In Okinoshima Town in der Präfektur Shimane, auf der geheimnisvollen Insel „Oki“ im Japanischen Meer, befindet sich der Mizuwakasu jinja (Mizuwakasu Schrein). Dieser Schrein blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück und genießt die größte Verehrung der Inselbewohner. Er trägt den höchsten Rang eines Shinto-Schreins als Oki-no-kuni Ichinomiya und war einst als „Meishin Taisha“ (großer Schrein mit verehrten Kami) bekannt, gleichrangig mit dem Izumo Taisha. Er ist einer der bedeutendsten Kraftorte der Insel.
Dieses Mal tauchen wir tief in die geheimnisvollen Legenden dieses Schreins und die herzerwärmenden „Insidergeschichten“ ein, die typisch für die Insel sind.
Basisinformationen
Ort: 723 Gū, Okinoshima-cho, Oki-gun, Präfektur Shimane
Verehrter Kami: Mizuwakasu no Mikoto
Segnungen: Landesentwicklung, Sicherheit auf See, Schutz des Japanischen Meeres
Der einzigartige Baustil „Okizukuri“
Die Haupthalle (honden) des Mizuwakasu jinja ist als wichtiges nationales Kulturgut ausgewiesen. Das größte Highlight ist der einzigartige Baustil namens „Okizukuri“, der nur hier zu sehen ist.
Tatsächlich ist dieser Stil eine luxuriöse Mischung, die das Beste aus den drei wichtigsten japanischen Schreinbaustilen vereint.
Die frontale Form entspricht dem „Shinmei-zukuri“ des Ise Jingu.
Die Dachform ist der des „Taisha-zukuri“ des Izumo Taisha nachempfunden.
Der Mokoshi (Dachvorsprung über dem Eingang) ist im Stil des „Kasuga-zukuri“ des Kasuga Taisha gehalten.
Diese Elemente verschmelzen zu einer schlichten, aber kraftvollen Schönheit, die einzigartig für Oki ist.
Legenden und Mysterien: Der Kami, der aus dem Meer erschien
Über Mizuwakasu no Mikoto, den verehrten Kami, rankt sich eine dramatische Abstammungslegende.
Der Überlieferung nach erschien der Kami an der Küste von Igo „aus dem Meer“. Von dort soll er den Berg Omine überquert und das heutige Goka-Viertel betreten haben.
Es gibt auch die Theorie, dass dieser Kami ein Geschwister-Kami des Tamawakasu no Mikoto jinja ist, der sich auf derselben Insel befindet. Es heißt, dass diese beiden Schreine die Vorder- und Rückseite der Insel schützen.
Eine herzerwärmende Insidergeschichte: „Ninjo Sumo“, bei dem kein Sieger oder Verlierer bestimmt wird
Auf dem Gelände des Mizuwakasu jinja befindet sich ein beeindruckender Sumo-Ring (dohyo). Doch das hier ausgetragene „Oki Klassische Sumo“ hat eine eigenartige Regel, die Außenstehende überrascht.
Die Regel besagt, dass „zwei Kämpfe ausgetragen werden und diese immer mit einem Unentschieden enden, wobei jeder eine Niederlage und einen Sieg davonträgt.“
Dieses Sumo, das bei großen Feierlichkeiten wie der alle 20 Jahre stattfindenden honden sengu (Erneuerung des Daches der Haupthalle) über Nacht ausgetragen wird, ist auch als „Ninjo Sumo“ (menschliches Sumo) bekannt. Es ist eine Tradition voller Weisheit und Herzlichkeit der Inselbewohner, die es ihnen ermöglicht, auf einer kleinen Insel ohne Groll aufgrund von Sieg oder Niederlage zusammenzuleben, indem sie sich gegenseitig ehren.
Der Ort diente auch als Drehort für den Film „Kon-Shin“ (veröffentlicht 2013), der dieses klassische Sumo zum Thema hat, und auf dem Schreingelände steht ein Gedenkstein.
Verborgene Highlights auf dem Gelände
Schildkröten-Chozuya (rituelle Waschstelle): Wenn Sie den Pilgerweg entlanggehen, werden Sie von einer seltenen, „schildkrötenförmigen“ chozuya begrüßt. Während Sie sich reinigen, können Sie über den Ursprung nachdenken, warum es eine Schildkröte ist.
Mizuwakasu jinja Kofun-Gruppe: Direkt hinter dem Schreingelände liegen verstreute alte Hügelgräber (kofun), die aus dem 5. bis 6. Jahrhundert stammen sollen. Dies ist ein mysteriöser Ort, der davon zeugt, dass dieses Gebiet schon vor dem Bau des Schreins als heilig galt.
Daruma Omikuji (Glücksbringer-Daruma): Neben der Gebetshalle (haiden) finden Sie entzückende „Daruma Omikuji“, jeder mit einem einzigartigen Ausdruck. Wählen Sie doch einen, der nur Ihnen gehört, als Souvenir Ihrer Oki-Reise.
Besuchertipps
Dem Mizuwakasu jinja wird eine so starke Kraft zum Schutz des Meeres zugeschrieben, dass sogar die japanische Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte hierherkommen, um für sichere Seefahrten zu beten.
Vom Hafen Saigo sind es etwa 20 Minuten mit dem Auto. In der Umgebung befinden sich auch das „Oki Heimatmuseum“ und das „Tsumame-no-Minka“, ein stattliches Bauernhaus aus der Edo-Zeit, was die Gegend zu einem Ort macht, an dem Sie die gesamte Geschichte von Oki erleben können.
Mizuwakasu jinja, wo sich die raue Natur der Insel mit den warmherzigen Menschen, die hier leben, verbindet. Wenn Sie eintreten, werden Sie sicherlich die kraftvolle Präsenz des Kami spüren, der das Japanische Meer schützt, sowie eine irgendwie vertraute Atmosphäre von „Ninjo“ (Menschlichkeit/Mitgefühl).
Verwandte Links und Referenzen
