Der Saruga Jinja (Jinja) in Hirakawa City, Präfektur Aomori, ist eine der führenden spirituellen Stätten der Tsugaru-Region und blickt auf eine über 1200-jährige Geschichte zurück. Auf seinem weitläufigen Gelände erstreckt sich ein mystischer Teich, und seit alters her hat er als Schutzgottheit für Landwirtschaft, Verkehrssicherheit und insbesondere als „Schutz-Kami der Augen“ tiefe Verehrung erfahren. Doch hinter dieser wunderschönen Landschaft verbergen sich schaurige Legenden und faszinierende Mysterien.
Grundlegende Informationen
Standort: Saruga Ishibayashi 175, Hirakawa City, Aomori Prefecture. Hauptkami: Kamitsukenu-no-kimi Tamichi-no-mikoto. Gründung: Angeblich Enryaku 12 (793 n. Chr.) / Bau des Schreingebäudes: Daido 2 (807 n. Chr.).
Eine Leiche wird zu einer Riesenschlange? Die schreckliche Legende, die „Shinshagu“ genannt wurde
Tamichi-no-mikoto, der Hauptkami des Saruga Jinja, war ein General, der zur Zeit des Kaisers Nintoku entsandt wurde, um einen Aufstand in der Tohoku-Region niederzuschlagen. Doch während einer Schlacht wurde er von einem Giftpfeil getroffen und starb.
Hier beginnt das Geheimnis. Die Legende besagt, dass als Feinde (Ezo) versuchten, sein Grab zu schänden, sich Tamichi-no-mikotos Leiche in eine „riesige Schlange“ verwandelte, die giftige Dämpfe ausstieß und die Feinde vertrieb.
Aus diesem Grund wurde der Jinja einst „Shinshagu“ (Schlangen-Kami-Palast) genannt, und noch heute sind auf dem Gelände überall Motive zu sehen, die Drachen und Schlangen ehren. Dass er als Schutz-Kami für Menschen gilt, die im Jahr des Drachen oder der Schlange geboren wurden, geht ebenfalls auf diese Schlangen-Kami-Legende zurück.
Der Kami, der auf einem weißen Pferd kam
Gemäß den Schreinerinnerungen war der Kami-Geist von Tamichi-no-mikoto nicht von Anfang an an diesem Ort. Es heißt, dass während einer großen Flut im Jahr 567 der Kami-Geist „auf einem weißen Pferd ritt und einen Baumstamm als Boot nutzte“, sich dem Strom anvertraute und den heutigen Ort Saruga erreichte. Die Verehrung dieses Geistes in einer Höhle eines alten Baumes durch die Bewohner gilt als Ursprung des heutigen Jinja.
Das Geheimnis des Kagami-ga-ike-Teichs, in dem „einäugige Fische“ schwimmen
Über den „Kagami-ga-ike“-Teich (Spiegelteich) auf dem Gelände wird eine etwas traurige, mysteriöse Geschichte erzählt. Es heißt, dass der Kami von Saruga einst stolperte und fiel, sich dabei mit der Schale einer Udo-Pflanze (japanischer Spargel) ins Auge stieß und einäugig wurde. Seitdem besagt die Überlieferung, dass die Fische, die in diesem Teich leben, als Stellvertreter des Kami „einäugig“ geboren werden. Aufgrund dieser Legende gibt es noch heute den einzigartigen Brauch, dass Besucher, die um Heilung von Augenkrankheiten beten, den Verzehr von „Udo“, den der Kami angeblich nicht mag, meiden.
Die nördliche Grenze der japanischen Lotusblume und der heilige Ort von „Flying Witch“
Ein Symbol des Saruga Jinja sind die Lotusblumen, die den Kagami-ga-ike-Teich bedecken. Es wird gesagt, dass dies die nördlichste Massenwachstumsstätte der „Waren“ (japanischer Lotus) in Japan ist, und der Anblick der hellrosafarbenen Blüten, die von Mitte Juli bis Ende August die Wasseroberfläche schmücken, ist atemberaubend.
Diese fantastische Landschaft ist auch für Anime-Fans ein besonderer Ort.
Zugehöriger Anime: „Flying Witch“. Das Saruga Jinja erscheint in Episode 11 des beliebten Animes „Flying Witch“, der in und um Hirosaki City in der Präfektur Aomori spielt. Die Szene zeigt die Hauptfigur Makoto und ihre Freunde, wie sie den Kagami-ga-ike-Teich mit seinen blühenden Lotusblumen besuchen und die rote Brücke überqueren, die zum „Munakata Jinja“ führt, das in der Mitte des Teiches liegt. Besucher können die Szenerie, die genau der idyllischen Atmosphäre des Animes entspricht, als echten „heiligen Ort“ genießen.
Der angrenzende „Seibien“-Garten gilt zudem als eines der Modelle für den Schauplatz des Studio Ghibli-Films „Arrietty – Die wundersame Welt der Borger“ und ist ein beliebter Ort, den viele Fans ebenfalls besuchen.
Höhepunkte des Besuchs
Die Haupthalle, ein Bauwerk aus der späten Edo-Zeit, ist als wichtiges Kulturgut der Präfektur Aomori ausgewiesen. Die kraftvollen „A-un-Drachen“-Schnitzereien an der Vorderseite scheinen jeden Moment zum Leben zu erwachen und strahlen die Würde einer Schlangen-Kami-Inkarnation aus.
Während der Lotusblütensaison im Sommer werden auch limitierte Goshuin (rote Siegelabdrücke) ausgegeben. Warum also nicht die schönen Blumen und die Geschichte genießen, während man über die geheimnisvollen Legenden nachdenkt?
Weiterführende Links und Referenzen
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