Miyahara Sanjingu: Ein Denkmal ewiger Zeiten – Die Legende der drei kami, die in der Higo-Region schlummern, und das Geheimnis ihrer prachtvollen Schnitzereien.

Hikawachō, Yatsushiro-gun, Präfektur Kumamoto. An diesem Ort, der einst als Poststation an der Satsuma Kaidō florierte, befindet sich Miyabaru Sanjingu (Miyabaru Sanjingu), umhüllt von einer ehrwürdigen Atmosphäre. Bei den Einheimischen ist der Schrein unter dem liebevollen Namen „Sanjin-san“ bekannt. Doch blickt man auf seine Geschichte, so offenbaren sich die Entschlossenheit eines Kriegsfürsten aus der Sengoku-Zeit, prächtige Schnitzereien, die an Nikkō Tōshōgū erinnern, und geheimnisvolle Legenden.

Grundlegende Informationen

Ort: Miyabaru 1249, Hikawachō, Yatsushiro-gun, Präfektur Kumamoto
Verehrte Kami: Amaterasu Ōmikami, Kasuga Ōkami, Hachiman Ōkami
Gründung: Enryaku 14 (795 n. Chr.)

1. Der Sengoku-Kriegsfürst Kai Sōun und das Mysterium der „drei Umsiedlungen“

Die Geschichte des Miyabaru Sanjingu ist wahrlich eine „Geschichte der Bewegung“. Ursprünglich an einem anderen Ort gegründet, wechselte der Schrein zwischen der Heian- und der Sengoku-Zeit dreimal seinen Standort.

Es war Kai Sōun, ein als genialer Militärführer bekannter Gefolgsmann des Aso-Clans, der die Schreingebäude am heutigen Ort festlegte. Als Sōun im Jahr Tenshō 9 (1581) an dieser Stelle eine Burg errichtete, verlegte er den Sanjingu als Schutzgottheit dorthin.

Interessant ist die Tatsache, dass Sōun diesen Schrein als „Schlüssel zur Verteidigung der Burg“ positionierte. Es gibt die Theorie, dass er nicht nur ein Objekt der Verehrung war, sondern auch als militärische Barriere (kekkai) diente. Die Anordnung des Geländes lässt noch heute die Spannung der Sengoku-Zeit spüren.

2. „Das Nikkō von Higo“? Raffinierte Schnitzereien in den Schreingebäuden

Die größte Attraktion des Miyabaru Sanjingu sind die Schnitzereien der Schreingebäude, die als wichtiges Kulturgut der Präfektur ausgewiesen sind.

Auf den ersten Blick wirken sie eher schlicht, doch bei näherer Betrachtung offenbaren sich fantasievolle Tiere wie Drachen, Löwen und Tapire (Baku), die so präzise geschnitzt wurden, dass sie jederzeit zum Leben erwachen könnten.

Besonders bemerkenswert sind die zahlreichen Schnitzereien an den Säulen und Balken der Haupthalle (Honden). Sie zeugen von der hervorragenden Handwerkskunst der späten Edo-Zeit und werden aufgrund ihrer Schönheit manchmal als „Nikkō (Tōshōgū) von Higo“ bezeichnet. Warum aber wurden an diesem Ort so prunkvolle Schnitzereien angebracht? Dies ist ein Beweis dafür, dass Miyabaru damals als Poststation sehr wohlhabend war und die Menschen eine tiefe Religiosität besaßen.

3. Der legendäre „Miyabaru Shishimai“: Das Mysterium des Tanzes von männlichen und weiblichen Löwen

Beim alljährlichen Herbstfest (Shūki Reitaisai) im Oktober wird der „Miyabaru Shishimai“ (Löwentanz) aufgeführt, der als immaterielles Volkskulturgut der Präfektur Kumamoto ausgewiesen ist. Dieser Shishimai weist eine interessante Besonderheit auf.

Es ist die Tatsache, dass die Löwen in „männliche (Osu)“ und „weibliche (Mesu)“ Exemplare unterteilt sind und jeweils unterschiedliche Bewegungen zeigen. Während der männliche Löwe energisch und heldenhaft tanzt, zeigt der weibliche Löwe anmutige und geschmeidige Bewegungen. Dieser kontrastreiche Tanz soll nicht nur den Wunsch nach einer reichen Ernte symbolisieren, sondern auch Harmonie in der Ehe und Nachkommenschaft fördern.

Es gibt auch die Anekdote, dass die für diesen Shishimai verwendeten Löwenköpfe sehr alt sind und ihre Gestalt eine starke spirituelle Kraft zur Abwehr des Bösen birgt.

4. Entdecken Sie die versteckten Kraftorte und „Boten der Kami“

Beim Spaziergang durch das Schreingelände lassen sich an unerwarteten Stellen steinerne Tierskulpturen und Ornamente entdecken.

Die Anordnung der Tiere, die als Boten des Sanjingu gelten, scheint die Besucher stillschweigend zu beobachten und verleiht ihnen ein seltsames Gefühl der Geborgenheit. Besonders im Licht der untergehenden Sonne, wenn Sonnenstrahlen auf die Schnitzereien fallen, heißt es, die Augen der geschnitzten Drachen würden leuchten. Dies ist ein Geheimtipp unter Fotografen.

5. Spüren Sie den Hauch einer Pilgerreise

Die Gegend um Hikawachō, wo sich Miyabaru Sanjingu befindet, und die angrenzende Stadt Yatsushiro, soll aufgrund ihrer stimmungsvollen Landschaft der Atmosphäre der Modellorte des Anime „Natsume Yūjin-chō“ sehr ähnlich sein.

Es wird zwar nicht offiziell erklärt, dass dies der Schauplatz ist, doch der tiefe Wald hinter dem Schrein, die moosbewachsenen Steinmauern und die irgendwie nostalgische Atmosphäre entsprechen genau der Weltanschauung des Werkes. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Fans diesen Ort besuchen und sagen: „Es gibt eine solche Erfrischung, als hätte man nach der Rückgabe der Namen im Yūjin-chō das Buch der Freunde geschlossen.“

Fazit

Miyabaru Sanjingu ist nicht nur ein alter Schrein. Es ist ein Ort wie eine Zeitkapsel der Geschichte, in der sich die Strategien von Sengoku-Kriegsfürsten, die Leidenschaft der Handwerker der Edo-Zeit und die bis heute andauernde Begeisterung der Feste vielfach überlagern.

Wenn Sie Hikawachō besuchen, nehmen Sie sich die Zeit, die Gedanken und Gefühle zu spüren, die in jede einzelne Schnitzerei eingearbeitet wurden. Dort verbirgt sich die „Geschichte von Higo“, die nicht in den Geschichtsbüchern steht.

Weiterführende Links und Referenzen

Keine Quellen verfügbar.

Von ando