Kiryu in der Präfektur Gunma ist seit jeher als Stadt der Textilindustrie bekannt, mit dem Sprichwort „Nishijin im Westen, Kiryu im Osten“. Am nördlichen Ende dieser Stadtlandschaft befindet sich der Kiryu Tenmangu jinja (Kiryu Tenmangu), der seit langem die Entwicklung der Stadt stillschweigend beobachtet. In diesem Artikel erkunden wir den Reiz und die Geheimnisse dieses historischen Schreins, dessen Honden (Haupthalle), Heiden (Opferhalle) und Haiden (Gebetshalle) erst 2023 zu wichtigen nationalen Kulturgütern erklärt wurden.
Grundlegende Informationen
Standort: 1-2-1 Tenjincho, Kiryu, Präfektur Gunma
Verehrte Kami: Sugawara Michizane (bekannt als Tenjin-sama, der Kami der Gelehrsamkeit) und Amenohobi-no-mikoto
Hauptsegen: Erfolg im Studium, Abwendung von Unglück, Förderung der Industrie, Sicherheit der Familie
Geschichte: Laut der Schreinüberlieferung ist der Kiryu Tenmangu ein alter Schrein, der in der Ära des Kaisers Keiko (um das 1. Jahrhundert) als „Isobe Myojin“ gegründet wurde. Im Jahr 1591, im Zuge des Baus der neuen Stadt Kiryu (Kiryu Shinmachi) auf Befehl von Tokugawa Ieyasu, wurde der Schrein an seinen heutigen Standort verlegt, um als Ausgangspunkt (Shukuto) der Stadt zu dienen.
Das „Hinterzimmer von Nikko“? Atemberaubende polychrome Schnitzereien
Das größte Highlight des Kiryu Tenmangu sind zweifellos die kunstvollen Schnitzereien, die die Schreinhallen bedecken. Die heutigen Schreingebäude wurden in der späten Edo-Zeit während der Kansei-Ära (1789-1793) fertiggestellt und von Meistern wie Sekiguchi Bunjiro, einem renommierten Kunsthandwerker, der auch an der Restaurierung des Nikko Toshogu Schreins beteiligt war, geschaffen.
Besonders die Schnitzereien an den Wänden des Honden, die die „Vierundzwanzig Beispiele kindlicher Pietät“ (Nijushiko) zum Thema haben, vereinen die höchste Handwerkskunst der damaligen Zeit und werden aufgrund ihrer Pracht als „Meisterwerke der Schnitzkunst in der Tradition des Nikko Toshogu Schreins“ gepriesen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man auch rätselhafte Schnitzereien, wie humorvoll blickende Löwen oder Figuren, die scheinbar die Zunge herausstrecken, was den spielerischen Geist der damaligen Kunsthandwerker erahnen lässt.
Der „Polarstern“ der Stadt? Ein Geheimnis im Stadtplanungsdesign
Der Kiryu Tenmangu hatte nicht nur die Rolle eines Schreins, sondern auch eine wichtige Funktion als „zentraler Punkt der Stadtplanung“.
Als die Stadt Kiryu (Kiryu Shinmachi) in der Edo-Zeit angelegt wurde, platzierte man den Schrein am nördlichen Ende der „Honcho Dori“, der Hauptstraße der Stadt. Es heißt, dass dieses Design auf Feng Shui und Sternglauben basierte, wobei der Schrein als „Polarstern“ der Stadt diente, von dem aus sich die Stadt nach Süden erstreckte.
Tatsächlich ist das Schreingelände auch als „Feng Shui Kraftort“ bekannt, und im Inneren des Honden sind die vier Wächtergötter, die Himmelsdrachen (Seiryu), der Weiße Tiger (Byakko), der Rote Vogel (Suzaku) und die Schwarze Schildkröte (Genbu), angeordnet, um die vier Himmelsrichtungen zu schützen. Es wird angenommen, dass das Beten an diesem Ort die Energien (Ki) von Himmel und Erde verleiht, und so strömen unzählige Menschen herbei, die sich eine Steigerung ihres Glücks wünschen.
