen wie die Blätter des Nagi-Baums zu beten?
Von Kriegern, die auf der Bühne der Geschichte standen, über Ninja, die im Schatten lebten, bis hin zu mysteriösen Onmyoji. Das Aekuni Jinja ist ein Heiligtum, das die tiefe Geschichte und die Geheimnisse von Iga in sich birgt, ein wahrer ‚Geheimtipp‘.
Verwandte Links und Referenzen
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