Das Kengun Jinja, gelegen im Higashi-ku von Kumamoto-Stadt, ist der älteste Schrein Kumamotos und zählt zusammen mit dem Aso Jinja, dem Kosa Jinja und dem Go-ura Jinja zu den „Aso Yonsha“ (den vier Aso-Schreinen). Bei den Einheimischen ist er liebevoll unter dem Kosenamen „Takemiya-san“ bekannt. Doch seine Geschichte birgt zahlreiche ehrenvolle Episoden aus der Kriegerwelt und wundersame Legenden.
Grundlegende Informationen zum Kengun Jinja
Adresse: 13-1 Kengun Honmachi, Higashi-ku, Kumamoto-shi, Präfektur Kumamoto
Haupt-Kami: Takeokumi no Mikoto, Takeiwatatsu no Mikoto sowie die zwölf Kami von Aso (Aso Juni Kami)
Gründung: 19. Jahr der Herrschaft von Kaiser Kinmei (558 n. Chr.)
Segnungen: Abwehr von Unglück, Sicherheit für die Familie, Verkehrssicherheit, Erfolg in Studium und Beruf, u.v.m.
1,2 km geradeaus! Der Sando „Haccho Baba“, einer der längsten Japans
Das auffälligste Merkmal des Kengun Jinja ist sein etwa 1.200 Meter langer, schnurgerader Sando, der vom großen Torii an der Straßenbahnlinie bis zum Schreingebäude führt. Er wird gemeinhin als „Haccho Baba“ bezeichnet, ist aber tatsächlich länger als „Haccho“ (ca. 900 m) und misst 10 Cho und 40 Ken (ca. 1.230 m).
Es wird überliefert, dass dieser Sando von Kato Kiyomasa bei der Errichtung der Burg Kumamoto als Trainingsplatz (Baba) für Militärpferde angelegt wurde. An beiden Seiten des Sando sind noch heute Teile der Zedernallee erhalten, die Kato Kiyomasa gepflanzt haben soll, und vermitteln das Flair jener Zeit. Blickt man an einem klaren Tag nach Westen entlang dieses Sando, so ist der Unzen Fugen-dake in der Ferne direkt vor einem zu sehen. Dies macht den Ort auch zu einem geheimnisvollen Ort, der die Raffinesse antiker Vermessungstechnik und Anordnung erahnen lässt.
Legende: Der Ishitate Ōkami, wo ein dreijähriges Kind erschien
Zur Gründung des Schreins gibt es eine wundersame Legende. Im Jahr 558 n. Chr., als der damalige Provinzialgouverneur (Kokushi) den Aso Jinja besuchen wollte, geriet er in einen starken Schneesturm und verirrte sich. In diesem Moment erschien wie aus dem Nichts ein etwa dreijähriges Kind und sprach: „Verehre hier die Kami von Aso und errichte einen Schrein, der nach Westen ausgerichtet ist. So wirst du fremde Eindringlinge (wie z.B. Silla) abwehren und das Land schützen können.“
Dieses Kind war niemand Geringeres als die Inkarnation des Aso Ōkami. Der Stein, auf dem es gestanden haben soll, wird heute noch auf dem Schreingelände als „Ishitate Ōkami“ verehrt. Während der Aso Jinja nach Osten (Richtung Hauptstadt) blickt, ist der Kengun Jinja nach Westen (Richtung Ausland) ausgerichtet, was auf seine Rolle als „Eckpfeiler der Landesverteidigung“ gemäß dieser göttlichen Offenbarung zurückzuführen ist.
Schauplatz des Seinan-Krieges: Der Ort, von dem die „Kumamoto-tai“ in den Kampf zog
Auch von der Bakumatsu-Zeit bis zur Meiji-Zeit war das Kengun Jinja ein Wendepunkt in der Geschichte. Im Jahr Meiji 10 (1877), während des Seinan-Krieges, bildeten die Samurai von Kumamoto, die „Kumamoto-tai“, hier im Kengun Jinja ihre Gründungszeremonie und zogen dann in den Kampf, als Antwort auf die von Saigo Takamori geführte Satsuma-Armee.
Vor dem Rōmon (zweistöckigen Tor) steht ein Gedenkstein mit der Inschrift „Ort des Auszugs der Kumamoto-tai während des Seinan-Krieges“, der noch heute still die Geschichte dieses Ortes der Entschlossenheit der jungen Männer erzählt, die diese turbulente Ära durchlebten.
Verborgene Kraftorte: Das Amemiya Jinja und der Hosoishi
Neben dem Hauptschrein befindet sich das Amemiya Jinja, von dem überliefert wird, dass Kato Kiyomasa dort um Regen gebetet hat. In dessen Nähe liegt der „Hosoishi“ (Pockenstein), ein heiliger Stein, von dem geglaubt wird, dass Krankheiten heilen, wenn man ihn streichelt. Es ist ein Ort voller Barmherzigkeit, der seit alters her die Sorgen und Wünsche der Menschen in der Region aufgenommen hat.
Informationen zu Anime- und Manga-Pilgerstätten
Natsunagu!: Ein Anime, der 2020 ausgestrahlt wurde und komplett in Kumamoto spielt. Der schöne Sando und das Schreingelände sind als Orte dargestellt, die die Hauptfiguren besuchen.
Koharu Haru!: Eine Manga-Serie über den Alltag von Oberschülerinnen in Kumamoto-Stadt. Das Kengun Jinja erscheint darin als wichtiger Ort und ist unter Fans als Pilgerstätte bekannt.
Während man den langen Sando entlanggeht und in Gedanken an die Zeit von Kiyomasa und die tapferen Männer des Seinan-Krieges schwelgt, betritt man schließlich durch das Rōmon das heilige Gelände. Das Kengun Jinja ist mehr als nur ein einfacher „Kraftort“; es ist ein besonderer Ort, an dem die Geschichte Kumamotos verdichtet ist.
Verwandte Links und Referenzen
