Das zinnoberrote Wunder, das auf dem Meer schwebt: Eine tiefgehende Erkundung der Geheimnisse und Reize des Weltkulturerbes Itsukushima Jinja.

Der Itsukushima Jinja, ein Shinto-Schrein, liegt auf Miyajima in Hatsukaichi, Präfektur Hiroshima. Sein kühner Baustil, der das Meer als Gelände nutzt, und sein Aussehen, das sich mit den Gezeiten ändert, führten 1996 zur Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Dieses Mal stellen wir Ihnen detaillierte Informationen über diesen mystischen Jinja vor, von grundlegenden Fakten über weniger bekannte Hintergrundgeschichten und Geheimnisse bis hin zu Informationen für Anime-Pilgerreisen.

Itsukushima Jinja: Grundlegende Informationen

Standort: 1-1 Miyajima-cho, Hatsukaichi, Präfektur Hiroshima
Verehrte Kami: Die Drei Munakata-Göttinnen (Ichikishima-hime no mikoto, Tagitsu-hime no mikoto, Takiritsu-hime no mikoto)
Gründung: 593 n. Chr. (im ersten Jahr der Regentschaft von Kaiserin Suiko)
Geschichte: Im späten Heian-Zeitraum, nachdem Taira no Kiyomori zum Gouverneur von Aki ernannt worden war, wurde der Jinja als Schutzgott des Taira-Klans verehrt. Daraufhin wurde die heutige große Schreinanlage über dem Meer errichtet.

Warum wurde er auf dem Meer gebaut? Der Glaube, dass „die Insel selbst ein Kami ist“

Warum der Itsukushima Jinja absichtlich auf dem Meer mit seinen Gezeiten erbaut wurde, liegt im Glauben an die Insel Miyajima (Itsukushima) selbst begründet. Da die gesamte Insel seit alters her als „Goshintai“ (Götterkörper) verehrt wurde, befürchtete man, die Insel durch Graben in der Erde oder Abholzen von Bäumen zu verletzen. Es heißt, die Schreinanlage wurde daher im Gezeitenbereich (auf dem Meer) errichtet.

Das Mysterium des Ōtorii: Steht es tatsächlich „nur da“!?

Das Ōtorii, das große Torii-Tor des Itsukushima Jinja, ist etwa 16 Meter hoch und ein Wahrzeichen. Tatsächlich ist dieses riesige Torii nicht tief im Meeresboden verankert. Erstaunlicherweise steht es allein durch sein Eigengewicht (ca. 60 Tonnen).

Das Geheimnis der Gewichte: Im oberen, kastenartigen Teil des Torii, dem „Shimagi“, sind etwa 7 Tonnen faustgroßer Steine eingefüllt. Dies senkt den Schwerpunkt und ermöglicht es dem Torii, Wellen und Wind standzuhalten.
Die Wahrheit über die 9. Generation: Das heutige Ōtorii wurde 1875 (im 8. Jahr der Meiji-Ära) wiederaufgebaut und galt lange Zeit als das achte. Jüngste Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass es sich um das neunte handelt.

Die „Acht“ als Zwang und Weisheit in der Architektur

Wenn man die Schreinanlage genau betrachtet, fällt auf, dass eine bestimmte Zahl häufig auftaucht: die „8“.

Der Abstand zwischen den Säulen der Korridore beträgt „8 Shaku“ (ca. 2,4 m).
Die Anzahl der Bodenbretter dazwischen beträgt „8 Stück“.
Zudem beträgt die Anzahl der Säulen des Hauptschreins „108“.

Es wird gesagt, dass dies mit der Anzahl der buddhistischen Leidenschaften oder dem Glück, das sich weit verbreitet (symbolisiert durch die Form der Acht im Japanischen), zusammenhängt. Eine Theorie besagt jedoch, dass es sich um eine starke Besessenheit der Designer handelt, oder sogar um eine Gründlichkeit, die fast einem „Fluch“ gleicht.

Zudem weisen die Bodenbretter der Korridore kleine Spalten auf. Dies ist die Weisheit unserer Vorfahren, die bei Springfluten oder Taifunen den Druck des von unten aufsteigenden Meerwassers entweichen lässt und so verhindert, dass die Schreinanlage aufschwimmt und beschädigt wird.

Miyajimas Tabu: Es gibt keine Gräber auf der Insel

Auf Miyajima, der Insel der Götter, gibt es einzigartige Bräuche, die bis heute bewahrt werden.

