Erdbeben versiegelnder ‚Kanameishi‘ und pechschwarze Schreinhalle! Wir lüften die Mysterien des Katori Jingū, dem Herzstück der drei Jinja von Tōgoku.

Grundlegende Informationen

Standort: Katori 1697-1, Katori-shi, Präfektur Chiba
Verehrter Kami: Futsunushi no Okami
Gründung: Der Überlieferung nach im 18. Regierungsjahr von Kaiser Jinmu (643 v. Chr.)
Schreinstatus: Ichinomiya der Provinz Shimousa, ehemaliger Kanpei Taisha, Chokusaisha
Segnungen: Glück im Wettkampf/Sieg, Kampfkünste, Verkehrssicherheit, Schutz vor Unglück, Familiäres Wohlergehen

Der Katori Jingu ist ein berühmter Schrein, der zusammen mit dem Kashima Jingu und dem Ikisu Jinja in der Präfektur Ibaraki zu den „Togoku Sansha“ (Drei Schreinen des östlichen Landes) zählt. Vor der Meiji-Zeit trugen nur drei Schreine den Titel „Jingu“: der Ise Jingu, der Kashima Jingu und dieser Katori Jingu. Allein diese Tatsache verdeutlicht die besondere und hohe Stellung dieses Ortes.

Das Mysterium des „Kanameishi“ (Keystone), der Erdbeben besänftigt, und die Herausforderung des Mito Komon

Der wohl bekannteste Power Spot im Katori Jingu ist der „Kanameishi“, der ruhig im hinteren Teil des Schreingeländes ruht.

Althergebracht glaubte man, dass Erdbeben durch einen riesigen Wels (O-Namazu) verursacht wurden, der in der Erde lebte und tobte. Es wird überliefert, dass Futsunushi no Okami vom Katori Jingu und Takemikazuchi no Okami vom Kashima Jingu einen riesigen Steinpfahl tief in die Erde stießen, um diesen Wels zu unterdrücken. Der Kanameishi des Katori Jingu soll den „Schwanz“ des Welses festhalten, während der Kanameishi des Kashima Jingu seinen „Kopf“ niederhält. Es gibt auch die Legende, dass die beiden Steine unter der Erde miteinander verbunden sind.

Dieser Legende stellte sich Tokugawa Mitsukuni, bekannt als „Mito Komon“. Er wollte „herausfinden, was sich unter dem Stein befindet“ und mobilisierte während der Genroku-Ära Arbeiter, um den Kanameishi auszugraben. Doch obwohl sie sieben Tage und sieben Nächte gruben, konnten sie den Boden nicht erreichen. Schließlich gab es so viele Verletzte, dass Mitsukuni aus Angst die Ausgrabung aufgeben musste – so erzählt es die Anekdote.

Die tiefschwarze Schreinhalle und die Hintergrundgeschichte des „Sieges-Kami“

Die Haupthalle (honden) des Katori Jingu zeichnet sich nicht durch die übliche zinnoberrote Lackierung aus, sondern durch eine imposante „Schwarzlackierung“ (kuro urushi nuri). Sie wurde im Jahr 1700 (Genroku 13) von Tokugawa Tsunayoshi erbaut und ist ein Wichtiges Kulturgut mit prunkvollen Dekorationen im Momoyama-Stil.

Beachten Sie auch das „Katori Jingu“-Hengaku (Schild mit Inschrift), das am Rommon (Torbau) angebracht ist. Es ist ein Originalwerk von Togo Heihachiro, der im Russisch-Japanischen Krieg Oberbefehlshaber der Vereinigten Flotte war. Der Katori Jingu, der den Kami der Kampfkünste verehrt, wurde seit jeher von Samurai und Militärs verehrt, und auch heute noch besuchen unzählige Menschen den Schrein vor wichtigen Wettkämpfen oder Herausforderungen.

Informationen zur Pilgerreise für Anime- und Subkultur-Fans

Mit seinen mysteriösen Legenden ist der Katori Jingu auch für Fans von Anime und Spielen ein wichtiger Ort.

„Suzume“ (Regisseur: Makoto Shinkai):
Die in der Geschichte vorkommende Einstellung des „Kanameishi“, der Erdbeben versiegeln soll, ist direkt von den Legenden des Katori Jingu und Kashima Jingu inspiriert. Nach der Veröffentlichung des Films besuchen viele Fans, die den Wurzeln der Geschichte folgen, den „echten Kanameishi“.

„Kantai Collection -KanColle-„:
Der Schrein an Bord (kannai jinja) des ehemaligen Ausbildungskreuzers „Katori“ der Kaiserlich Japanischen Marine wurde von diesem Katori Jingu geweiht. Aus diesem Grund ist es einer der „heiligen Orte“ für Fans der Kanmusume „Katori“, die den „Ursprung des kannai jinja“ besuchen – eine sogenannte „kannai jinja-Pilgerreise“.

Besichtigungstipps: Sanbonsugi und Yakuyoke Dango

Auf dem Schreingelände befindet sich der „Sanbonsugi“, eine Zeder, die sich der Legende nach in drei Stämme teilte, als Minamoto no Yoriyoshi dort betete. Es ist üblich, sich in ihre Mitte zu stellen und ihre Energie zu spüren. Vergessen Sie nach dem Besuch nicht, die berühmten „Yakuyoke Dango“ (Unglück abwehrende Dango) in der Ladenstraße am Sando (Pilgerweg) zu probieren. Der Duft der Kusa Dango (Beifuß-Dango) und ihre angenehme Süße durchdringen den Körper nach dem Spaziergang durch den heiligen Bereich.

Eine Welt der Mythen, die in einer langen Geschichte und modernen Animationen gleichermaßen lebendig ist. Der Katori Jingu ist nicht nur ein touristisches Ziel, sondern ein Ort, der uns die „tiefgreifende Kraft Japans“ spüren lässt.

Verwandte Links und Referenzen

Von ando