Eines der drei großen Wunder Japans! Die Geheimnisse und der Reiz des Okama Jinja in Shiogama, der Ruhestätte des „Vier-Mund-Götterkessels“, der Unheil prophezeit.

In der Stadt Shiogama in der Präfektur Miyagi, in unmittelbarer Nähe zum geschäftigen Shiwahiko jinja und Shiogama jinja, liegt ein jinja, der unauffällig wirkt, aber eine überwältigende Präsenz ausstrahlt. Das ist der Okama jinja.

Dies ist kein gewöhnlicher jinja. Hier thront ein mysteriöser Kessel, der als eines der „Drei Großen Mysterien Japans“ (Nihon Sanki), ein uraltes Rätsel, gilt und seit jeher von den Menschen mit Ehrfurcht betrachtet wird. Dieses Mal stellen wir Ihnen die erstaunlichen Legenden, die sich um diesen jinja ranken, sowie faszinierende Episoden im Zusammenhang mit der großen Erdbebenkatastrophe vor.

Grundlegende Informationen

Standort: Honcho 6-1, Shiogama-shi, Präfektur Miyagi
Verehrter kami: Shiotsuchi-no-Oji-no-kami
Hintergrund: Ein Nebenschrein (massha) außerhalb des Hauptgeländes des Shiogama jinja. Es wird überliefert, dass dies der Ort ist, an dem in Japan zum ersten Mal Salz hergestellt wurde, und dies ist auch der Ursprung des Ortsnamens „Shiogama“ (Salzkessel).

Das Mysterium des „Vierfachen göttlichen Kessels“ (Yonku no Shinkama), eines der Drei Großen Mysterien Japans

Die größte Attraktion des Okama jinja ist der „Vierfache göttliche Kessel“ (Yonku no Shinkama), der in der Opfereinrichtung auf dem Schreingelände aufbewahrt wird. Er wird zusammen mit dem „Ishi no Houden“ (Steinpalast) in der Präfektur Hyogo und dem „Amanosakahoko“ (Umgekehrter Speer des Himmels) in der Präfektur Miyazaki zu den Drei Großen Mysterien Japans gezählt.

Diese vier eisernen Kessel besitzen geheimnisvolle Eigenschaften, die sich wissenschaftlich nicht erklären lassen.

1. Das Wasser versiegt nicht und läuft nicht über: Obwohl die Kessel an einem unbedachten Ort stehen, heißt es, dass das Wasser selbst bei Dürre nicht versiegt und bei starkem Regen nicht überläuft.

2. Die „Wasserfarbe“ sagt Katastrophen voraus: Es wird gesagt, dass sich die Farbe des Wassers in den Kesseln ändert, bevor große Veränderungen in der Welt eintreten. In der Edo-Zeit wurde diese Prophezeiung so ernst genommen, dass es sogar eine Regel gab, die Farbänderung des Wassers dem Sendai-Lehen zu melden.

Das Große Erdbeben Ostjapans und das „transparent gewordene Wasser“

Die Kraft dieser Prophezeiung wird bis heute überliefert. Am Morgen des 11. März 2011, dem Tag, an dem das Große Erdbeben in Ostjapan stattfand, stellte die Person, die die göttlichen Kessel verwaltet, fest, dass das normalerweise rötlich-braun trübe Wasser in zwei der vier Kessel „so transparent und klar war, dass man den Boden sehen konnte“.

Noch erstaunlicher ist die Episode, dass der gewaltige Tsunami, der die Stadt Shiogama traf, sich direkt vor dem Okama jinja in zwei Arme teilte und der jinja selbst von den Überflutungsschäden verschont blieb. Dies vertiefte den Glauben der Einheimischen an diesen Ort als einen Ort, an dem ein kami wohnt, noch weiter.

Das „Moshioyaki Shinji“, das die Weisheit des Altertums vermittelt

Das „Moshioyaki Shinji“ (Seegras-Salz-Brennritual), das jedes Jahr vom 4. bis 6. Juli stattfindet, ist ein sehr seltenes Ritual, das auch als immaterielles Volkskulturgut der Präfektur Miyagi ausgewiesen ist.

Es ist eine Nachstellung der alten Methode der Salzgewinnung, die der verehrte kami Shiotsuchi-no-Oji-no-kami den Menschen überliefert haben soll, und dabei wird Salz unter Verwendung von Seegras (Hondawara) gebrannt. Das bei diesem Ritual gewonnene „Moshio“ (Algen-Salz) ist sehr wertvoll und wird auch bei den jährlichen Festen des Shiogama jinja geopfert.

Pilgerreise zu den heiligen Stätten des Anime „Kannagi“

Die Stadt Shiogama, in der sich der Okama jinja befindet, und die angrenzende Stadt Shichigahama sind auch als Schauplätze (heilige Stätten) des beliebten Anime „Kannagi“ bekannt.

Das Hauptvorbild war der Hanabusa jinja in Shichigahama, doch die Stadtlandschaft, in der die Geschichte spielt, basiert auf der Umgebung von Shiogama, und der Okama jinja ist ebenfalls ein beliebter Punkt auf den Pilgerrouten der Fans. Die mystische Atmosphäre der „Ubusunagami“ (Schutzgott des Geburtsortes), die in dem Werk mitschwingt, überschneidet sich tatsächlich mit der Stimmung dieses Okama jinja.

Tipps für den Besuch

Um die göttlichen Kessel zu besichtigen, müssen Sie im Schreindienstbüro eine Spende (Hatsuhoryo) von 100 Yen entrichten. Normalerweise ist die Tür zur Opfereinrichtung verschlossen, aber nach der Spende wird sie geöffnet, sodass Sie die mysteriösen Kessel aus nächster Nähe betrachten können (Bitte beachten Sie, dass das Fotografieren im Inneren nicht gestattet ist).

Wenn Sie die Stadt Shiogama besuchen, statten Sie nicht nur dem Shiogama jinja einen Besuch ab, sondern machen Sie unbedingt auch einen Abstecher zum Okama jinja, der als „Ursprungsort des Stadtnamens“ und „Ort der Prophezeiung“ bekannt ist. Dort wartet ein uraltes Rätsel auf Sie, das noch immer lebendig ist.

Von ando