1. Keine Gräber: Um die Insel nicht zu verunreinigen, gibt es auf der Insel keinerlei Friedhöfe. Verstorbene werden auf dem Festland am gegenüberliegenden Ufer beigesetzt.

2. Geburt und Verunreinigung: Früher galten auch Geburten und die Menstruation als „Blutunreinheit“ und waren verpönt. Hochschwangere Frauen und Trauernde mussten daher ans gegenüberliegende Ufer übersetzen. Noch heute gibt es als Überbleibsel dieser Tradition keine Frauenärzte oder Friedhöfe auf der Insel.

Misens „Ewiges Feuer“ und 1200 Jahre Geschichte

Auf dem heiligen Berg Misen, der sich hinter dem Jinja erhebt, befindet sich das „Kiezu no Hi“ (Ewige Feuer), das seit über 1200 Jahren brennt. Es wurde von Kobo Daishi Kukai während seiner Askese entzündet. Dieses Feuer ist äußerst heilig und diente auch als Ursprungsflamme für die „Flamme des Friedens“ im Friedenspark Hiroshima.

Informationen für Anime-Pilgerreisen

Aufgrund seiner beeindruckenden Landschaft diente der Itsukushima Jinja als Schauplatz und Vorbild für viele Anime-Werke.

„Zatsu Tabi -That’s Journey-“: In Episode 8, „Hiroshimas atemberaubende Reise durch Meer und Geschichte!“, wird dargestellt, wie die Hauptfigur mit der Fähre nach Miyajima übersetzt und den Itsukushima Jinja besucht.
„Das Heike Monogatari“: Die tiefe Verbindung zwischen Taira no Kiyomori und dem Itsukushima Jinja wird hier thematisiert, wobei die Schönheit der Schreinanlage jener Zeit in der Animation wiedergegeben wird.
„Kamisama Kiss“: Es gilt als eines der Vorbilder für die im Werk erscheinenden Schreine und ist ein beliebter Ort für Fans.

Ob bei Flut, wenn er wie ein schwimmendes Ryugu-jo (Unterwasserpalast) aussieht, oder bei Ebbe, wenn man bis zum Fuß des Ōtorii gehen und seine immense Größe erleben kann – der Itsukushima Jinja bietet bei jedem Besuch neue Entdeckungen. Er ist wahrlich ein geheimnisvoller Ort, auf den Japan stolz ist und den es der Welt präsentiert.

Weitere Informationen und Quellen

Schwimmt das Torii des Itsukushima Jinja? Struktur, Gründe und eine ausführliche Erklärung der Gezeitenzeiten
Geschichte und Bedeutung des Ōtorii | Heiligtumsmarkierung auf dem Meer – Miyajima Sanpo
Acht Wunder von Miyajima, der Insel der Götter – Warum wollen Menschen zum Itsukushima Jinja?
[Miyajima] Ein Anblick alle 70 Jahre: Was ist die goldene Festung von Miyajima?
Zatsu Map – SPECIAL | Offizielle Website des TV-Anime „Zatsu Tabi -That’s Journey-“
Hiroshima Kulturenzyklopädie – Itsukushima Jinja
Itsukushima Jinja | Überarbeitete Neuauflage, Welt-Enzyklopädie | JapanKnowledge
Weltkulturerbe | Mysterien und empfohlene Punkte im Miyajima/Itsukushima Jinja | MP
Itsukushima Jinja Ōtorii – Wikipedia
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Warum fällt das Ōtorii von Miyajima nicht um? Geheimnisse der Struktur und Bautechnik – Miyajima Sanpo
[Pilgerreise] Liste der Anime-Werke, die in der Präfektur Hiroshima spielen! Alphabetisch / nach Gebiet | Pilgergilde
Itsukushima Jinja | Gründliche Analyse! Hiroshima Lab – Präfektur Hiroshima
Itsukushima Jinja | Touristische Sehenswürdigkeiten | Miyajima Tourismusverband
Geschichte und Besuch Itsukushima Jinja [Offizielle Website] Nationalschatz / Weltkulturerbe Smartphone-Version
Tengu-Teich Jinja – Einführung in Orte traditioneller Geistergeschichten, seltsamer Erzählungen und historischer Geheimnisse | Japan Densho Taikan
Zatsu Tabi Episode 8 Miyajima Pilgerbericht – Goromarus Blog

Von ando