Was verbirgt sich hinter dem ‚Kriegsgott‘ auf den alten Wegen Yamatos? Die Geheimnisse und Legenden des Anashi ni imasu Hyōzu Jinja, der Geburtsstätte des Sumo.

Basisinformationen

Name: Anashi ni Imasu Hyozu Jinja (あなしにいますひょうずじんじゃ)
Standort: 1065 Anashi, Sakurai City, Präfektur Nara
Verehrte Kami:
Mittlere Halle: Hyozu no kami (ひょうずのかみ)
Linke Halle: Daihyozu no kami (だいひょうずのかみ)
Rechte Halle: Wakamitama no kami (わかみたまのかみ)
Gründung: Traditionell: 60. Jahr der Regierungszeit von Kaiser Sujin (37 v. Chr.)

Im Dorf Anashi (桜井市穴師), das nördlich des Berges Miwa in Sakurai City, Präfektur Nara, liegt, befindet sich versteckt der Anashi ni Imasu Hyozu Jinja entlang des Yamato no Michi, dem ältesten Weg Japans. Dieser alte Schrein hebt sich von belebten Touristenattraktionen ab und strahlt eine ruhige und mystische Atmosphäre aus. Doch ein Blick in seine Geschichte offenbart erstaunliche Episoden, die mit Japans Nationalsport und kontinentalen Mythen verbunden sind.

1. Die wahre Identität des „Hyozu no kami“ – der chinesische Kriegsgott Chiyuu!?

Das größte Mysterium dieses jinja ist das Wort „Hyozu“, das in seinem Namen vorkommt. Es gibt nur wenige jinja in Japan, die den Namen „Hyozu“ tragen, und ihre Wurzeln sollen bis ins alte China zurückreichen.

Im chinesischen Geschichtswerk „Shiji“ (Aufzeichnungen des Großhistorikers) wird „Hyozu“ als eine der acht Gottheiten des Himmels erwähnt, die sich auf Chiyuu (蚩尤) bezieht, den legendären Kriegsgott, der als Erfinder der Waffen gilt.

Warum wird ein kontinentaler Kriegsgott im Land Yamato verehrt? Eine Theorie besagt, dass es sich um ein Relikt handelt, das von einer Gruppe mit fortschrittlichen Metallverarbeitungstechniken (Waffenherstellung) zurückgelassen wurde, die in der Antike vom Kontinent einwanderte, sich hier niederließ und ihre Schutzgottheit verehrte.

2. Heiliger Ort des Nationalsports! Die Legende als „Geburtsort des Sumo“

Neben dem Sando (Schreinzufahrtsweg) befindet sich der kleine Nebenschrein Sumo Jinja. Es heißt, dies sei der Ort gewesen, an dem der „erste Sumo-Kampf Japans“ stattfand, wie im Nihon Shoki (Chroniken Japans) beschrieben.

Vor Kaiser Suinin traten Nomi no Sukune (野見宿禰), ein Krieger aus Izumo, und Taima no Kehaya (当麻蹶速), ein Raufbold aus Yamato, zu einem Kampf auf Leben und Tod an. Nomi no Sukune ging als Sieger hervor. Aufgrund dieser Legende gilt der Ort als Geburtsstätte des Sumo und ist bis heute ein heiliger Ort, den professionelle Sumo-Ringer und Sumo-Offizielle besuchen. Auf dem Schreingelände stehen eine von dem ehemaligen Yokozuna Futabayama beschriftete Stele und Statuen von Sumo-Ringern, die eine einzigartige Kraft ausstrahlen.

3. Auch der „Geburtsort der japanischen Mandarine“?

Obwohl der Schrein stark mit militärischer Tapferkeit assoziiert wird, hat er tatsächlich auch ein Gesicht als „Gottheit der Süßigkeiten“.

