In Konan City, Präfektur Shiga, liegt Ishibe-juku, das einst als Poststation entlang der 53 Stationen der Tokaido-Straße florierte. In dieser historischen Stadt befindet sich ein Jinja, das seit langer Zeit von den Einheimischen geliebt wird und von geheimnisvollen Legenden umhüllt ist. Dies ist das Yoshime-jinja.
Dieses Mal widmen wir uns dem Rätsel der „gepaarten Schreine“, das sich um dieses Jinja rankt, und beleuchten die Hintergründe seiner Geschichte.
Grundlegende Informationen zum Yoshime-jinja
Standort: Ishibe-higashi 2-4-43, Konan City, Präfektur Shiga
Verehrter kami: Yoshime-no-mikoto
Schreinrang: Shikinaisha
Anfahrt: Etwa 20 Gehminuten vom JR Kusatsu Line Bahnhof Ishibe, oder etwa 15 Autominuten von der Meishin Expressway Ausfahrt Ritto IC.
1. Werden „männliche kami“ und „weibliche kami“ getrennt verehrt? Das Geheimnis der zwei gepaarten Jinja
Um über das Yoshime-jinja zu sprechen, ist die Existenz des Yoshimiko-jinja, das etwa einen Kilometer entfernt liegt, unerlässlich.
Tatsächlich wird im Yoshime-jinja eine „weibliche kami“ (Yoshime-no-mikoto) und im Yoshimiko-jinja eine „männliche kami“ (Yoshimiko-no-mikoto) verehrt. Diese beiden Jinja gelten als ein Paar, als „Ehepaar“ oder „gepaarte Schreine“. Es gibt verschiedene Theorien, warum sie nicht in einem einzigen Schreinbezirk, sondern an getrennten Orten verehrt werden. Es wird jedoch überliefert, dass sie die Stadt Ishibe seit alters her beschützen, indem sie sie von beiden Seiten umfassen.
Lokal wird geglaubt, dass durch den gemeinsamen Besuch dieser beiden Jinja die Segnungen für Partnervermittlung (Enmusubi) und Eheglück verstärkt werden.
2. Der legendäre „Ishibe-shi-Clan“ und der Schatten der Einwanderer
Die Gründung des Yoshime-jinja ist sehr alt und soll auf die Regierungszeit von Kaiser Suinin (vor der Kofun-Zeit) zurückgehen. Es wird angenommen, dass der alteingesessene, mächtige Ishibe-shi-Clan, der in dieser Gegend ansässig war, hier erstmals seine Ahnen-kami verehrte.
Interessant ist hier die Theorie, dass der Ishibe-shi-Clan eine Gruppe von Ingenieuren war, die vom Kontinent eingewandert sind. In der Umgebung des Yoshime-jinja gibt es auch Orte, an denen Spuren fortgeschrittener Steinmetz- und Metallverarbeitungstechniken zu finden sind. Das Rätsel, dass diese weibliche kami nicht nur eine kami der Berge oder des Wassers war, sondern ein Symbol eines Clans, der über antike Spitzentechnologien verfügte, weckt die Neugier von Geschichtsfans.
3. Der „Wald der Stille“ abseits des Trubels der Poststation und eine Anekdote
Das Yoshime-jinja liegt am östlichen Ende von Ishibe-juku, einer ehemaligen Poststation an der Tokaido-Straße. In der Edo-Zeit zogen Reisende an diesem Jinja vorbei und spürten die sehr ernsthafte und zuverlässige Atmosphäre der Poststation, die durch den Ausdruck „Ishibe Kinkichi“ symbolisiert wurde – ein Begriff, der für ehrliche, fleißige und vorsichtige Menschen stand.
Tatsächlich gibt es zu diesem Jinja eine „Anekdote“: Es sind Aufzeichnungen erhalten, die besagen, dass die Besitzer der ehemaligen Teehäuser und Gasthöfe entlang der Straße nicht so sehr für geschäftlichen Erfolg, sondern vielmehr für die „Sicherheit der Reisenden“ inständig gebetet haben. Die heutige friedliche Atmosphäre, die fast so wirkt, als würde sie eine mondäne touristische Entwicklung ablehnen, könnte daher rühren, dass der damalige Geist, „Reisende still zu beschützen“, noch immer im Schreinbezirk lebendig ist.
4. Das beeindruckende „Ishibe Taiko“ und die Inbrunst des Rituals
Obwohl das Yoshime-jinja normalerweise ruhig ist, ändert es sein Erscheinungsbild während des jährlich im Mai stattfindenden Reitai-sai (Ishibe Matsuri) völlig.
Es ist ein beeindruckender Anblick, wenn Mikoshi (tragbare Schreine) sowohl vom Yoshime-jinja als auch vom Yoshimiko-jinja durch die Stadt ziehen. Besonders der Klang des „Ishibe Taiko“, der in dieser Gegend überliefert wurde, besitzt eine Wucht, die die wilde Seite der weiblichen kami zu erwecken scheint. Es wird auch gesagt, dass nur an diesem Festtag die männliche und weibliche kami, die getrennt verehrt werden, ihre Seelen verbinden, was für die Einheimischen der heiligste Moment ist.
5. Sehenswürdigkeiten: Schreingebäude und Komainu, die Geschichte erzählen
Wenn man den Schreinbezirk betritt, fallen zuerst das prächtige Romon (zweistöckiges Tor) und die moosbewachsenen Komainu (Wächterhunde) ins Auge.
Die Shaden (Schreingebäude) des Yoshime-jinja weisen zwar nur wenige auffällige Verzierungen auf, sind aber massiv gebaut und nutzen die Textur des Holzes. Sie sind auch als materielle Kulturgüter der Präfektur Shiga ausgewiesen. Insbesondere die detailreichen Schnitzereien am Haiden (Gebetshalle) zeugen von einer Präzision, die an die Techniken des früheren Ishibe-shi-Clans erinnert.
Besuchertipps
Beim Besuch des Yoshime-jinja empfehlen wir Ihnen dringend, es zusammen mit dem Yoshimiko-jinja zu besuchen. Indem Sie durch die alte Stadtlandschaft von Ishibe-juku spazieren und dem Weg folgen, der die beiden Jinja verbindet, werden Sie die zeitlose Dauer, die in dieser Gegend fließt, noch tiefer spüren können.
Die Geschichte der Tokaido-Straße, das Rätsel eines alten mächtigen Clans und die Erzählung, die von männlichen und weiblichen kami gewoben wird. Wenn Sie Konan City, Präfektur Shiga, besuchen, machen Sie unbedingt einen Abstecher in den ruhigen Wald des Yoshime-jinja.
Verwandte Links / Referenzen
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