Das geheimnisvolle alte jinja ‚Kinbu-gū‘, das in einer Tropfsteinhöhle ruht – der einzige Power Spot unter den Ryūkyū Hachisha, der sich durch seine Einzigartigkeit abhebt.

Grundlegende Informationen

Standort: 222 Kin, Kin-cho, Kunigami-gun, Präfektur Okinawa (auf dem Gelände des Kin Kannonji Tempels)
Verehrte Kami: Izanami-no-Mikoto, Hayatamao-no-Mikoto, Kotosakao-no-Mikoto (*Kumano Gongen)
Status: Eines der Ryukyu Hachisha (Acht Schreine von Ryukyu)

Das Geheimnis des einzigen der Ryukyu Hachisha „außerhalb von Naha“

Auf Okinawa gibt es acht jinja, die als „Ryukyu Hachisha“ (Acht Schreine von Ryukyu) bekannt sind und während der Zeit des Ryukyu-Königreichs eine besondere Behandlung von der Königsregierung erhielten. Die meisten davon konzentrieren sich um die Stadt Naha, doch das einzige, das im weit entfernten Kin-cho im nördlichen Teil der Hauptinsel liegt, ist dieser jinja „Kingu“.

Warum befindet sich nur dieser eine an einem so abgelegenen Ort? Der Grund dafür soll sein, dass diese Gegend seit alters her ein Stützpunkt für „Fudaraku Tokai“ war – eine lebensgefährliche asketische Praxis, bei der man in kleinen Booten aufs Meer hinausfuhr, um das Reine Land (Jodo) zu erreichen.

Kein Schrein-Hauptgebäude? Die ungewöhnliche Form, bei der die Tropfsteinhöhle selbst ein heiliger Bereich ist

Das größte Merkmal von Kingu ist, dass es kein prächtiges Shaden (Schrein-Hauptgebäude) oberirdisch besitzt. Stattdessen ist ein kleiner Schrein (Hokora) still in einer riesigen Tropfsteinhöhle namens „Nisshu-do“ verborgen, die sich auf dem Gelände des Kin Kannonji Tempels befindet. Diese Höhle erstreckt sich über etwa 270 Meter Länge und reicht bis zu 30 Meter tief unter die Erde.

Während man die Treppen hinabsteigt, wird die Luft angenehm kühl, und die feuchten Felswände sowie das Geräusch tropfenden Wassers erzeugen eine heilige Atmosphäre, die von der Außenwelt vollkommen abgeschirmt ist. Es ist wahrlich ein einzigartiger Ort, an dem sich der alte okinawische Glaube, dass „die Natur selbst kami ist“, mit dem Kumano-Glauben vom japanischen Festland vermischt.

Legende: Der hochrangige Priester, der das Dorf rettete, und die „Bezwingung der Riesenschlange“

Mit der Gründung von Kingu ist die Legende des hochrangigen Priesters Nisshu Shonin verbunden, der im 16. Jahrhundert aus Wakayama hierher trieb.

Damals gab es eine schreckliche Überlieferung, dass eine riesige Schlange (Uwaanchi) in dieser Tropfsteinhöhle lebte und junge Mädchen aus dem Dorf entführte und fraß. Während die Dorfbewohner vor Angst zitterten, soll Nisshu Shonin vor der Höhle Sutren rezitiert und die riesige Schlange mit seiner spirituellen Kraft versiegelt haben.

Auch heute noch werden im Inneren der Höhle Gottheiten als „Kin Gongen“ verehrt, und in dieser Stille spürt man eine seltsame Schwere, als ob die Schrecken der Vergangenheit dort versiegelt wären.

Hintergrundgeschichten: „Awamori“, der im heiligen Bereich reift, und der „Weg nach Shuri“

Dieses Kingu (Nisshu-do) birgt interessante Anekdoten aus der heutigen Zeit.

Da die Temperatur in der Höhle das ganze Jahr über konstant bei etwa 18 Grad Celsius gehalten wird, dient sie tatsächlich als Reifekeller für „Awamori“. Im hinteren Teil der Höhle stehen Tausende von Awamori-Flaschen in Reih und Glied und warten still darauf, zu „Kusu“ (gereiftem Awamori) zu werden. Ein Alkohol, der in einem heiligen Bereich reift – das hat doch etwas sehr Romantisches, nicht wahr?

Außerdem existiert in dieser Höhle seit alters her die urbane Legende, dass „der Ausgang bis zur Burg Shuri führt“. Obwohl sie tatsächlich nur etwa 270 Meter lang ist, mögen die Menschen von früher angesichts der immensen Tiefe und Dunkelheit geglaubt haben, dass es sich um einen mystischen Pfad handelte, der bis zur weit entfernten Königsresidenz führt.

Hinweise für den Besuch

Es wird gesagt, dass Kingu weniger ein Ort ist, um Wünsche zu erfüllen, sondern vielmehr dazu dient, „die eigenen Zweifel abzulegen und seinen Geist zu ordnen“. Der Weg zum Haisho (Gebetsort) im tiefsten Teil der Höhle ist etwas steil, doch das Licht des Ausgangs, das man von dort aus sieht, verleiht ein erfrischendes Gefühl, als wäre man wiedergeboren.

Auch der Geburtsort des berühmten „Taco Rice“, einer Spezialität von Kin-cho, liegt ganz in der Nähe. Wie wäre es also, nach Ihrem Besuch das exotische Flair der Stadt zu genießen?

Von ando