In der Region Hida, umarmt von den Bergen der Nordalpen in Takayama, Präfektur Gifu, befindet sich der Mizunashi Jinja (みずなしじんじゃ), der seit alters her als „Hida Ichinomiya“ verehrt wird. Sobald man ihn betritt, umfängt einen eine stille und kraftvolle Atmosphäre, die frei ist vom Lärm der Stadt. Dieses Mal werden wir die zahlreichen Geheimnisse und Legenden dieses alten Schreins sowie seine tiefe Verbindung zu einem beliebten Anime enthüllen.
Grundlegende Informationen: Der Ichinomiya, der die Schutzgottheit Hidas verehrt
Der Mizunashi Jinja ist der „Ichinomiya“ (höchstrangiger Schrein) der Provinz Hida (heute der nördliche Teil der Präfektur Gifu). Die Hauptgottheit ist Mitoshino Kami (みとしのかみ) sowie die Mizunashi Ōkami (Mizunashi-Gottheiten). Er wird seit alters her als Gott der Landwirtschaft und als Wassergott, die Quelle allen Lebens, verehrt.
Standort: 5323 Ichinomiyamachi, Takayama-shi, Gifu-ken
Go-shintai (Göttlicher Körper): Der 1.529 Meter hohe Berg Kuraiyama (くらいやま), der sich hinter dem Schrein erhebt.
Das Mysterium: Warum ein Schrein „ohne Wasser“?
Es gibt mehrere Theorien über den seltsamen Namen „Mizunashi“ (水無), der „kein Wasser“ bedeutet.
Eine Theorie besagt, dass der Name auf das Phänomen eines „trockenen Flussbetts“ zurückgeht: An dieser Stelle ist das Flussbett des Miyagawa so tief, dass das Wasser unterirdisch verläuft und an der Oberfläche verschwindet.
Eine andere Theorie besagt, dass „mizunashi“ ursprünglich „mizunasu“ (水の成す) bedeutete, was „Ort, an dem Wasser entsteht“ heißt.
Tatsächlich ist der Kuraiyama, der der Go-shintai ist, eine Wasserscheide. Das Wasser, das von hier fließt, mündet einerseits ins Japanische Meer und andererseits in den Pazifik. Es ist also ein Jinja, der über die „Ursprünge des Wassers“ wacht.
Legenden und Hintergrundgeschichten: Der „Shaku“ des Kaisers und das Geheimnis des Kuraiyama
Der Kuraiyama, der Go-shintai des Mizunashi Jinja, hat eine tiefe Verbindung zum Kaiserhaus.
Seit alters her ist es Brauch, dass das Holz des in Kuraiyama heimischen Eibenbaumes (Ichii) als Material für den „Shaku“ (笏), den der Kaiser bei seiner Thronbesteigung in der Hand hält, dargebracht wird. Daher wird der Berg selbst als „Berg, der Rang (kurai) verleiht“ verehrt.
Zudem gibt es auf dem Kuraiyama zahlreiche Megalithen (Iwakura), von denen man annimmt, dass sie antike Kultstätten waren. Sein Magnetfeld ist so stark und mysteriös, dass unter einigen Enthusiasten sogar urbane Legenden wie die „Pyramidentheorie“ oder die „Kommunikationsstätte mit dem Kosmos“ kursieren.
Die Kehrseite der Geschichte: Das Vorbild für Shimazaki Tosons „Yoake Mae“
Für Literaturliebhaber ist die Verbindung zum berühmten Schriftsteller Shimazaki Toson nicht zu übersehen. Das Vorbild für Aoyama Hanzo, die Hauptfigur in Tosons Meisterwerk „Yoake Mae“ (Vor der Morgendämmerung), war sein leiblicher Vater, Shimazaki Masaki.
Dieser war tatsächlich von der Bakumatsu-Zeit bis zur Meiji-Zeit Priester (Gūji) des Mizunashi Jinja. Wenn man bedenkt, dass die Spuren dieses Priesters, der in einer turbulenten Zeit zwischen Ideal und Realität litt, irgendwo auf diesem Gelände eingeprägt sind, wird der Besuch noch ergreifender.
Pilgerreise zu heiligen Stätten: Den Höhepunkt des Anime „Hyouka“ nacherleben
Der Mizunashi Jinja ist auch als heilige Stätte des beliebten Anime „Hyouka“ (basierend auf Hoshikazu Yonezawas Original) sehr bekannt.
Insbesondere das „Ikibina-Matsuri“ (Lebendes Hina-Puppenfest), das Schauplatz der letzten Episode „Toomawari Suru Hina“ (Die umgekehrte Hina-Puppe) war, basiert auf einem Shinto-Ritual (shinji), das tatsächlich jedes Jahr am 3. April stattfindet.
Ikibina-Matsuri: Ein wunderschönes Fest, das wie ein Heian-Zeitalter-Bildrolle wirkt, bei dem unverheiratete Frauen, die aus der gesamten Hida-Region ausgewählt wurden, als Odairi-sama und Ohina-sama verkleidet durch das Schreingelände ziehen.
Highlights: Das im Anime dargestellte Schreingebäude und die Landschaft des Sando (Zugangsweg), den Oreki Hōtarō und Chitanda Eru entlanggingen, sind originalgetreu erhalten geblieben und ermöglichen es Fans, „diese berührende Szene“ noch einmal zu erleben.
Darüber hinaus wird der Mizunashi Jinja in der Region Hida, die Gerüchten zufolge auch eines der Vorbilder für den Schauplatz des Blockbuster-Films „Kimi no Na wa.“ (Your Name.) ist, aufgrund seiner feierlichen Atmosphäre als Ort geschätzt, der die Welt des Werkes spürbar macht.
Besuchstipps
Auf dem Schreingelände ragt eine riesige Zeder empor, die über 800 Jahre alt sein soll, und ihre Lebenskraft ist überwältigend. Es gibt auch eine Statue eines „Shinme“ (Göttliches Pferd), die der Legende nach von Shimazu Sakon, einem Feldherrn der Sengoku-Zeit, gestiftet wurde, und die die Schwere der Geschichte spürbar macht.
Der Mizunashi Jinja ist ein Ort, an dem die reiche Natur Hidas, ein uralter Glaube und die moderne Anime-Kultur aufeinandertreffen. Warum nicht bei Ihrem Besuch in Takayama einen kleinen Abstecher machen und diesen mysteriösen Ichinomiya besuchen?
Verwandte Links und Referenzen
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