Das Anamori Inari Jinja liegt in Haneda, Ota-ku, Tokio. Dieser Schrein, der sich direkt neben dem Flughafen Haneda befindet und bei Mitarbeitern der Luftfahrtbranche sowie Reisenden große Verehrung genießt, birgt eine turbulente Geschichte und geheimnisvolle Legenden, die über die bloße Bezeichnung als „Kraftort“ weit hinausgehen.
Basisinformationen
Standort: 5-2-7 Haneda, Ota-ku, Tokio
Hauptgottheit (Go-saijin): Toyouke-hime no Mikoto
Segnungen (Go-rieki): Wohlstand im Geschäft, Familiensicherheit, Flugsicherheit, Schutz vor Unglück, Genesung von Krankheiten
Zugang: ca. 3 Minuten Fußweg vom Bahnhof Anamori Inari (Keihin Kyuko Airport Line)
Der Ursprung des Namens „Anamori“: Bewahrer der Deichlöcher
Die Geschichte des Anamori Inari Jinja reicht bis in die Bunka- und Bunsei-Perioden (1804-1830) der Edo-Zeit zurück. Damals war dieses Gebiet ein Neuland namens „Suzuki Shinden“, das jedoch wiederholt von Sturmfluten heimgesucht wurde, die Löcher in die Deiche rissen und schwere Überschwemmungen verursachten.
Als daraufhin die Gottheit Inari (Inari Ōkami) auf dem Deich verehrt wurde, beruhigte sich das Meer wundersamerweise, und die Schäden ließen nach. Aus dem Umstand, dass der Schrein „die Löcher im Deich schützte“, wurde der Name „Anamori“ (Lochschutz) abgeleitet. Aus diesem Grund wird der Schrein auch heute noch als Ort verehrt, der die starke Kraft besitzt, „etwas aufzuhalten“ und „bis zum Ende zu schützen“.
Der legendäre „Anamori-Sand“: Ein Geheimnis des Glücks
Im „Oku-no-miya“ (inneres Heiligtum), das sich im hinteren Bereich des Schreingeländes befindet, gibt es den seit alters her überlieferten „Go-suna“ (heiliger Sand). Diesem Sand wird nachgesagt, dass er besondere Kräfte besitzt. Es gibt die Überlieferung, dass das Streuen dieses Sandes vor dem Hauseingang den Geschäftserfolg fördert und das Legen unter das Bett eines kranken Menschen zur Genesung beitragen soll.
Einst, als ein alter Mann hier fischte, ereignete sich ein seltsames Phänomen: Die Fische in seinem Korb verwandelten sich auf wundersame Weise in feuchten Sand. Es heißt, als die Dorfbewohner diesen Sand in ihren Gärten verstreuten, folgten reiche Fänge – diese Legende wird als Ursprung des „Anamori-Sands“ angesehen.
Das größte Nachkriegs-Mysterium: Das „verfluchte Torii“
Wenn man über das Anamori Inari Jinja spricht, darf die Großstadtsage um das „Alte Ōtorii“ (großes Torii) nicht fehlen, das einst auf dem Gelände des Flughafens Haneda zurückblieb.
Unmittelbar nach Kriegsende, im Jahr 1945, wurden das Anamori Inari Jinja und die umliegenden Bewohner im Zuge der Flughafenerweiterung durch die Alliierten (GHQ) zu einer Zwangsumsiedlung innerhalb von nur 48 Stunden angewiesen. Die Schreingebäude wurden abgerissen, doch das Ōtorii war so stabil gebaut, dass man versuchte, es mit Seilen umzuziehen.
Doch dabei riss ein Seil, und es kam zu einem Unfall mit Toten und Verletzten unter den Arbeitern. Auch danach folgten bei jedem Versuch, das Torii zu entfernen, plötzliche Todesfälle von Bauleitern und Ausfälle von schweren Maschinen. Man fürchtete, dass „eine Gottheit im Torii wohnte“ oder „es der Fluch des Anamori-Kami sei“.
Letztendlich gaben selbst die GHQ die Entfernung auf, und das Torii stand lange Zeit einsam auf einem Parkplatz neben der Start- und Landebahn. 1999, im Zuge der Errichtung einer neuen Start- und Landebahn, wurde es endlich an seinen heutigen Standort (am Fuße der Benten-Brücke) versetzt. Auch dabei wurde sorgfältig ein O-harai (Reinigungsritual) durchgeführt, und heute wird es als „Symbol des Friedens“ geschätzt.
Heiliger Ort für Flugsicherheit und Hintergrundgeschichten
Aufgrund seiner Lage direkt neben dem Flughafen Haneda sieht man täglich Mitarbeiter von Fluggesellschaften wie JAL und ANA in Uniform, die den Schrein besuchen. Tatsächlich gibt es im Flughafen immer noch ein „Haneda Kōkū Jinja“, das eine Zweiggottheit (Bunrei) des Anamori Inari Jinja verehrt und die Sicherheit des Luftraums doppelt überwacht.
Zudem befindet sich auf dem Schreingelände ein „Senbon Torii“ (Tausend Torii-Tore), das als einer der fotogensten Orte Tokios bekannt ist. Doch in jedem einzelnen dieser Torii stecken die Gefühle der Menschen, die einst von diesem Ort vertrieben wurden, und die tiefen Gebete der Gläubigen, die sich seinen Wiederaufbau wünschten.
Pilgerinformationen: Anamori Inari in Anime-Werken
Alice & Zoroku: Der Schrein kommt in Szenen vor, in denen die Protagonisten ihn besuchen, wobei die charakteristischen Senbon Torii und das Schreingelände originalgetreu dargestellt sind.
Luck & Logic: Haneda und Umgebung sind der Schauplatz, und es tauchen Landschaften auf, die an das Anamori Inari Jinja erinnern.
Wenn Sie den Flughafen Haneda nutzen, machen Sie doch einen kleinen Abstecher und besuchen Sie diesen Zeugen der Geschichte. Dort, direkt neben dem modernen Flughafen, erstreckt sich ein mächtiges Heiligtum, das die Menschen bis heute unermüdlich beschützt.
Weiterführende Links und Referenzen
Keine Quellen verfügbar.
