Die kami der Provinz Mutsu sind versammelt! Die „Regeln für den Schreinbesuch“ und wundersamen Legenden, die beim Mutsu Sōsha-gū in Taga-jō überliefert werden.

Das Mutsu-Soshagu jinja (Mutsu-Sōsha-no-miya) liegt in Tagajo-shi, Präfektur Miyagi. Dieser jinja befindet sich in unmittelbarer Nähe von Tagajo, das einst das politische Zentrum der Tohoku-Region war. Hier kann man alle kami der Mutsu-Provinz (heute Teile der Präfekturen Fukushima, Miyagi, Iwate und Aomori) auf einmal verehren – es ist wahrhaftig ein „All-Star-Treffpunkt der kami“.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen unbekannte Episoden und faszinierende Hintergrundgeschichten dieses jinja vor, die für Geschichtsfans und Liebhaber von Kraftorten unwiderstehlich sind.

Basisinformationen
Standort: Ichikawa Aza Sosha 1, Tagajo-shi, Präfektur Miyagi
Verehrte kami: Yashio-michi-no-Oji-no-kami, Yashio-michi-no-Ome-no-kami und die kami von 100 Shikinaisha jinja (Schreinen, die in den Engishiki-Aufzeichnungen erwähnt werden) in der Mutsu-Provinz.
Gründung: Unbekannt (Soll bereits in der Heian-Zeit existiert haben)

1. Der „ultimative Shortcut“ für vielbeschäftigte Kokushi?
Ein Soshagu (Sōsha) ist ein jinja, in dem die kami aller jinja einer bestimmten Region gemeinsam verehrt werden. In der Heian-Zeit hatten die aus der Hauptstadt entsandten Kokushi (Statthalter, vergleichbar mit Gouverneuren) die Pflicht, nach Amtsantritt alle jinja ihrer Provinz zu besuchen.
Doch die gesamte weitläufige Mutsu-Provinz (allein 100 jinja wurden in den Engishiki-Aufzeichnungen erwähnt!) zu bereisen, war eine nahezu unmögliche Aufgabe. Daher wurde ein System geschaffen, bei dem alle kami in die Nähe des Kokufu (der Provinzhauptstadt Tagajo) eingeladen wurden, und ein Besuch an diesem einen Ort als „Besuch aller jinja“ galt. Es ist ein äußerst rationaler heiliger Ort, der, modern ausgedrückt, großen Wert auf „Time Performance“ (Zeiteffizienz) legte.

2. Halbierter Segen, wenn man nicht zuerst den Shiogama jinja besucht?
In der Edo-Zeit wurde das Mutsu-Soshagu als Sosha-no-miya bezeichnet und als Filial-jinja des Shiogama jinja angesehen, dem führenden Kraftort der Tohoku-Region.
In den damaligen Aufzeichnungen „Shiomatsu Shōfu“ steht geschrieben: „Wer den Shiogama jinja besuchen möchte, wird keinen Segen erhalten, wenn er nicht zuerst diesen Soshagu jinja aufsucht.“ Von den aufeinanderfolgenden Sendai-Fürsten bis hin zum einfachen Volk galt die Reihenfolge „Zuerst im Soshagu grüßen, dann zum Shiogama-sama“ als eiserne Regel. Auch heute noch folgen kundige Besucher diesem alten Brauch und besuchen beide jinja als Set.

3. Das legendäre „Geburtskissen“ und die 600 Jahre alte Zeder
Auf dem jinja-Gelände gibt es einen einzigartigen Volksglauben, der seit alters her überliefert ist: das „Anzan Makura“ (Geburtskissen).
Schwangere Frauen, die eine sichere Geburt wünschen, leihen sich ein kleines Kissen aus, das im jinja bereitliegt. Nach einer erfolgreichen Geburt fertigen sie als Dank ein weiteres Kissen an und geben so zwei zurück. Neben der Haupthalle (Haiden) sind auch heute noch viele handgemachte Kissen dargebracht, was die Tiefe dieses Glaubens erkennen lässt.
Im hinteren Bereich des jinja-Geländes ragen zudem eine über 600 Jahre alte „alte Zeder“ und eine 200 Jahre alte „weiße Magnolie“ empor, die eine erhabene Atmosphäre ausstrahlen, welche das „Kimon“ (Unglückstor) von Tagajo seit langem beschützt.

4. Ein historischer Weg, den auch Matsuo Basho beschritt
Matsuo Basho, der auf seiner Reise „Oku no Hosomichi“ (Der schmale Pfad in den Norden) Tagajo besuchte, sah die nahegelegene „Tsubo no Ishibumi“ (Tagajo-Stele) und vergoss Tränen, da die Erinnerungen an die Antike bis in seine Zeit überdauerten.
Das Mutsu-Soshagu befindet sich direkt nordöstlich der Tagajo-Ruinen, die Basho so beeindruckten. Wenn man sich vorstellt, wie Basho an diesem jinja vorbeiging und die Präsenz der kami von Mutsu spürte, während er wanderte, vertieft sich die historische Romantik noch mehr.

Fazit
Das Mutsu-Soshagu, wo die kami von 100 jinja aus 31 Bezirken der Mutsu-Provinz versammelt sind.
Wer das Gefühl hat, dass sein Glück stagniert, sollte an diesem Ort, wo die kami der Tohoku-Region versammelt sind, neue Energie tanken. Und wer einen Besuch des Shiogama jinja plant, sollte auf keinen Fall vergessen, „beim Soshagu jinja zu beginnen“!

Weiterführende Links und Referenzen
[1] Mutsu-Soshagu | Tagajo-shi, Präfektur Miyagi | Goshuin Research Institute
[2] Historischer Wind 47 ~Mutsu-Soshagu~ – Tagajo Mutsu-Soshagu
[3] Mutsu-Soshagu (Tagajo-shi)
[4] Über das Mutsu-Soshagu – Tagajo Mutsu-Soshagu
[5] [Tagajo-shi, Präfektur Miyagi] Mutsu-Soshagu (Mutsu-Sōsha-no-miya / Mutsu-Sōjagu) – Tigerrolle der jinja und Tempel
[6] Miyagi-jinja-cho (Büro der jinja der Präfektur Miyagi)
[7] Mutsu-Soshagu ~Soshagu der Mutsu Provinzhauptstadt~
[8] Tagajo Mutsu-Soshagu
[9] Mutsu-Soshagu
[10] Mutsu-Soshagu

Von ando