Der Schutzgott des Gekū im Ise Jingū: Kazamiya – Die Legende des „Kamikaze“, das die Mongoleninvasionen abwehrte, und seine unbekannte Geschichte

Grundlegende Informationen

Das Kazenomiya jinja befindet sich in unmittelbarer Nähe des Shogu (Hauptschrein) des Geku (Toyouke-Daijingu) von Ise Jingu. Es ist eines der vier Betsugu (Nebenschreine), die zum Geku gehören, und verehrt die kami des Windes.

* Verehrte kami: Shinatsuhiko-no-mikoto, Shinatobe-no-mikoto
* Standort: Honmachi, Ise City, Mie Präfektur (innerhalb des Geku-Bezirks von Ise Jingu)
* Göttliche Segnungen: Es wird als kami verehrt, der Wind und Regen kontrolliert und das Wachstum der Ernte unterstützt. Es ist auch als Kraftort bekannt, der ‚guten Wind‘ ins Leben bringt und somit Glück fördert.

Die Legende des ‚Kamikaze‘, der die mongolischen Invasionen abwehrte, und ein ungewöhnlicher Aufstieg

Im Kazenomiya jinja ist eine dramatische Episode bewahrt, die die japanische Geschichte maßgeblich verändert hat.

Ursprünglich war dieses Kazenomiya jinja nicht mehr als ein untergeordnetes Massha (Nebenschrein) namens Kazeno-yashiro. Doch während der mongolischen Invasionen (Genko, Bun’ei-Krieg und Koan-Krieg) in der Kamakura-Zeit, angesichts einer beispiellosen nationalen Krise, wurden auf Befehl des Kaiserhofs Gebete im Ise Jingu dargebracht.

Daraufhin brach ein heftiger Sturm (Kamikaze, ‚Götterwind‘) los und vernichtete die Flotte der angreifenden mongolischen Armee. Dieser wundersame Sieg wurde dem Schutz der Wind-kami zugeschrieben, und zu Ehren dieser Leistung wurde das jinja im Jahr Shoo 6 (1293) von einem Massha direkt zu einem Betsugu befördert. Ein so dramatischer ‚Sprung‘ in der Hierarchie ist in der Welt der Shinto-Schreine äußerst ungewöhnlich und zeigt, wie sehr die Menschen jener Zeit an die Kraft des Kamikaze glaubten.

Die mysteriöse Beziehung zum Kazahinomiya des Naiku

Auch im Naiku (innerer Schrein) von Ise Jingu gibt es ein Betsugu namens Kazahinomiya, das dieselbe Wind-kami verehrt.

Tatsächlich ist es selten, dass dieselbe kami sowohl im Naiku als auch im Geku verehrt wird, was die große Bedeutung des ‚Windes‘ für die Japaner als Agrarvolk unterstreicht.

Interessant ist, dass sich das Kazahinomiya des Naiku jenseits des klaren Flusses Isuzugawa befindet, während das Kazenomiya des Geku in einem ruhigen, von alten Bäumen umgebenen Wald liegt. Obwohl es sich um dieselbe kami handelt, sagt man, dass das Naiku ‚Wasserenergie‘ ausstrahlt und das Geku ‚Erdenergie‘. Es gibt die Geschichte, dass das Besuchen beider Schreine das Gleichgewicht des eigenen Glücks wiederherstellt.

Der Nachweis eines ‚Betsugu‘, verborgen in der Architektur

Betrachtet man das Shaden (Hauptgebäude) des Kazenomiya genauer, fallen deutliche Unterschiede zu anderen Sessha (Hilfsschreinen) und Massha auf. Dabei handelt es sich um die Anzahl der Katsuogi (quer auf dem Dachfirst liegende Holzstämme) und die Form der hervorstehenden Chigi (geschwungene Giebelbretter).

Da das Kazenomiya ein Betsugu ist, hat es eine prächtige Bauweise (Yuiitsu Shinmei-zukuri), die der des Shogu ähnelt, doch unterscheidet sich die Art und Weise, wie die Chigi geschnitten sind, von denen des Shogu des Geku. Die Chigi des Shogu des Geku sind ’sotogi‘ (vertikal geschnitten), und die des Kazenomiya ebenfalls ’sotogi‘. Die Chigi des Kazahinomiya des Naiku hingegen sind ‚uchigi‘ (horizontal geschnitten), was auch hier die strikte Einhaltung der stilistischen Unterschiede zwischen Naiku und Geku zeigt.

Das Kazahinomi-sai: Ein Ritual zur Besänftigung des Windes

Jedes Jahr im Mai und August findet das Kazahinomi-sai (Kaza-hinomi-no-matsuri) statt. Dies ist ein Fest, bei dem um günstige Winde und Regen sowie um eine reiche Ernte gebetet wird.

Besonders der August ist die Taifunsaison. Diese Zeremonie, bei der man die mächtige Wind-kami, die einst die mongolischen Invasionen abwehrte, bittet: ‚Mögest du nicht wüten, sondern sanfte Winde wehen lassen‘, wird auch heute noch als wichtiges Shinto-Ritual zur Wahrung des Friedens in Japan fortgeführt.

Wenn Sie das Geku besuchen, begnügen Sie sich nicht nur mit dem Gebet am Shogu, sondern machen Sie unbedingt einen Abstecher zum Kazenomiya, wo die ‚Wind-kami, die die Geschichte bewegte‘, ruht. Inmitten des stillen Waldes finden Sie vielleicht die Gelegenheit, neuen Wind in Ihr Leben zu bringen.

Verwandte Links und Referenzen
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Von ando