Das Katō Jinja, das „Seishoko-san“, dem Schutzgott der Burg Kumamoto, geweiht ist: Von der Legende der Tigertötung bis zur Anime-Pilgerstätte

Die Kato jinja, die auf dem Gelände der Burg Kumamoto liegt und von den Einheimischen liebevoll „Seishoko-san“ genannt wird, verehrt den furchtlosen Feldherrn Kato Kiyomasa-kō aus der Sengoku-Zeit als ihren Haupt-kami. Sie ist nicht nur eine historische Stätte, sondern ein Ort voller Legenden und mysteriöser Episoden.

Grundlegende Informationen
Ort: 2-1 Honmaru, Chuo-ku, Kumamoto-shi, Präfektur Kumamoto (innerhalb der Burg Kumamoto)
Verehrter kami: Kato Kiyomasa-kō
Beigestellte kami: Loyale Vasallen, die im Dienste starben (Ōki Kaneyoshi, Kingan)
Heilige Segnungen (Gori-yaku): Glück im Wettkampf, akademischer Erfolg, Erfolg im Bauwesen, Heilung von Krankheiten (insbesondere Abwendung von Seuchen)

Legenden und Episoden rund um den furchtlosen Feldherrn Kato Kiyomasa
Die unerwartete Verbindung zwischen der ‚Tigerjagd‘ und der Abwendung von Seuchen
Wenn man von Kato Kiyomasa spricht, ist seine ‚Tigerjagd‘ während der Korea-Feldzüge wohlbekannt. Tatsächlich erlangte diese Legende während der Edo-Zeit auf unerwartete Weise kultische Verehrung. Die damals grassierende Cholera erhielt aufgrund ihrer Schrecken den Kanji-Namen ‚Korori‘ (虎狼痢, wörtlich ‚Tiger-Wolf-Durchfall‘). Aus dem Wunsch heraus, dass ‚Kiyomasa-kō, der Tiger getötet hat, sicherlich auch die Cholera besiegen kann‘, verbreitete sich sein Kult als kami zur Abwendung von Seuchen explosionsartig.

Die Tragödie des unbesiegbar starken Attentäters ‚Yokote Goro‘
Eine im Zusammenhang mit dem Bau der Burg Kumamoto überlieferte Legende ist die von Yokote Goro. Er war der überlebende Sohn von Kiyama Danjo, der von Kiyomasa besiegt worden war, und schlich sich als Arbeiter ein, um den Tod seines Vaters zu rächen. Goro besaß eine solche übermenschliche Kraft, dass er einen riesigen Stein, der normalerweise von mehreren Männern getragen wurde, allein um seinen Hals legen und transportieren konnte. Doch seine wahre Identität wurde entdeckt, und während er einen Brunnen in der Burg grub, wurde er von oben mit großen Mengen Kies zugeschüttet und lebendig begraben. Auf dem Gelände der Kato jinja befindet sich bis heute der ‚Yokote Goro no Kubikake-ishi‘ (der Nackenstein von Yokote Goro), ein angeblich von ihm getragener Stein, der eine rätselhafte Präsenz ausstrahlt – sei es aus Groll oder aus Respekt vor Kiyomasa-kō.

Die ‚Wunderbare Aussicht‘, die dem Erdbeben standhielt
Die Burg Kumamoto wurde durch das Kumamoto-Erdbeben 2016 schwer beschädigt. Doch die Kato jinja ist als hervorragender Aussichtspunkt bekannt, von dem aus man den Burgturm (Tenshukaku) und den wichtigen Kulturgut ‚Uto-Yagura‘ (ein Turm) aus nächster Nähe sehen kann. Insbesondere die majestätische Erscheinung des Uto-Yagura, der dem Einsturz entging, wurde zum Symbol des Wiederaufbaus und zeugt von der Robustheit der Steinmauern, die Kiyomasa-kō errichten ließ.

Eine Insider-Geschichte: Der ‚Umzug‘ des jinja
Tatsächlich befand sich die Kato jinja nicht von Anfang an an ihrem heutigen Standort. Als sie ursprünglich im 4. Jahr der Meiji-Zeit (1871) als ‚Kinzan jinja‘ gegründet wurde, lag sie in der Nähe des heutigen Präfektur-Büros von Kumamoto oder in einem anderen Bereich innerhalb der Burg. Aufgrund des Einflusses von Militäreinrichtungen und Straßenbauplänen wurde sie schließlich 1962 (Showa 37) an ihren heutigen Standort im ‚Honmaru‘ (dem Hauptbereich der Burg) verlegt. Kiyomasa-kō kann die von ihm selbst erbaute Burg nun am nächsten überwachen, daher könnte dieser Ort tatsächlich das ‚gelobte Land‘ gewesen sein.

Informationen zur Anime-Pilgerreise (Seichi Junrei)
Die Kato jinja und ihre Umgebung sind auch für Anime-Fans ein Muss.

‚High School Fleet‘ (Haifuri): Im Kinofilm werden das Gelände und die Tori (Schreintore) der Kato jinja dargestellt. Es gibt Szenen, in denen Charaktere den jinja besuchen, was ihn zu einem beliebten Ziel für ‚Seichi Junrei‘ (Pilgerreisen zu Anime-Schauplätzen) für Fans macht.

‚Keroro Gunso‘ (Sgt. Frog): Da der Originalautor Mine Yoshizaki ein mit Kumamoto verbundener Manga-Künstler ist, sind in der Nähe der Kato jinja (z.B. auf dem Ninomaru-Platz) lebensgroße Figuren und Kanaldeckel mit ‚Sgt. Frog in der Verkleidung von Kato Kiyomasa‘ zu finden. Keroro in Samurai-Rüstung ist eine seltene Erscheinung, die man nur hier sehen kann.

‚Touken Ranbu‘: Als Ort, der mit dem ‚Dotanuki Masakuni‘ (einem Schwert), dem berühmten geliebten Schwert von Kato Kiyomasa, verbunden ist, besuchen viele Schwertfans diesen Ort, um Kiyomasa-kō ihren Respekt zu erweisen.

Die Kato jinja ist ein Ort, an dem sich die Schwere der Geschichte und die moderne Popkultur kreuzen. Wenn Sie die Burg Kumamoto besuchen, sollten Sie nicht nur den Burgturm bewundern, sondern sich auch an diesem Ort, an dem der Geist von Kiyomasa-kō ruht, den turbulenten Episoden seines Lebens hingeben.

Von ando