Auf Befehl von Kaiser Suinin reiste Tajimamori (田道間守) ins Land Tokoyo (das Land der Ewigkeit), um das Elixier der Unsterblichkeit, die „Tokijiku no Kagunokonomi“ (nicht saisonale duftende Frucht), zu finden. Was er nach zehn Jahren mitbrachte, war die „Tachibana“ (橘), die als Urform der heutigen Mandarine gilt.

Es gibt die Überlieferung, dass die Tachibana hier in Anashi zum ersten Mal in Japan gepflanzt wurde, und das Wappen des Schreins ist ebenfalls das „Tachibana-Wappen“.

4. Ein mystischer Sando wie „Totoros Wald“

Abgesehen von seinem historischen Hintergrund liegt der Reiz dieses Schreins in seiner „Atmosphäre“.

Er liegt am Fuße eines Berges, etwas abseits der Siedlung, und der Sando ist von tiefem Grün überwuchert. Besucher beschreiben es oft so, als wären sie „in Totoros Wald verloren gegangen“, so märchenhaft und fantastisch ist die Landschaft, die an ein Ghibli-Werk erinnert.

Besonders die moosbewachsenen Steinstufen und die imposante Pracht der Haupthalle mit ihren drei nebeneinanderstehenden Schreingebäuden lassen einen die Schwere der Gebete spüren, die seit der Antike hier gesprochen wurden.

5. Hintergrundgeschichte: Drei jinja wurden eins?

Der heutige Anashi ni Imasu Hyozu Jinja entstand durch die Zusammenlegung von drei Shikinaisha (Schreine, die im Engishiki-Kodex verzeichnet sind) – dem Anashi ni Imasu Hyozu Jinja, dem Makinogami ni Imasu Wakamitama Jinja und dem Anashi Ōhyozu Jinja –, die ursprünglich an verschiedenen Orten standen und nach den Wirren des Ōnin-Krieges an diesem Ort vereint wurden.

Daher stehen in der Haupthalle drei Schreingebäude nebeneinander, in denen jeweils unterschiedliche Kami verehrt werden. Das Shintai (heiliges Objekt) des zentral verehrten „Hyozu no kami“ soll ein „Spiegel“ sein, und obwohl es sich um einen Kriegsgott handelt, wird er auch als Kami des Ackerbaus sowie des täglichen Lebens (Kleidung, Essen, Wohnen) verehrt.

Wenn Sie den Yamanobe no Michi entlangwandern, sollten Sie unbedingt einen Abstecher in diesen Anashi-Wald machen. Dort erwartet Sie eine besondere Zeit, in der die Kraft des Sumo und die Stille alter Mysterien nebeneinander existieren.

Weiterführende Links und Referenzen
Referenz [1]: Yamataikoku Monogatari no Kai | Anashi ni Imasu Hyozu Jinja und Sumo Jinja
Referenz [2]: Tenran Sumo von Taima no Kehaya und Nomi no Sukune / Katsuragi City
Referenz [3]: Anashi ni Imasu Hyozu Jinja Ōhyozu Jinja
Referenz [4]: Die Geschichte von Nomi no Sukune, dem Ahnherrn des Sumo | Regionalmagazin „yomi-kko“ und „Narakko!“ von Nara
Referenz [5]: nara-wu.repo.nii.ac.jp/record/2001722/files/an00118540v47pp137-153.pdf
Referenz [6]: Anashi ni Imasu Hyozu Jinja, der Geburtsort von Sumo und Mandarinen | Mi-sanpo ~ Schreine und Tempel Goshuin-Pilgerfahrt ~
Referenz [7]: Anashi ni Imasu Hyozu Jinja (Überarbeitung 2) | Kamunokara no Michi ~ Tenchi Yūkū ~
Referenz [8]: Anashi ni Imasu Hyozu Jinja: Yakumo ni Chiru Hana Izumoyashiki Hen 03 – Omohana
Referenz [9]: Anashi ni Imasu Hyozu Jinja ~ Yamato Hime, Hyozu verehrend, vom Sumo-Wald zum Gebetsschrein – Yamato Furusato Techo ~ Nara Tayori

Von ando