Legenden und Hintergründe: Der versteinerte Ochse und der Ursprung des Namens „Kiryu“
Auf dem Schreingelände gibt es eine wundersame Legende, die sich um Ochsen dreht, wie sie für Tenmangu-Schreine typisch ist.
Die Legende des Ochsensteins (Ushi-ishi): Es wird erzählt, dass ein Kami einst einen faulen Ochsen an einem Zügel festband, um ihn zu ermahnen. Doch der Ochse zeigte keine Reue und verwandelte sich an Ort und Stelle in Stein. Entlang des Pilgerpfades steht auch ein Haiku-Denkmal, das Matsuo Basho gewidmet ist und dieses legendäre Ereignis mit den Worten „Ushi-ishi ya hikare tazuna ni ito-sakura“ (Ochsenstein, an einem Zügel gezogen, Kirschfäden) beschreibt.
Die Schnitzereien des „Edlen Drachen“ (Kiryu): An der Vorderseite des Honden befinden sich Schnitzereien eines aufsteigenden und eines absteigenden Drachen. Eine romantische Überlieferung besagt, dass dieser „edle Drache“ (Kiryu) einer der Ursprünge des Ortsnamens „Kiryu“ ist.
Anime-Pilgerreise: Als Schauplatz von „Aku no Hana“
Die Stadt Kiryu ist als Schauplatz der beliebten Manga- und Anime-Serie „Aku no Hana“ (Blumen des Bösen) von Shuzo Oshimi bekannt.
In der Serie werden Tenjincho rund um den Kiryu Tenmangu jinja und die alten Straßen der Honcho Dori, die vom Schrein ausgehen, als wichtige Kulisse dargestellt, die die tiefgründige und zugleich beklemmende Atmosphäre der Geschichte prägt. Insbesondere auf den Schulwegen der Protagonisten und aus Blickwinkeln, die die Stadt überblicken, ist die Präsenz des Tenmangu Schreins spürbar. Für Fans ist er ein unverzichtbarer Ort für eine Anime-Pilgerreise, um den schmerzhaften Erinnerungen an die Jugend in der Serie nachzuspüren.
Ein Besuch am Tag des „Komingu Kottoichi“ (Antiquitätenmarkts) ist besonders empfehlenswert
Jeden ersten Samstag im Monat findet auf dem Schreingelände ein großer Antiquitätenmarkt statt, der als einer der drei großen Antiquitätenmärkte der Kanto-Region gilt. Mehr als 80 Händler aus dem ganzen Land versammeln sich hier und bieten alte Kimonos, Keramik, antike Werkzeuge und vieles mehr an. Dieser Anblick erinnert an die Geschichte des Schreingeländes, das einst ein lebhafter Textilmarkt war.
Die Handwerkskunst der in den kunstvollen Schnitzereien verborgenen Meister, die alte Weisheit, die dem Stadtentwurf zugrunde liegt, und die Welt eines Anime. Der Kiryu Tenmangu ist ein Ort voller tiefer Faszination, der bei jedem Besuch neue Entdeckungen bereithält.
Weiterführende Links und Referenzen
[1] 桐生天満宮と上州の彫物大工 – あかがねの道
[2] https://www.kiryucci.or.jp/html/20tayori/kiryukikou/pdf/80_1707tayori.pdf
[3] 桐生天満宮|由緒ある関東五大天神の歴史と見どころ、参拝情報を完全ガイド – わのっとメディア
[4] 桐生天満宮 (桐生市)
[5] 由緒・歴史 – 桐生天満宮公式ホームページ
[6] 11年越しの聖地巡礼~惡の華 中学生編~|Rera
[7] https://www.youtube.com/watch?v=MCBM1v22Mf0
[8] 桐生天満宮
[9] たまぽん通信一覧 / たまぽんギフト
