Das Takasu jinja, unscheinbar gelegen entlang der Gleise der Hankai-Eisenbahn in Sakai, Präfektur Osaka. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein kleiner, ruhiger Inari-Schrein, der sich in ein Wohnviertel einfügt. Doch in Wahrheit verbirgt sich hier eine tiefgründige Geschichte, die sich um die „Teppo“ (Feuerwaffen) dreht, welche die japanische Geschichte erschütterten, und um eine „legendäre Schönheit“, die sogar Ikkyu-san beeindruckte.
Heute stellen wir Ihnen die Highlights und unbekannten Episoden des Takasu jinja vor, einem Ort voller historischer Romantik.
Grundlegende Informationen
Adresse: 3-5 Kitahanmachi Higashi, Sakai-ku, Sakai, Präfektur Osaka
Verehrte kami: Toyouke-no-Okami, Sarutahiko-no-Mikoto, Omiyagime-no-Mikoto, Omononushi-no-Mikoto
Anfahrt: Unmittelbar zu Fuß von der Haltestelle „Takasu jinja“ der Hankai-Linie der Hankai Electric Railway erreichbar.
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Die Geschichte des Tokugawa Ieyasu und des Mannes, der Japans erste Kanone baute
Die Gründung des Takasu jinja erfolgte im ersten Jahr der Genna-Ära (1615) in der frühen Edo-Zeit. Eng mit den Anfängen dieses jinja verbunden ist Shibatsuji Riemon, ein Kanonenschmied und führender Techniker der Sengoku-Zeit.
Riemon erhielt von Tokugawa Ieyasu den höchsten Befehl, eine „eiserne Kanone herzustellen“, und vollendete als Erster in Japan eine große Eisenkanone. Seine Leistungen waren herausragend: Im Winterfeldzug von Osaka im Jahr 1614 wurde er von Ieyasu dringend beauftragt, 1.000 Feuerwaffen herzustellen, eine Aufgabe, die er brillant erfüllte.
Als Belohnung erhielt er von Ieyasu das Land „Takasu“, wo sich der heutige jinja befindet. Es wird gesagt, dass Riemon, in dem Wunsch nach Wohlstand für sich und seine Kanonenschmiede sowie nach Frieden für die Stadt Sakai, Inari Myojin an diesen Ort übertrug, was den Beginn des Takasu jinja markierte. Es ist wahrlich ein heiliger Ort, der als Symbol der „Stadt der Feuerwaffen, Sakai“, bezeichnet werden kann.
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Mysterium und Legende: Jigoku Tayu, die von Ikkyu-san geliebt wurde
In der Umgebung des Takasu jinja befand sich einst das Freudenviertel von Takasu. Hier lebt die Legende von Jigoku Tayu, einer der berühmtesten und mysteriösesten Kurtisanen der japanischen Geschichte, weiter.
Sie wurde von Banditen gefangen genommen und als Kurtisane verkauft. Aus der Überzeugung heraus, dass „das Unglück im Diesseits die Vergeltung des Vorlebens ist“, nannte sie sich selbst „Jigoku“ (Hölle). Sie trug einen prächtigen Kimono, der Szenen der Hölle zeigte – ein „Jigoku Hensōzu“. Ihre Schönheit und Intelligenz drangen bis zu den Ohren des exzentrischen Mönchs Ikkyu Sojun (Ikkyu-san).
Als Ikkyu sie besuchte, dichtete er ein Gedicht:
„Kikishi yori Mite osoroshiki Jigoku kana“
(Ihre Schönheit ist wie eine Hölle, schrecklicher, als es Gerüchte besagen.)
Darauf antwortete Jigoku Tayu sofort:
„Shi ni kuru hito no Ochizaru wa nashi“
(Keiner, der zu sterben kommt (der mich besucht), verliebt sich nicht (fällt nicht auf mich herein).)
Ikkyu war von diesem geistreichen Schlagabtausch beeindruckt, und es heißt, die beiden seien durch eine tiefe Bindung wie zwischen Lehrer und Schüler verbunden gewesen. Takasu jinja ist somit auch ein Ort, an dem eine so anmutige und leicht melancholische Legende lebendig ist.
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„Insiderwissen“ und Wissenswertes für einen unterhaltsamen Stadtbummel
1. Heißt die Station „jinsha“ statt „jinja“?
Obwohl der Name der Hankai-Eisenbahn-Haltestelle direkt vor dem jinja „Takasu jinja“ lautet, lauten die Durchsagen in der Bahn und die offizielle Lesart „Takasu jinsha“. Warum das ‚j‘ nicht stimmhaft ausgesprochen wird, ist bis heute ein Rätsel. Achten Sie bei Ihrem Besuch unbedingt auf die Ansage.
2. Sieht er nicht wie ein jinja aus? Ein Schreingebäude im „Wohnhaus-Stil“
Besucher, die zum ersten Mal kommen, könnten von seinem Äußeren überrascht sein. Das Schreingebäude des Takasu jinja hat eine sehr ungewöhnliche Bauweise, die auf den ersten Blick einem gewöhnlichen zweistöckigen Wohnhaus ähnelt. Doch wenn man einen Blick ins Innere wirft, entdeckt man ein prächtiges Honden (Hauptgebäude), das dort thront. Dieser Kontrast trägt ebenfalls zum mysteriösen Charme des jinja bei.
3. Der Keidai ist gefüllt mit „Manganshaku“ und kami
Obwohl der Schreinplatz (Keidai) klein ist, stehen auf der Rückseite erstaunlich viele Nebenschreine. Von Sanpo Kojin, der für Familiensicherheit sorgt, über Awashima-no-kami, die Schutzgöttin der Frauen, bis hin zum „Manganshaku“ (Wunscherfüllungsstein), sind hier zahlreiche kami verehrt. Bei den Einheimischen ist der Ort als „Takasu no Oinari-san“ (Inari-Schrein von Takasu) beliebt und gilt als ein Ort, der alle Wünsche erfüllt.
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Takasu jinja ist einer der herausragendsten historischen Orte in Sakai, wo der Stolz der Kanonenschmiede und das Abbild einer legendären Schönheit aufeinandertreffen. Lauschen Sie dem „Chin-Chin“-Geräusch der Hankai-Eisenbahn und lassen Sie die Erinnerungen an Sakais früheren Glanz und seine Legenden Revue passieren.
