Basische Informationen
Standort: 1-4-23 Motoazabu, Minato-ku, Tokio
Verehrte Kami: Susanoo-no-Mikoto, Yamato Takeru-no-Mikoto
Gründung: Tenkyō 1 (938 n. Chr.)
Anreise: Ca. 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Azabu-Juban (Tokyo Metro Namboku-Linie oder Toei Oedo-Linie)
Die Legende der „Ipponmatsu“, gegründet von einem Helden des Minamoto-Clans
Die Geschichte des Azabu Hikawa jinja reicht zurück bis in die Heian-Zeit. Sie begann, als Minamoto no Tsunemoto, der Vorfahr des Seiwa Minamoto-Clans, auf seinem Feldzug zur Niederschlagung der Rebellion von Taira no Masakado einen Schrein an der Stelle der heutigen „Azabu Ipponmatsu“ errichtete.
Es gibt Legenden über die „Ipponmatsu“ (eine einzelne Kiefer), die einst der heilige Baum des Schreins war. Es heißt, dass Minamoto no Tsunemoto dort sein Pferd anband. In der Edo-Zeit wurde der Baum wegen seiner kronenähnlichen Form auch „Kanmuri no Matsu“ (Kronenkiefer) genannt. Obwohl der Schrein im Jahr Manji 2 (1659) an seinen heutigen Standort verlegt wurde, ist er bis heute ein historischer Zeuge, der über die Stadt Azabu wacht.
Das Tokugawa-Shogunat und die Anekdote des „Gebets für eine sichere Geburt“
Während der Edo-Zeit genoss dieser jinja besondere Verehrung durch die Tokugawa-Shogun-Familie. Besonders bekannt ist seine Verbindung zu Oeyo (Sugenin), der offiziellen Ehefrau des zweiten Shoguns Tokugawa Hidetada. Es wird erzählt, dass sie in diesem Schrein um eine sichere Geburt betete, woraufhin der spätere dritte Shogun Tokugawa Iemitsu wohlbehalten geboren wurde.
Auch der fünfte Shogun Tokugawa Tsunayoshi und seine leibliche Mutter Keishoin besuchten den Schrein wiederholt. Als führender der „Edo Nana Hikawa“ (sieben Hikawa-Schreine von Edo), die Unheil vom Edo-Schloss abwehren sollten, wurde er vom Shogunat als äußerst wichtig erachtet.
Als „Heiliger Ort“ aus dem Anime „Sailor Moon“
Ein wesentlicher Aspekt des Azabu Hikawa jinja ist seine tiefe Verbindung zum weltweit beliebten Anime „Pretty Guardian Sailor Moon“.
Dieser Azabu Hikawa jinja diente als Vorbild für den „Hikawa jinja“, in dem Rei Hino alias Sailor Mars als Miko (Schrein-Priesterin) dient. Da die Autorin Naoko Takeuchi damals in der Nähe wohnte, wurden der rote Schreinpavillon und die Atmosphäre des Schreingeländes originalgetreu dargestellt.
Noch heute besuchen viele Fans aus dem In- und Ausland den Schrein für eine „seichi junrei“ (Pilgerreise zu einem heiligen Ort). Zahlreiche Ema (Votivtafeln) mit Sailor Moon-Charakteren sind auf dem Schreingelände dargebracht. Es ist ein faszinierender Ort, an dem Anime und traditionelle Schrein-Kultur miteinander verschmelzen.
Mysteriöses und Sehenswertes: Die Komainu, die flüstern?
Vor dem Hauptgebäude auf dem Schreingelände stehen etwas ungewöhnliche Komainu (Löwenhunde). Während normale Komainu nach vorne blicken und bedrohlich wirken, sind die Komainu hier so platziert, dass sie einander zugewandt sind. Es sieht aus, als würden sie miteinander „flüstern“, was sie zu einem heimlichen beliebten Ort macht.
Aufgrund dieser harmonischen Haltung wird in jüngster Zeit gemunkelt, dass sie „enmusubi“ (Glück in der Liebe und gute Verbindungen) bringen. Daher gibt es einen stetigen Strom von Paaren und Gläubigen, die sich eine gute Beziehung wünschen.
„Takao Inari“, wo die tragische Liebe des Lehens Sendai ruht
Auf dem Schreingelände befindet sich ein Nebenschrein namens „Takao Inari jinja“, der eine traurige Geschichte birgt. Es wird angenommen, dass er ursprünglich in der unteren Residenz des Lehens Sendai geweiht war und zur Besänftigung des Geistes von Takao Dayu (einer legendären Kurtisane) errichtet wurde, die von Daimyō Date Tsunamune geliebt wurde, aber ein tragisches Ende fand. Es ist ein Ort, der das Geheimnis von Edo unter der glanzvollen Oberfläche von Azabu spüren lässt.
Monatlich wechselnde, wunderschöne Goshuin
Das Azabu Hikawa jinja ist auch für seine künstlerischen Goshuin (besondere Siegelstempel) bekannt. Die monatlich wechselnden Designs mit saisonalen Blumen und Ereignissen sind äußerst schön, so dass viele Fans jeden Monat eigens dafür den Schrein besuchen. Obwohl er mitten in der Stadt liegt, kann man hier den Wandel der Jahreszeiten hautnah erleben – ein wahrlich passender „Oase in der Stadt“ genannter Schrein.
Verwandte Links und Referenzen
