Kamakuras Tsurugaoka Hachimangu: Liegt sein wahrer Ursprung in Chigasaki?! Die Geheimnisse und die Faszination des Tsurumine Hachimangu, wo die Heldentaten des Minamoto-Clans und ein heilsamer, spiritueller Stein ruhen.

Grundlegende Informationen
Name: Tsurumine Hachimangu (つるみねはちまんぐう)
Ort: 462 Hamanogo, Chigasaki City, Präfektur Kanagawa
Verehrte Kami: Kaiser Ojin (Ojin Tenno), Kaiser Nintoku (Nintoku Tenno), Sazuka no Okami
Hauptsegen: Abwehr von Unglück (Yakuyoke), Gebet um Sieg in Schlachten (Glück in Wettkämpfen), Krebsprävention/-heilung (Gan Fushi), sichere Geburt und Kindersegen (Anzan Kosazuke)

Eine überraschende Geschichte: Die „Wurzeln“ des Kamakura Hachimangu

Das Tsurumine Hachimangu ist als der allgemeine Schutzschrein (sochinju) von Shonan-Chigasaki bekannt. Aber wussten Sie, dass es tatsächlich ein sehr bedeutendes altes Jinja ist, das mit dem Ursprung des „Tsurugaoka Hachimangu“ in Kamakura verbunden ist?

Es wird angenommen, dass seine Entstehung auf das Jahr 1030 (Chogen 3) zurückgeht, als Minamoto no Yoriyoshi während der Niederschlagung der Rebellion von Taira no Tadatsune die Kami vom Iwashimizu Hachimangu in Kyoto an diesen Ort einlud und das „Futo-jima Hachimangu“ gründete. Später, als Yoriyoshi im Zenkunen no Eki (Vorderer Neunjähriger Krieg) siegte, lud er diesen göttlichen Geist nach Yuigō in Kamakura ein. Dies war die Geburtsstunde des „Yui Wakamiya (Moto Hachiman)“, des Vorgängers des heutigen Tsurugaoka Hachimangu. Mit anderen Worten, das Tsurumine Hachimangu wird auch „Honsha Hachiman“ (Ursprünglicher Hachiman) genannt und ist ein äußerst ehrwürdiger heiliger Ort, den der Minamoto-Klan als ersten Schritt seiner Expansion in die Kanto-Region verehrte.

Der 950 Jahre alte Riesen-Ginkgo, gepflanzt von Minamoto no Yoshiie, und die Legende vom Sieg in der Schlacht

Ein überwältigendes Merkmal auf dem Jinja-Gelände ist der „Riesen-Ginkgo“, der auch als Naturdenkmal der Präfektur Kanagawa ausgewiesen ist. Dieser kolossale Baum soll von Minamoto no Yoshiie, dem Sohn von Minamoto no Yoriyoshi und einem legendären Krieger, der unter dem Namen „Hachiman Taro“ bekannt war, eigenhändig als Gebet für den Sieg im Gosannen no Eki (Hinterer Dreijähriger Krieg) gepflanzt worden sein.

Sein Alter beträgt über 950 Jahre und sein Wurzelumfang etwa 8,5 Meter. Nachdem der Riesen-Ginkgo, der einst ein Symbol des Tsurugaoka Hachimangu in Kamakura war, umgestürzt ist, teilt dieser große Ginkgo von Tsurumine als „der älteste Hachimangu-Ginkgo der Präfektur“ seine kraftvolle Lebensenergie weiterhin mit den Besuchern.

Rund 800 Meter! Der beeindruckende Kiefern-Sando und seine verborgene Geschichte

Der Sando (Zugangsweg), der sich von der Nationalstraße 1 direkt zum Jinja erstreckt, ist etwa 800 Meter lang. Dieser Sando ist gesäumt von Kiefern, die im frühen Edo-Zeit gepflanzt wurden, und ist als historische Stätte und Naturdenkmal der Stadt Chigasaki ausgewiesen.

