Hirota Jinja, der älteste Schrein in der Präfektur Hyogo. Es ist die heilige Stätte der Hanshin Tigers und ein geheimnisvoller Ort, an dem die ‚Aramitama‘ eines Kami verweilt.

Der Hirota Jinja (Hirota-Schrein), gelegen in Nishinomiya-shi, Präfektur Hyogo, ist ein bedeutender Jinja, dessen Gründung bereits im Nihon Shoki (Chroniken Japans) erwähnt wird und der sich als ältester Jinja der Präfektur Hyogo rühmt. Er ist nicht nur ein altertümlicher Jinja, sondern auch als „Kami des Sieges“ bekannt, den die Profibaseballmannschaft Hanshin Tigers jedes Jahr für Gebete um den Sieg aufsucht, und fungiert darüber hinaus als Pilgerstätte für einen beliebten Anime.

In diesem Artikel werden wir die Legenden und Geheimnisse rund um den Hirota Jinja sowie überraschende Hintergrundgeschichten im Detail beleuchten.

Grundlegende Informationen: Standort: 7-7 Taisha-cho, Nishinomiya-shi, Hyogo. Hauptverehrter Kami: Amaterasu Omikami Aramitama (auch bekannt als: Tsukisakaki Itsunomitama Amasakaru Mukatsuhime no Mikoto). Gründung: Erstes Jahr der Regentschaft der Kaiserin Jingu (201 n. Chr.).

Kaiserin Jingus Schiff kam zum Stillstand? Das Geheimnis der Verehrung des „Aramitama“

Um die Gründung des Hirota Jinja rankt sich eine sehr dramatische Legende.

Auf ihrer Rückreise von der Sankan Seibatsu (Expedition gegen die Drei Königreiche Koreas), als Kaiserin Jingu ihr Schiff in Richtung des Hafens von Naniwa steuerte, begann das Schiff plötzlich, sich auf offener See im Kreis zu drehen und konnte keinen einzigen Zentimeter vorankommen.

Daraufhin bat sie um einen göttlichen Orakelspruch. Amaterasu Omikami übermittelte die Botschaft: „Verehre mein ‚Aramitama‘ nicht in der Nähe der Kaiserin, sondern im Land Hirota.“ Das „Aramitama“ (荒御魂) bezeichnet den kühnen, aktiven und manchmal sogar wilden, energiereichen Aspekt eines Kami, im Gegensatz zu dessen sanfter und ruhiger Seite (Nigimitama).

Während der Ise Jingu das „Nigimitama“ verehrt, ist der Hirota Jinja der Ort, der dieses mächtige „Aramitama“ direkt verehrt. Aus diesem Grund wird er seit alters her als Kraftort verehrt, der die Fähigkeit besitzt, nationale Krisen zu überwinden.

Der Ursprung des Ortsnamens „Nishinomiya“ liegt hier

Tatsächlich hat der Name der Stadt Nishinomiya seinen Ursprung im Hirota Jinja.

In der Heian-Zeit wurde der Hirota Jinja „Nishi no Miya“ (西の宮, westlicher Jinja) genannt, da er, von der Hauptstadt Kyoto aus gesehen, ein besonderer Jinja im Westen war. Dieser Name „Nishinomiya“ wurde schließlich zum Ortsnamen der Gegend um den Jinja und führte zum heutigen Stadtnamen.

Einst war der heutige Nishinomiya Jinja (Ebessan) zeitweise ein Sessha (Nebenschrein, genauer gesagt der Nangu, südlicher Schrein) des Hirota Jinja, was darauf hindeutet, dass dieses gesamte Gebiet einst eine sehr ausgedehnte heilige Stätte (Shiniki) war.

Die tiefe Verbundenheit der Hanshin Tigers mit dem „Siegesglück“

Wenn man an den Hirota Jinja denkt, werden viele wahrscheinlich die Gebete der Hanshin Tigers für den Sieg assoziieren.

Diese Tradition besteht seit 1936 (Showa 11), dem Gründungsjahr des Vorgängerteams „Osaka Tigers“. Nach ihrer Gründungszeremonie begaben sich alle Spieler und Führungskräfte zuerst zum Hirota Jinja.

Da der Hauptverehrte Kami das „Aramitama“ ist, ein Kami, der besonders stark in Wettkampfangelegenheiten ist, ist der Anblick, wie der Manager und die Spieler vor Beginn der Saison gemeinsam zum Hirota Jinja pilgern, mittlerweile zu einem festen Bestandteil der lokalen Bräuche Nishinomiyas geworden.

Pilgerreise zum heiligen Ort des Anime „Die Melancholie der Haruhi Suzumiya“

Der Hirota Jinja ist auch als heiliger Ort für den legendären Anime „Die Melancholie der Haruhi Suzumiya“ bekannt, der in Nishinomiya spielt.

Er erscheint in Episoden wie „Endless Eight“ und „Das Seufzen der Haruhi Suzumiya“. Besonders berühmt unter den Fans sind die Szenen, in denen Haruhi und ihre Freunde versuchen, Tauben auf dem Schreingelände für ihren Independent-Film fliegen zu lassen, und dabei vom Shinto-Priester ausgeschimpft werden.

Darüber hinaus wird in der Spin-off-Serie „Das Verschwinden der Nagato Yuki-chan“ die Landschaft vor der Haiden (Gebetshalle) originalgetreu als Treffpunkt für Kyon und seine Freunde dargestellt.

Der verborgene Schatz „Kenju“ und 20.000 Azaleenbüsche

Im Hirota Jinja wird der legendäre Juwel „Kenju“ (剣珠) aufbewahrt, der von Kaiserin Jingu aus dem Meer geborgen worden sein soll. Es handelt sich um einen mysteriösen Edelstein mit einer schwertähnlichen Rissbildung im Inneren eines Kristalls, der als „verborgener Schatz“ bekannt ist und selten öffentlich gezeigt wird.

Im Frühling sollte man auch die „Kobano Mitsuba Tsutsuji“ (eine Azaleenart) nicht verpassen, die das Schreingelände schmücken. Etwa 20.000 Büsche wachsen hier in Gruppen und sind als Naturdenkmal der Präfektur Hyogo ausgewiesen. Der Anblick der gesamten Fläche, die in einem lebhaften purpurfarbenen Pink erstrahlt, ist atemberaubend. Auch der Botaniker Dr. Tomitaro Makino besuchte diesen Ort und widmete seine Schönheit einem Gedicht.

Die Tiefe der Geschichte, die göttliche Wirkung in Wettkampfangelegenheiten und der Reiz als Anime-Schauplatz.

Der Hirota Jinja ist ein wundersamer Ort, der bei jedem Besuch neue Entdeckungen bereithält. Auch wenn Sie kein Hanshin-Fan sind, warum besuchen Sie ihn nicht einmal, um die mächtige Energie seines „Aramitama“ zu empfangen?

Von ando