Die Schatzkammer des Meeres und die verbotene Insel: Das Geheimnis der drei Göttinnen, die im Weltkulturerbe Munakata Taisha ruhen

Grundlegende Informationen

Name: Munakata Taisha (munakata taisha)
Standort: Tajima 2331, Munakata City, Präfektur Fukuoka (Hetsumiya)
Verehrte Kami: Munakata Sanjojin (Tagorihime-no-kami, Tagitsuhime-no-kami, Ichikishimahime-no-kami)
Struktur: Eine Sammelbezeichnung für die drei Schreine: Okitsumiya auf Okinoshima, Nakatsumiya auf Oshima und Hetsumiya auf dem Festland von Kyushu.
Welterbe: 2017 als „Die heilige Insel Okinoshima und zugehörige Stätten in der Region Munakata“ registriert.

„Oiwazusama“ und die verbotene Insel Okinoshima

Die mystischste Präsenz von Munakata Taisha ist Okitsumiya, das sich auf Okinoshima befindet, einer einsamen Insel im offenen Meer, etwa 60 km vom Festland entfernt. Die gesamte Insel wird als Kami angesehen und ist seit der Antike durch strenge Kinki (Tabus) geschützt.

Frauen dürfen nicht an Land gehen: Frauen ist es seit alter Zeit verboten, die Insel zu betreten.
Misogi in Nacktheit: Selbst für Männer ist es zwingend erforderlich, vor der Landung alle Kleider abzulegen und sich im Meer durch ein Misogi (rituelle Reinigung) zu läutern.
Oiwazusama: Ein Gebot, das verbietet, über alles, was auf der Insel gesehen oder gehört wurde, zu sprechen. Aus diesem Grund blieben die Details der Insel lange Zeit ein Geheimnis.
Das Mitnehmen auch nur eines Baumes, Grashalms oder Steins ist verboten: Es ist nicht gestattet, auch nur einen einzigen heruntergefallenen Stein oder ein Blatt mit nach Hause zu nehmen.

„Das Shosoin des Meeres“: Die erstaunliche Tatsache von 80.000 Nationalschätzen

Auf Okinoshima wurden vom 4. bis 9. Jahrhundert groß angelegte nationale Rituale durchgeführt. Bei Untersuchungen in der Showa-Ära wurden in Felsnischen zahlreiche Opfergaben wie Goldringe, Fragmente von geschliffenem Glas, Spiegel und Waffen entdeckt. Erstaunlich ist, dass alle rund 80.000 ausgegrabenen Artefakte als Nationalschätze ausgewiesen wurden. Aufgrund ihrer unglaublichen Qualität und Menge wird Okinoshima als „Das Shosoin des Meeres“ bezeichnet. Einige dieser kostbaren Schätze können im Shinpo-kan (Schatzmuseum) in Hetsumiya besichtigt werden.

Das Geheimnis des „Weges der Kami“, der in einer geraden Linie verläuft

Verbindet man die drei Schreine von Munakata Taisha (Hetsumiya, Nakatsumiya, Okitsumiya) auf einer Karte, so liegen sie bemerkenswert exakt in einer geraden Linie. Verlängert man diese Linie weiter nach Nordwesten, so führt sie zur Koreanischen Halbinsel und zu den Stätten antiker Zivilisationen. Dies wird nicht als bloßer Zufall angesehen, sondern als Beweis dafür, dass die Menschen der Antike diese drei Schreine als wichtige Navigationshilfen für ihren Austausch mit dem Kontinent nutzten.

Takamiya Saisho: Eine heilige Stätte ohne Schreingebäude

Tief auf dem Gelände von Hetsumiya, in einem stillen Wald, liegt der Takamiya Saisho (Ritualplatz Takamiya). Dieser Ort soll der Überlieferung nach der Landeplatz der Munakata Sanjojin gewesen sein, doch erstaunlicherweise gibt es dort kein Schreingebäude (Shaden). Es ist ein in Japan sehr seltener Ort, der die alte Form der Verehrung mit lediglich angeordneten geschlagenen Steinen bis heute bewahrt und an dem auch heute noch wichtige Shinto-Rituale durchgeführt werden. Gerade weil es kein Gebäude gibt, ist es ein Kraftort, an dem man die Energie eines ursprünglichen Glaubens, dass Kami in der Natur selbst wohnen, hautnah spüren kann.

Informationen zur Anime-Pilgerreise

Munakata Taisha ist auch als Pilgerstätte für den landesweit beliebten Anime „Detektiv Conan“ bekannt.

In Episode 931, „Kitakyushu Mystery Tour (Kokura Arc)“, gibt es eine Szene, in der die Heldin Ran Mouri Munakata Taisha alleine besucht. Das Torii und die Haupthalle (Honden) von Hetsumiya sind im Werk detailgetreu dargestellt, und Fans sind zu sehen, wie sie Fotos aus den gleichen Winkeln machen.
Darüber hinaus wurde im Rahmen des „Umi no Minwa no Machi Project“ (Projekt der Meeresvolksmärchenstädte) der Nippon Foundation eine Kurzanimation mit dem Titel „Die Munakata Sanjojin und Okinoshima“ produziert, die auf den Legenden der Munakata Sanjojin und Okinoshima basiert und die lokalen Mythen auf leicht verständliche Weise vermittelt.

Von ando