Tatsächlich wurden diese Kiefern vom Edo-Zeit-Mönch Chokei zur Erinnerung an die Anerkennung des Jinja-Grundstücks durch das Tokugawa-Shogunat gepflanzt. Er wurde einst auch als Pferderennbahn genutzt. Auch heute noch kann man während des mutigen Hamamatsuri-Festivals von Chigasaki, das jährlich im Juli stattfindet, das beeindruckende Schauspiel beobachten, wie Mikoshi (tragbare Schreine) diesen Sando entlangrennen.

Mysterium und Heilung: Die Legende von Minamoto no Yoritomos Sturz vom Pferd und der „Stein zur Krebsprävention“

Das Tsurumine Hachimangu ist übersät mit Mysterien, die Geschichtsfans faszinieren, und Kraftorten, die ernste Wünsche erfüllen.

Die Legende von Minamoto no Yoritomos Sturz vom Pferd und der Schatten der Geister: Neben dem Sando befindet sich der „Benkei-zuka“ (Benkei-Hügel). Eine Legende besagt, dass im Jahr 1198, als Minamoto no Yoritomo auf dem Rückweg von einer Brückenweihungszeremonie am Sagami-Fluss durch dieses Gebiet kam, die Geister von Yoshitsune und Kaiser Antoku erschienen. Yoritomos Pferd erschrak, scheute und er stürzte. Es heißt sogar, dass dies eine entfernte Ursache für Yoritomos Tod war, und fünfteilige Pagoden, die als Gräber der Vasallen gelten, die sich zu dieser Zeit das Leben nahmen, existieren noch immer in der Nähe.

Der „Stein zur Krebsprävention“, der unheilbare Krankheiten heilt: Innerhalb des Awashima Jinja, einem Nebenschrein auf dem Gelände, gibt es einen heiligen Stein, dem seit Langem wundersame Kräfte zur „Gan Fushi“ (Krebsprävention/-heilung) zugeschrieben werden. Man glaubt, dass Krankheiten geheilt werden, indem man den Stein streichelt und dann mit dieser Hand den betroffenen Körperteil reibt. Viele Pilger aus dem ganzen Land kommen hierher.

Gerüchte über Zashiki Warashi: In den letzten Jahren haben sich unter einigen Pilgern Gerüchte verbreitet, „den Geist eines Kindes wie einen Zashiki Warashi auf dem Jinja-Gelände gesehen zu haben“ oder „unerklärliche Phänomene erlebt zu haben“, was diesen Ort zu einem verborgenen Mysterien-Hotspot macht.

Informationen zur Pilgerstätte: Schauplatz der Anime-Serie „Seishun Buta Yarō“

Für Anime-Fans ist das Tsurumine Hachimangu eine der wichtigen „heiligen Stätten“.

In der beliebten Anime-Serie „Seishun Buta Yarō wa Bunny Girl Senpai no Yume wo Minai“ (Aobuta) erscheinen dieser lange, von Kiefern gesäumte Sando und das Jinja als Szenen, in denen die Protagonisten gehen, und als beeindruckende Hintergründe. Gerade weil die Atmosphäre von Shonan in dem Werk so detailliert dargestellt wird, kann man beim Spaziergang auf dem Sando das Gefühl erleben, direkt in die Welt des Anime eingetaucht zu sein.

Fazit

Von den Heldentaten des Minamoto-Klans über das Mysterium der Geister, die Yoritomo heimsuchten, bis hin zu einer modernen Anime-Pilgerstätte. Das Tsurumine Hachimangu ist ein Ort, an dem sich Schichten über Schichten von Geschichten angesammelt haben, die über den Rahmen eines bloßen alten Jinja hinausgehen. Wenn Sie Chigasaki besuchen, sollten Sie unbedingt den langen Kiefern-Sando entlanggehen und den Puls der Geschichte spüren.

Verwandte Links / Referenzen

Von ando