Basisinformationen
Name: Suitengu, Hauptschrein aller landesweiten Suitengu (Kurume Suitengu)
Ort: 265-1 Seshimamachi, Kurume-shi, Fukuoka-ken
Verehrte Gottheiten: Amenominakanushi-no-kami, Kaiser Antoku, Takakura-Heichugu (Kenreimon-in), Ni-i-no-Ama
Segnungen: Sichere Geburt und Fruchtbarkeit, Schutz vor Wasserkatastrophen, Sicherheit beim Fischen und der Schifffahrt, Schutz von Kindern
Der Suitengu-Schrein liegt in Kurume, Präfektur Fukuoka, am Ufer des Chikugo-Flusses. Er ist der Hauptschrein (sohomiya) aller Suitengu-Schreine, die sich über ganz Japan bis nach Hawaii erstrecken. Auch der Suitengu in Nihonbashi, Tokio, hat seine Ursprünge in der Edo-Zeit, als der Fürst von Kurume, Arima, einen Teil der Gottheit in seiner Residenz verehrte. Dies macht den Suitengu in Kurume zum Ursprung und zur höchsten Instanz dieser altehrwürdigen „Wassergottheit“.
Die Legende der „Amagozen“, die mit der Tragödie von Dan-no-ura begann
Die Geschichte des Suitengu-Schreins beginnt mit der tragischen Episode der Schlacht von Dan-no-ura im Jahr 1185.
Als der Heike-Klan unterging, wurde der erst 8-jährige Kaiser Antoku von seiner Großmutter, Ni-i-no-Ama, in den Armen gehalten und stürzte sich mit den Worten „Auch unter den Wellen gibt es eine Hauptstadt“ ins Meer.
Es wird angenommen, dass der Ursprung des Suitengu darin liegt, dass die Hofdame Azechi-no-Tsubone Ise, die zu dieser Zeit überlebte, an das Ufer des Chikugo-Flusses floh und dort einen kleinen Schrein errichtete, um die Geister von Kaiser Antoku und der gesamten Heike-Familie zu ehren. Sie änderte später ihren Namen in Chiyo und wurde von den Dorfbewohnern geliebt, weil sie Kaji-kito (Gebete und rituelle Praktiken) für sie durchführte. Daher wurde der Schrein ursprünglich „Amagozen-jinja“ genannt. Auch heute noch wird der Schrein von den Einheimischen liebevoll „Suitengu-san“ genannt.
Das Geheimnis: Der Schwur von „Kusenbo“, der 9.000 Kappa befehligte
Im Kurume Suitengu-Schrein existiert eine sehr ungewöhnliche Legende über „Kappa“.
Einst lebten im Kuma-Fluss in Kumamoto ganze 9.000 Kappa, angeführt von „Kusenbo“. Da ihre Streiche jedoch überhandnahmen, wurden sie von Kato Kiyomasa vertrieben.
Die Kappa, die obdachlos geworden waren, schworen dem Fürsten Arima von Kurume-han, „niemals wieder Unheil anzurichten“, und erhielten die Erlaubnis, im Chikugo-Fluss zu leben. Seitdem sollen die Kappa zu Boten (shinshi) des Suitengu-Schreins geworden sein und die Menschen vor Wasserkatastrophen schützen.
Auf dem Schreingelände stehen zahlreiche liebenswerte Kappa-Steinstatuen, darunter auch ein „Nade-Kappa“, dem man nachsagt, dass das Streicheln Glück bringt. Zudem gibt es als Souvenir eine „Kappa-Maske“ (Kappa-men), die, so glaubt man, Schutz vor Feuer- und Wassergefahren bietet, wenn man sie in der Küche aufhängt.
Die „Liebesgeschichte“ und „Loyalität“, verborgen im Kamelienwappen
Das heilige Wappen (goshinmon) des Suitengu ist die Kamélie. Es ist ungewöhnlich, dass eine Kamélie als Wappen in einem jinja verwendet wird, aber es gibt zwei Theorien dazu.
Eine Theorie besagt, dass es auf die tragische Liebe zwischen Kaiser Antoku und einer Prinzessin namens Tamae-hime zurückgeht. Eine andere besagt, dass die Gründerin Ise (Chiyo) die Kamélie liebte, weil sie ihre Treue zum Heike-Klan bewahrte und die Kamélie selbst im Winter mit immergrünen Blättern und einer edlen Blüte gedeiht.
Auch heute noch sind auf dem Schreingelände viele Kamelien gepflanzt, die während ihrer Blütezeit den Schrein als „Kamelienpalast“ in wunderschönem Licht erscheinen lassen.
Pilgerinformationen: Tauchen Sie ein in die Welt des Anime „The Heike Story“
Der Kurume Suitengu-Schrein kann als sehr wichtige spirituelle Pilgerstätte für Fans des Anime „The Heike Story“ (Heike Monogatari) angesehen werden, der 2022 ausgestrahlt wurde.
Die Schlacht von Dan-no-ura, die im Höhepunkt des Werks dargestellt wird, und das Ende von Kaiser Antoku und Kenreimon-in (Tokuko). Dieser Hauptschrein ist ein unverzichtbarer Ort, um zu erfahren, wohin ihre Seelen letztendlich gelangten und wie sie verehrt werden.
Man kann dort hautnah spüren, wie die im Anime dargestellten „Gebete“ der Heike-Familie auch heute noch am Ufer des Chikugo-Flusses sorgfältig bewahrt werden.
Hinter den Kulissen: Der Bakumatsu-Patriot „Maki Izumi-no-kami“ und der Suitengu
Tatsächlich war Maki Izumi-no-kami, bekannt als Anführer der Sonno Joi-Partei während der Bakumatsu-Zeit, der 22. Oberpriester dieses Suitengu-Schreins.
Er wurde zu einer der spirituellen Säulen der Meiji-Restauration, wurde jedoch bei der Konmon-no-Hen (Vorfall am Kinmon-Tor) besiegt und nahm sich am Berg Tenno-zan das Leben. Auf dem Schreingelände befindet sich auch der Maki-jinja, der ihn ehrt und somit für Geschichtsfans ein Ort ist, an dem man über die Turbulenzen der Bakumatsu-Zeit nachdenken kann.
Der Suitengu-Schrein steht vor der majestätischen Kulisse des Chikugo-Flusses. Dort atmen die Trauer des Heike-Klans, die Dankbarkeit der Kappa und die Leidenschaft der Bakumatsu-Zeit noch immer still.
