Der Ort, an dem Japans älteste Liebesgeschichte schlummert. Die Legende des Tsumakoi Jinja in Bunkyō-ku und das Geheimnis der prophetischen Träume.

Allgemeine Informationen

Name: Tumagoi Jinja (tumagoi-jinja)
Standort: 3-2-6 Yushima, Bunkyo-ku, Tokio
Hauptgottheiten (Go-Saijin): Yamato Takeru no Mikoto, Ototachibanahime no Mikoto, Uka no Mitama no Mikoto
Anreise: Ca. 5 Minuten Fußweg vom Bahnhof Yushima (Tokyo Metro Chiyoda Line), ca. 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof Ochanomizu (JR) oder Bahnhof Akihabara (JR).

Die Stätte von Japans ältester tragischer Liebeslegende „Azuma Haya“

Die größte Attraktion des Tumagoi Jinja ist die traurige und doch wunderschöne Liebeslegende, die in seinem Namen verwurzelt ist.

Es wird überliefert, dass der legendäre Yamato Takeru no Mikoto einst während seines Feldzugs gen Osten bei Hashirimizu no Umi (der heutigen Uraga-Straße) in einen Sturm geriet. Um den Zorn des tobenden Meeresgottes zu besänftigen, opferte sich seine Gemahlin Ototachibanahime no Mikoto und sprach: „Ich will an eurer Stelle ins Meer steigen.“ Sie stürzte sich in die wütenden Wellen und beruhigte so das Meer.

Später, als Yamato Takeru in dieser Gegend von Yushima verweilte, beklagte er den Verlust seiner verstorbenen Frau mit den Worten „Azuma haya“ (Meine Frau, ach wie sehr vermisse ich dich). Aus dieser tiefen Zuneigung entstand der Ursprung des Schreins: Die Dorfbewohner verehrten daraufhin die beiden Gottheiten. Dieser Ort ist wahrhaftig die Stätte der „ältesten Liebesgeschichte Japans“ und wird heute von vielen Gläubigen als spiritueller Ort für Partnersuche und Glück in der Liebe aufgesucht.

Das „Yumemakura“-Brauchtum, das die Edo-Bürger begeisterte

Dieser Jinja birgt eine einzigartige „Hintergrundgeschichte“, die man in anderen Schreinen nicht findet. Es handelt sich um das „Yumemakura“ (Traumkissen)-Brauchtum, das in der Edo-Zeit sehr populär war.

Es gab den Brauch, in der Nacht des 2. Januars ein Bild eines Schatzschiffes mit den Sieben Glücksgöttern unter das Kissen zu legen, um einen guten ersten Traum des Jahres zu haben. Es war genau dieses Tumagoi Jinja, das diese Bilder ausgab.

Historischen Aufzeichnungen zufolge drängten sich damals so viele Menschen vor dem Schrein, um diese Schatzschiffbilder zu erhalten, dass der Andrang so groß war, dass das Shogunat eingreifen und Vorschriften erlassen musste. Diese Tradition wird auch heute noch fortgesetzt: Jedes Jahr zum Neujahr werden spezielle Schatzschiffbilder verteilt. Auf diesen Bildern ist ein besonderes Waka-Gedicht abgebildet, das als Palindrom von oben und unten gelesen werden kann: „nakakiyo no tono nefuri no minamesame naminori fune no otono yokikana“. Es wird angenommen, dass diesem Gedicht die geheimnisvolle Kraft innewohnt, schlechte Träume in glückliche zu verwandeln.

Eine angesehene Inari-Gottheit, die im „Kanto Inari Banzuke“ gelistet ist

Das Tumagoi Jinja ist auch ein sehr prestigeträchtiges Inari-Jinja, das einst im „Kanto Inari Banzuke“ (einer Rangliste der Inari-Schreine in der Kanto-Region) die höchste Position als Sonderkategorie (Gyoji-yaku, d.h. Schiedsrichter) innehatte.

Auf dem Schreingelände ist noch immer das Erbe der Zeit spürbar, als dieser Ort als „Tumagoi Inari“ von den Menschen in den achthundertacht Städten Edos tief verehrt wurde. Obwohl er mitten im Großstadtrummel liegt, strömt beim Betreten des Geländes eine ruhige und friedliche Atmosphäre. Zahlreiche Menschen kommen hierher, um für geschäftlichen Erfolg und die Sicherheit der Familie zu beten.

Pilgerstätte: Als Schauplatz im Anime ‚Love Live!‘

Das Tumagoi Jinja ist auch als Pilgerstätte des beliebten Anime ‚Love Live!‘ bekannt.

Es liegt unweit des Kanda Myojin, der Hauptkulisse der Geschichte. Die malerischen Hänge und Gassen rund um diesen Schrein erscheinen im Anime als Hintergrund für die Treppen, die die Mitglieder zum Training hinauflaufen, sowie für Szenen, in denen sie die Gegend um Akihabara erkunden.

Insbesondere wird es von Fans als ruhiger „Rückzugsort“ aufgesucht, der einen Kontrast zur geschäftigen Atmosphäre des Kanda Myojin bildet. Es ist auch ein wichtiger Bestandteil eines „Heiligen Pilgerwegs“, der das Yushima Seido und den Kanda Myojin einschließt, und ermöglicht es, die Welt des Anime und das historische Flair gleichzeitig zu erleben.

Eine „Insider-Geschichte“: Der Wiederaufbau des Shaden und die Gefühle der Menschen

Das heutige Shaden (die Haupthalle des Schreins) wurde in der Showa-Zeit wiederaufgebaut. Doch selbst nachdem es im Krieg zerstört wurde, setzten sich die Menschen der Region mit aller Kraft dafür ein, es zu erhalten, da sie der Überzeugung waren, dass „der Kami, der an seine Frau denkt, nicht verloren gehen darf“.

Obwohl es keine auffälligen Verzierungen gibt, zeugt die akribische Pflege jedes Winkels des Schreingeländes davon, wie sehr der „Kami der Liebe“ auch heute noch von der Gemeinschaft geschätzt wird. Bei einem Besuch sollten Sie unbedingt auf die alten Steinstelen neben dem Shaden und die Steintreppe achten, die noch Spuren der Edo-Zeit trägt. Darin ist die über Jahrhunderte unveränderte „Liebe zu jemandem“ eingemeißelt.

Verwandte Links und Referenzen

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Von ando