Itsukushima Jinjas „Gekū“ (Nebenschrein), die Jigozensha: Meeresüberquerungsrituale und unentdeckte Mysterien

Kennen Sie das Jigozen jinja, das in Hatsukaichi, Präfektur Hiroshima, liegt? Es befindet sich auf der gegenüberliegenden Küste des Itsukushima jinja, das zum Weltkulturerbe gehört, und wird seit jeher als hochrangiger Schrein verehrt, der als „Geku“ (äußerer Schrein) des Itsukushima jinja gilt. Diesmal stellen wir Ihnen die tiefgreifende Geschichte und faszinierenden Episoden dieses Schreins vor, den Sie unbedingt vor einem Besuch in Miyajima besichtigen sollten.

Grundlegende Informationen

Ort: Hatsukaichi-shi, Jigozen 5-17-1, Präfektur Hiroshima
Verehrte Kami: Ichikishimahime no Mikoto, Tagorihime no Mikoto, Tagitsuhime no Mikoto (die drei Munakata-Kami)
Gründung: 593 n. Chr. (im ersten Jahr der Ära von Kaiserin Suiko)

Die Rolle als „Maezashi“ des Itsukushima jinja

Es wird überliefert, dass das Jigozen jinja im selben Jahr wie das Itsukushima jinja, nämlich 593 n. Chr. im ersten Jahr der Ära von Kaiserin Suiko, gegründet wurde. Einst galt die gesamte Insel Miyajima (Itsukushima) als Goshintai, ein heiliger Körper der Kami, und es war nicht einfach, dort zu leben oder sie zu betreten. Daher spielte dieses Jigozen jinja an der gegenüberliegenden Küste die Rolle eines „Maezashi“, quasi eines „Fronttors“ oder Zugangs, um das Itsukushima jinja zu verehren.

Bis zur Edo-Zeit reichte das Meer direkt bis vor den Schrein, und ein Torii stand im Wasser. Auch heute noch erstreckt sich das Meer jenseits der Nationalstraße 2 und der Bahngleise, aber früher konnte man angeblich direkt mit dem Boot in den Schreinbereich fahren.

Episoden, Legenden und Geheimnisse

1. Das Geheimnis der „Säule zum Anlegen von Booten“ in der Haiden

Wenn Sie die Haiden des Jigozen jinja genau betrachten, finden Sie auf der rechten Seite eine merkwürdige Säule, die nicht bis zur Decke reicht, sondern scheinbar mittendrin abgeschnitten ist. Es wird überliefert, dass diese Säule in früheren Zeiten, als das Meer noch direkt an den Schrein grenzte, dazu diente, die Boote der Besucher festzumachen. Es ist landesweit ein äußerst seltener Anblick, Überreste zum Anlegen von Booten direkt in einem Schreinbauwerk zu finden.

2. Der „Shio no Ike“ (Gezeitentümpel), der bei Ebbe und Flut erscheint

In der Nähe des Schreinbereichs befindet sich ein Ort namens „Shio no Ike“ (oder O-shibori), der Gezeitentümpel. Dies ist ein heiliger Ort, an dem die Gozabune, die Prozessionsschiffe, die aus Miyajima kommen, während des „Kangensai“ (Gagaku-Festes) des Itsukushima jinja anlegen. Früher veränderte sich das Aussehen des Teiches mit Ebbe und Flut, und er bewahrt bis heute die mystische Atmosphäre eines Ortes, an dem die Kami das Meer überquerten, um zu ihrer „Heimkehr“ zu gelangen.

3. Das wilde Shinto-Ritual „Uma-tobashi“ (Goryo-e sai)

Jedes Jahr am 5. Tag des 5. Monats nach dem alten Mondkalender wird beim „Goryo-e sai“ das „Uma-tobashi“-Ritual abgehalten, ein Yabusame (Bogenschießen vom Pferd) Shinto-Ritual. Früher war es ein prächtiges Fest, bei dem Pferde mit hoher Geschwindigkeit über den Sandstrand galoppierten. Obwohl es sich heute aufgrund von Umweltveränderungen angepasst hat, ist es ein Moment, in dem die sonst so ruhige Stadt Jigozen von Begeisterung ergriffen wird.

4. Eine Hintergrundgeschichte zu Mōri Motonari und der „Itsukushima-Schlacht“

Für Geschichtsfans ist die Verbindung zur „Itsukushima-Schlacht“ im Jahr Kōji 1 (1555 n. Chr.) nicht zu übersehen. Es wird überliefert, dass Mōri Motonari in dieser Schlacht, in der er Sue Harukata besiegte, seine Truppen auf dem Gelände des Jigozen jinja versammelte und von hier aus nach Miyajima aufbrach. Es scheint, als ob der Geist der Krieger, die um den Sieg beteten, noch heute im Schreinbereich verweilt.

Informationen zur Anime-Pilgerreise (Seichi Junrei)

Das Jigozen jinja ist auch als heiliger Ort für den beliebten Anime „Tamayura ~More Aggressive~“ (2. Staffel) bekannt, der in Takehara, Präfektur Hiroshima, spielt.

In der Serie gibt es Szenen, die das „Kangensai“ zeigen, eines der drei großen Schiff-Shinto-Rituale Japans, und die fantastische Überfahrt der Gozabune von Miyajima zum Jigozen jinja. Für Anime-Fans ist dies ein wertvoller Ort, an dem sie die von den Hauptfiguren festgehaltenen Landschaften selbst erleben können.

Anreise

Etwa 5 Gehminuten vom Bahnhof „Jigozen“ der Hiroshima Electric Railway Miyajima-Linie entfernt. Es liegt an der Nationalstraße 2 und ist ein leicht zugänglicher Ort auf dem Weg nach Miyajima.

Bevor Sie nach Miyajima übersetzen, wie wäre es, wenn Sie sich zuerst in diesem „Geku“, dem Jigozen jinja, reinigen und den Goshintai auf der gegenüberliegenden Küste betrachten? Dort finden Sie eine stille und kraftvolle Form des Glaubens, die sich von dem touristisch geprägten Miyajima unterscheidet.

Von ando