Das Geheimnis des Null-Magnetfelds und der „Prototyp des Naikū“ – Eine Annäherung an die Mysterien der in Okuise gelegenen Takiharanomiya und Takiharanaminomiya.

Grundlegende Informationen

Takiharanomiya (瀧原宮) und Takiharanarabinomiya (瀧原竝宮), beide in Oki-cho, Watari-gun, Präfektur Mie gelegen, sind unter den 14 Betsuguu des Ise Jingu Naiku (Koutai Jingu) besonders als Toonomiya (遥宮) von hohem Rang bekannt.
Obwohl sie etwa 40 km vom Jingu in Ise City entfernt in einem Bergtal liegen, ähneln die Anordnung ihrer Schreingebäude und die Atmosphäre der Sando (Pilgerwege) stark denen des Naiku. Sie werden daher auch als „Prototyp des Naiku“ oder als eines der „Moto-Ise“ bezeichnet.

Verehrter kami: Amaterasumasu-sumeoomikami-no-mitama (天照坐皇大御神御魂)
Besonderheit: Innerhalb desselben Schreingeländes stehen zwei fast gleich große Schreingebäude nebeneinander. Rechts befindet sich Takiharanomiya, links Takiharanarabinomiya. Es wird allgemein überliefert, dass in Takiharanomiya das Nigimitama (和魂) und in Takiharanarabinomiya das Aramitama (荒魂) der Amaterasu-Oomikami verehrt werden.

Die Legende von Yamatohime-no-mikoto und Manago-no-kami

Die Ursprünge von Takiharanomiya reichen etwa 2000 Jahre zurück, in die Zeit, als Prinzessin Yamatohime-no-mikoto (倭姫命), die kaiserliche Tochter des 11. Kaisers Suinin, auf der Suche nach einem geeigneten Ort zur Verehrung der Amaterasu-Oomikami reiste.
Der Legende nach blieb Yamatohime-no-mikoto auf ihrer Reise flussaufwärts am Miyagawa aufgrund reißender Strömungen stecken. Daraufhin erschien der lokale kami Manago-no-kami (真奈胡神) und führte die Gruppe sicher. Durch seine Führung erreichten sie das „Land des großen Flusses Takihara“. Yamatohime-no-mikoto war von dessen Schönheit so beeindruckt, dass sie dort einen Palast errichten ließ.
Später zog Amaterasu-Oomikami zum heutigen Isuzugawa (Naiku) um, doch dieser Ort wurde weiterhin sorgfältig als Betsuguu bewahrt.

Das Geheimnis des Nullmagnetfeldes und der „verdrehten Zedern“

Takiharanomiya liegt auf der „Chuo Koso Sen“ (中央構造線), Japans größter Verwerfungszone. Es wird gesagt, dass an den Stellen, wo sich diese Verwerfungen überlagern, leicht ein „Nullmagnetfeld“ (ゼロ磁場) entsteht, bei dem sich die Magnetfelder gegenseitig aufheben. Dies macht Takiharanomiya zu einem kraftvollen Power Spot, vergleichbar mit dem Bungui-toge in der Präfektur Nagano.
Symbolisch für diesen Einfluss sind die „verdrehten Zedern“ (Nejire-sugi), die entlang des Sando verstreut sind. Während die umliegenden Bäume gerade wachsen, winden sich nur bestimmte Zedern spiralförmig in die Höhe. Dies birgt das Geheimnis, ob die Verzerrung des Magnetfeldes das Pflanzenwachstum beeinflusst.

Das einzigartige „Mifunagura“

Auf dem Gelände von Takiharanomiya befindet sich ein kleines Gebäude namens Mifunagura (御船倉), das in keinem anderen Betsuguu zu finden ist. Es ist ein Lagerhaus zur Aufbewahrung des Mifunashiro (御船代), dem Gefährt der kami.
Es ist ein sehr seltenes Relikt, das die Überlieferung bestätigt, Yamatohime-no-mikoto sei mit einem Schiff an diesen Ort gekommen, und erzählt davon, dass Takiharanomiya einst ein Heiligtum war, das eng mit „Wasser“ und „Flüssen“ verbunden war.

Versteckte beliebte Orte: Der „Herzstein“ und die „Hand des kami“

Ein Geheimtipp unter den Pilgern ist der „Herzförmige Stein“ auf den Steinstufen, die zum Mitarai-ba (御手洗場) führen. Es heißt, wer ihn findet, wird mit gutem Glück in Beziehungen gesegnet, weshalb er auch bei jungen Besuchern beliebt ist.
Daneben gibt es entlang des Sando die „Hand des kami“ (Kami no Te) – Zedernwurzeln, die aussehen, als würde eine riesige Hand den Boden umklammern und eine Göttlichkeit ausstrahlen, die über die natürliche Formschönheit hinausgeht.

Informationen zur Pilgerreise: Anime ‚Zatsutabi -That’s Journey-’

In der siebten Folge (Mie-Kapitel) der Reise-Anime- und Manga-Serie ‚Zatsutabi -That’s Journey-’ wird eine Szene gezeigt, in der die Hauptfigur Ise besucht. Die Tour durch die 125 Schreine des Ise Jingu und die ruhige Atmosphäre der Umgebung sind den Fans des Werkes gut bekannt. Der Besuch eines „Insider-Betsuguu“ wie Takiharanomiya ist bei Liebhabern als Pilgerroute beliebt, um die Welt des Werkes noch tiefer zu erleben.

Insider-Tipp für den Besuch: Die richtige Reihenfolge

Auf dem Gelände von Takiharanomiya gibt es vier Schreingebäude, für deren Besuch eine festgelegte Reihenfolge gilt.

1. Takiharanomiya (rechts)
2. Takiharanarabinomiya (links)
3. Wakamiya jinja
4. Nagayuke jinja und Kawashima jinja

Dieser Reihenfolge zu folgen, ist seit alters her Brauch. Ähnlich wie am Isuzugawa des Naiku reinigt man sich die Hände im klaren Wasser des Tondogawa (頓登川), bevor man tiefer in den Wald vordringt – eine Erfahrung, die Körper und Geist reinigt.

Von ando