Basisinformationen
Name: Hachioji Jinja (Hachioji-Schrein)
Standort: 161 Kowagama-cho, Funabashi-shi, Chiba-ken
Verehrter kami: Ame-no-Oshihomimi-no-Mikoto
Gründung: Daido 2 (807 n. Chr.)
Jahresfest (Reisai): 7. Oktober
Familienkonferenz der kami? Die Rolle des „jüngsten Sohnes“ beim „Shimosa Sankan Shichinen Matsuri“
Das „Shimosa Sankan Shichinen Matsuri“ (Sieben-Jahres-Fest der Drei Berge von Shimosa), das alle sieben Jahre (nach traditioneller Zählung) in der Gegend um Funabashi-shi stattfindet, ist ein grandioses Fest mit einer rund 700-jährigen Geschichte. Bei diesem Fest übernehmen neun nahegelegene jinja (Schreine) jeweils eine „Familienrolle“, wobei der Hachioji Jinja in Kowagama die wichtige Position des „jüngsten Sohnes“ einnimmt.
Während kami wie Ninomiya Jinja (Vater) und Koyasu Jinja (Mutter) zusammenkommen, erscheint die Mikoshi (tragbarer Schrein) des Hachioji Jinja als „energiegeladenes Nesthäkchen“ und belebt das Fest. Diese Form, bei der sich jinja als Familie versammeln, ist landesweit äußerst selten und ein Mysterium, das von der tiefen Verbundenheit der Region zeugt.
Das „Oni“ (Dämon) durchbohren und Wachstum wünschen – Die Hintergründe des traditionellen „Obisha“-Rituals
Jedes Jahr im Januar findet in diesem jinja eine traditionelle Zeremonie namens „Obisha“ (Bussha, Bogenschießen) statt. Dies ist ein Ritual, bei dem Jungen unter sieben Jahren mit Pfeil und Bogen auf ein Ziel schießen, auf dem das Zeichen für „Oni“ (Dämon) geschrieben steht.
Dieses „Oni“ ist nicht nur ein einfaches Monster, sondern symbolisiert Seuchen und böse Geister, die der Region Unglück bringen. Der Anblick der kleinen Kinder, die sich mit aller Kraft bemühen, den Bogen zu spannen, ist herzerwärmend. Dahinter verbergen sich jedoch der alte, aufrichtige Wunsch, dass „Kinder nicht krank werden, sondern gesund heranwachsen“, und der Glaube an die Abwehr böser Geister.
Das Mysterium der Mythologie, verborgen im Namen „Hachioji“
Im Allgemeinen leitet sich der Name „Hachioji“ (wörtlich „acht Prinzen“) oft von der Verehrung der acht Prinzen des Gozu Tenno (Ochsenköpfigen Himmelskönigs) ab. Hier beim Hachioji Jinja in Kowagama gibt es jedoch eine leicht abweichende Theorie.
Im Zuge der Trennung von Shintoismus und Buddhismus in der Meiji-Zeit (Shinbutsu Bunri) wurde er mit den fünf Göttersöhnen und drei Göttertöchtern (insgesamt acht kami) in Verbindung gebracht, die aus dem „Ukei“ (Schwur) von Amaterasu Omikami und Susanoo-no-Mikoto geboren wurden. Der Hauptkami, Ame-no-Oshihomimi-no-Mikoto, ist der älteste dieser Söhne. Warum sich die Interpretation vom Gozu Tenno-Glauben zu den kami des „Ukei“ aus der Kojiki/Nihon Shoki-Mythologie verschob? Darin lässt sich die Weisheit und das Mysterium der Menschen jener Zeit erkennen, die ihren Glauben inmitten der turbulenten Epoche bewahren wollten.
Der „kami-Wald“ in Funabashi und Vogelbeobachtung
Das Gelände des jinja (ca. 1,08 Hektar) ist als „Heimatumweltschutzgebiet“ der Präfektur Chiba ausgewiesen. Sobald man einen Schritt hineinmacht, wird man von einer Stille und einem üppigen Grün umhüllt, das einem Urwald nahekommt und einen vergessen lässt, dass man sich in der Stadt Funabashi befindet.
Dieser Wald ist auch als Paradies für Wildvögel bekannt und ein versteckter Geheimtipp für Vogelbeobachter. Gerade weil er seit alters her als „heiliges Gebiet“ geschützt wurde, blieben ihm die Hände der Bebauung erspart, und die Atmosphäre, die seit der Heian-Zeit besteht, ist unverändert erhalten geblieben. Wenn Sie vom Großstadtlärm erschöpft sind, werden Sie bei einem Besuch dieses „Waldes des jüngsten Sohnes“ eine wundersame Kraft spüren, die Ihr Herz beruhigt.
Verwandte Links und Referenzen
