Der Shioya Hachimangu Jinja (Shioya Hachimangu) liegt am westlichen Ende der ehemaligen Burgstadt Yatsushiro in der Präfektur Kumamoto. Es ist ein geschichtsträchtiger Shinto-Schrein, der vom berühmten Feldherrn Hosokawa Tadaoki (Sansai) in einer Zeit gegründet wurde, als Japan vom Sengoku-Zeitalter in die Edo-Zeit überging. Obwohl er den Einheimischen liebevoll als „Shioya no Hachiman-san“ bekannt ist, verbirgt sich hinter seiner Geschichte eine wunderbare Legende und eine tiefe Verbindung zu einem der größten Feste Kyushus.
Basisinformationen
Standort: 1-11 Yawata-machi, Yatsushiro-shi, Kumamoto
Verehrte kami: Kaiser Ojin, Kaiserin Jingu, Kaiser Nintoku, Takeuchi no Sukune
Segnungen: Sichere Geburt, Kindererziehung, Gesundheit, akademischer Erfolg, Geschäftserfolg
Die geheimnisvolle Gründungslegende: Der verschwundene alte Mann und zwei Tauben
Der Beginn des Shioya Hachimangu Jinja ist von einer wunderbaren Episode geprägt, die einem Märchen gleicht.
Im Jahr 1632 (Kanei 9) versuchte der Fürst Hosokawa Tadaoki, als er sich auf Burg Yatsushiro zurückzog, einen geteilten Geist (bunrei) vom Usa Jingu in Oita, den er zutiefst verehrte, zu empfangen. Während er nach einem geeigneten Ort für die Niederlassung suchte, erschien ein alter Mann, zeigte auf einen Damm und sagte:
„Früher stand hier ein Hokora für kami Hachiman. Jetzt ist nur noch ein alter Baum übrig, aber der kami sollte hier niedergelassen werden.“
Als der alte Mann verschwand, sollen aus dem Nichts zwei Tauben herbeigeflogen und auf dem alten Baum gelandet sein. Dies deutete Fürst Tadaoki als göttlichen Willen (shin’i) und ließ an diesem Ort (dem heutigen Standort des Wakamiya Jinja) ein Schrein-Gebäude errichten. Später, im Jahr 1655, wurde der kami an den heutigen Standort umgesiedelt (senza) und wurde zum Schutz kami des westlichen Teils der Burgstadt Yatsushiro.
Das Mysterium des Myoken Matsuri, eines der drei großen Feste Kyushus: Der Ort, an dem der kami übernachtet
Unverzichtbar bei der Beschreibung des Shioya Hachimangu Jinja ist das Yatsushiro Myoken Matsuri, das auch als UNESCO-immaterielles Kulturerbe registriert ist.
Tatsächlich spielt dieser Jinja beim Myoken Matsuri eine sehr wichtige Rolle als Otabisho (temporärer Rastplatz für den kami). In der Nacht des 22. November kommt der kami des Yatsushiro Jinja als Okudari (Abstieg des kami) zum Shioya Hachimangu Jinja und verbringt hier eine Nacht.
Am frühen Morgen des darauffolgenden 23. Novembers beginnt von hier aus der Onobori (Aufstieg des kami), eine prunkvolle Shinko Gyoretsu (Prozession des kami). Der Anblick riesiger Kida (mythische Schildkröten-Schlangen) und Kasaboko-Festwagen, die sich auf dem Schreingelände versammeln, ist atemberaubend. Warum aber wurde der Shioya Hachimangu Jinja ausgewählt? Es heißt, dass dies der Eingang zur Burgstadt und ein heiliges Grenzgebiet war, das Meer (Gezeiten) und Land miteinander verband.
Hintergrundinformationen: Die Kraft des „nobori-goi“ (aufsteigenden Karpfens), verborgen in der Haiden
Beim Besuch sollten Sie unbedingt die wunderschönen Schnitzereien im Ranma (Transom-Paneel) der Haiden (Gebetshalle) beachten. Hier ist ein glücksverheißender Karpfen geschnitzt.
Dieser Karpfen ist der Toryumon-Legende nachempfunden, in der ein Karpfen einen Wasserfall hinaufsteigt, um ein Drache zu werden, und gilt als Symbol für Karriereaufstieg und Glückssteigerung. Der „Omamori für steigendes Glück (Schwarz)“, der dieses Schnitzmotiv aufgreift, ist ein bei Kennern beliebtes, verliehenes Objekt. Er ist mit dem Bild eines kräftigen Karpfens bestickt und eine Art Geheimtipp, den Pilger, die ihr Glück in Wettbewerben oder im Berufsleben verbessern möchten, gleichermaßen suchen.
Seichi Junrei (Pilgerreise zu heiligen Stätten)-Informationen: Yatsushiro als Anime-Schauplatz
Die Stadt Yatsushiro, in der sich der Shioya Hachimangu Jinja befindet, erregt in den letzten Jahren auch unter Anime-Fans Aufmerksamkeit.
Insbesondere in der Poledance-Anime-Serie ‚Pole Princess!!‘, die in Yatsushiro spielt, werden die Stadtansichten originalgetreu dargestellt, sodass Fans unermüdlich zu Seichi Junrei dorthin pilgern. Zudem sind ruhige Gassen und alte Steinmauern, die die Atmosphäre von ‚Natsume Yujin-cho‘ widerspiegeln, dessen Schauplatz die gesamte Präfektur Kumamoto ist, auch in der Umgebung des Jinja deutlich erhalten geblieben.
Es gibt auch Werke, in denen Szenen des Myoken Matsuri vorkommen, und der Shioya Hachimangu Jinja, als Zentrum des Festes, ist der perfekte Ort, um die Welt dieser Werke hautnah zu erleben.
Wichtige Hinweise für den Besuch
Auf dem Schreingelände befinden sich neben dem Honden (Hauptheiligtum) auch der Kotohira-gu für sichere Seefahrt und der Inari Jinja für Geschäftserfolg. Wie der Name „Shioya“ (Salzhaus) andeutet, zeugt die Geschichte dieses Ortes von seiner Blütezeit durch Salzgewinnung und -handel.
Obwohl er sich in einem ruhigen Wohngebiet befindet, taucht man beim Betreten in eine einzigartige Atmosphäre ein, in der die Ehrfurcht ehemaliger Burgherrn wie der Familien Hosokawa und Matsui mit der lebhaften Festkultur der Bürger verschmilzt. Da er auch vom Gelände der Burg Yatsushiro aus zu Fuß erreichbar ist, sollten Sie ihn unbedingt in Ihre historische Erkundungsroute aufnehmen.
