Das mystische Heiligtum „Kinbu-gu“, das in einer Tropfsteinhöhle thront – das Geheimnis der Ryukyu Hachi-sha, wo die Legende der Riesenschlange und Awamori ruhen.

Grundlegende Informationen

Name: Kingu Jinja (Kingu)
Standort: 222 Kin, Kin-cho, Kunigami-gun, Präfektur Okinawa (innerhalb des Geländes des Kin Kannon-ji Tempels)
Go-saijin (verehrte kami): Kumano Gongen (Izanami no Mikoto, Hayatamao no Mikoto, Kotosakaono Mikoto)
Status: Einer der Ryukyu Hachisha (Acht Schreine von Ryukyu)

Das Kingu Jinja, gelegen in Kin-cho im Norden der Hauptinsel Okinawa, ist der nördlichste Jinja unter den Ryukyu Hachisha (Acht Schreine von Ryukyu), die während der Zeit des Königreichs Ryukyu besonderen Schutz von der königlichen Regierung erhielten. Sein herausragendstes Merkmal ist, dass sein shaden (Hauptgebäude) in einer Kalksteinhöhle namens Nisshu-do verankert ist. Es bewahrt noch heute die Form des Shinbutsu Shugo, einer Verschmelzung von Shinto und Buddhismus, die mit dem angrenzenden Kin Kannon-ji Tempel eine Einheit bildet. Die Höhle selbst ist ein heiliger Ort voller ursprünglicher und mysteriöser Atmosphäre, wo sie wie die verehrte kami (Go-shintai) wirkt.

Die Legende von Priester Nisshu Shonin und der „Tötung der großen Schlange“

Die Gründung des Kingu Jinja ist eng mit der Legende von Priester Nisshu Shonin verbunden, einem Mönch, der im 16. Jahrhundert nach Abschluss seiner asketischen Praxis des Fudaraku Tokai von Kishu (Präfektur Wakayama) nach Kin strandete.

Der Überlieferung nach hauste einst eine schreckliche große Schlange in der Kalksteinhöhle dieser Gegend. Sie entführte junge Dorfmädchen und fraß ihre Lebern, wodurch sie die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Als Priester Nisshu Shonin davon erfuhr, rezitierte er hingebungsvoll Sutras vor der Höhle. Es heißt, er habe die große Schlange durch seine Horiki (spirituelle Kraft) tief in der Höhle versiegelt.

Aufgrund dieser Legende wurde das Kingu Jinja als ein starker spiritueller Ort (Power Spot) bekannt, der die Kraft besitzt, Unglücke zu bannen und zu reinigen.

Eine Hintergrundgeschichte: Das Awamori Kusu-Lager in der Kalksteinhöhle

Die Kalksteinhöhle Nisshu-do, in der das Kingu Jinja verankert ist, birgt neben ihrer Rolle als Jinja noch eine weitere einzigartige Besonderheit. Nämlich, dass das Innere der Höhle als Awamori Kusu-Lager genutzt wird.

Die Temperatur in der Höhle bleibt das ganze Jahr über konstant bei etwa 18 Grad Celsius, was eine optimale Umgebung für die Reifung von Awamori bietet. Im Jahr 1988 wurde sie als Japans erstes Kalksteinhöhlen-Kusu-Lager eingerichtet. Auch heute noch warten viele Flaschen Awamori und die lokale Spezialität tofuyo (fermentierter Tofu) dort geduldig auf ihre Reifezeit.

Wenn Sie die Treppen zum Gebet hinabsteigen, können Sie das Bild von ordentlich aufgereihten Awamori-Flaschen direkt neben dem heiligen hokora (kleiner Schrein) sehen. So erleben Sie einen geheimnisvollen Raum, der einzigartig für Okinawa ist und in dem Glaube und Alltagskultur miteinander verschmelzen.

Das „Wunderbare Holzgebäude“, das den Kriegswirren entging

Die hondo (Haupthalle) des Kin Kannon-ji Tempels, in dem sich das Kingu Jinja befindet, ist ein wertvolles Gebäude, das während der Schlacht um Okinawa wie durch ein Wunder unversehrt blieb. Während viele alte Holzgebäude auf der Hauptinsel Okinawa verloren gingen, bewahrt es noch heute sein Aussehen aus dem Jahr 1942, als es wiederaufgebaut wurde.

Es existiert auch die Anekdote, dass ein damals dort stationierter US-Offizier seinen Wert als Kulturgut erkannte und dessen Zerstörung verbot. Die starke Energie, die die Kriegswirren überstanden hat, wacht noch heute, zusammen mit den alten, riesigen Fukugi-Bäumen auf dem Gelände, still über die Besucher.

Mysterium: Ein Reinigungsort für die Rückkehr in den Mutterleib (Botaikaiki)

Aus spiritueller Sicht wird die Kalksteinhöhle des Kingu Jinja als „Mutterleib“ betrachtet. Das Betreten der Höhle zum Gebet und das anschließende Heraustreten ins Licht symbolisieren eine „Wiedergeburt“ (Botaikaiki, Rückkehr in den Mutterleib).

Wenn man vom hinteren Teil der Höhle zum Ausgang blickt, erscheint der einzelne Lichtstrahl, der in die Dunkelheit fällt, äußerst göttlich. Viele Besucher sprechen davon, dass ihre Herzen gereinigt wurden oder ihre Verwirrung verschwunden ist, was von der mysteriösen Anziehungskraft dieses Ortes zeugt.

Von ando