Die Tamura jinja (Shinto-Schrein) befindet sich in Tamura-machi, Koriyama City, Präfektur Fukushima. Dieser Ort, an dem der Held der Heian-Zeit, Sakanoue no Tamuramaro, als Haupt-kami (Haupt-Gottheit) verehrt wird, ist ein geschichtsträchtiger und sagenumwobener Kraftort. Heute stellen wir Ihnen faszinierende Anekdoten, die mit diesem jinja verbunden sind, und Sehenswürdigkeiten vor, die Geschichtsfans auf keinen Fall verpassen sollten.
Basisinformationen
Standort: 135 Hon-go, Yamanaka, Tamura-machi, Koriyama City, Präfektur Fukushima
Haupt-kami: Sakanoue no Tamuramaro
Gründung: Daido-Ära (806-810 n. Chr.)
Die Legende der „Schönen und der Hässlichen“, die mit der Geburt des Helden verbunden ist
An diesem Ort, wo die Tamura jinja liegt, existiert eine sehr interessante Legende über die Geburt von Sakanoue no Tamuramaro.
Der Legende nach wurde Tamuramaros Vater, Sakanoue no Karitamaro, während er hier die Ezo (Emishi) unterwarf, von einem mysteriösen Licht zu den klaren Quellen von „Tokusa Tamura“ geführt. Dort traf er angeblich die „hässlichste Frau der drei Reiche“, die Wassersellerie sammelte.
Doch als Karitamaro die Frau in sein Lager mitnahm, wurde bald ein Junge geboren, der so schön war wie ein Juwel. Dies war der spätere Tamuramaro, und es wird vermutet, dass der Name „Tamura“ nach seinem Geburtsort benannt wurde. Hinter der Überlieferung, dass die Mutter des Helden eine „hässliche Frau“ war, verbergen sich Theorien, dass dies eine versteckte Bezeichnung für die Tochter eines lokalen Machthabers war, oder das Geheimnis, dass sie eine vergöttlichte Existenz war.
Ein Rätsel der Meiji-Zeit: Der „Streit um buddhistische Kultgeräte“ zwischen jinja und Tempel
Die Tamura jinja blickt auf eine landesweit ungewöhnliche Geschichte eines „Gerichtsprozesses“ zurück.
Ursprünglich wurde dieser jinja als Tempel namens „Chinjuzan Taihei-ji“ gegründet und praktizierte Shinbutsu-shugo (die Verschmelzung von Shintoismus und Buddhismus). Durch das Shinbutsu Bunri-Rei (Edikt zur Trennung von Shintoismus und Buddhismus) in der Meiji-Zeit wurde der Tempel jedoch in „Tamura jinja“ umbenannt. Dabei wurden die zuvor dort aufbewahrten buddhistischen Kultgeräte und Schätze in den nahegelegenen Entsu-ji Tempel gebracht.
Später jedoch forderte die jinja die Rückgabe mit der Begründung, „dies seien Schätze der jinja“. Dies entwickelte sich sogar zu einem Gerichtsprozess. Schließlich wurde eine Einigung unter der ungewöhnlichen Bedingung erzielt, dass „die buddhistischen Kultgeräte an die jinja zurückgegeben werden, die Rituale jedoch vom Entsu-ji Tempel durchgeführt werden“. Dass sie heute noch eine jinja ist und doch starke Spuren des früheren Tempels bewahrt, ist auf diese komplexe Geschichte zurückzuführen.
Eine Schatzkammer voller „Kostbarkeiten“, die auch Matsuo Basho besuchte
Im zweiten Jahr der Genroku-Ära (1689) besuchten Matsuo Basho und Sora diesen Ort auf ihrer Reise entlang des „Oku no Hosomichi“ (Der schmale Pfad in den Norden). In Soras Tagebuch ist beschrieben, wie sie den damaligen „Daigen Sui Myōō“ (heute Tamura jinja) besuchten und zahlreiche Schreinschätze besichtigten.
Noch heute steht auf dem Gelände ein Haiku-Denkmal von Basho mit der Inschrift „Fūryū no hatsu ya oku no taue uta“ (Der Beginn der Poesie ist der Reispflanzgesang des Nordens), was den Ort zu einem Pilgerziel für Literaturfans macht.
Das dürfen Sie nicht verpassen! Sehenswürdigkeiten auf dem Schreingelände
1. Zushi (Schrein-Altar), ein wichtiges Kulturgut der Präfektur
Der im honden (Hauptgebäude des Schreins) aufgestellte Zushi ist ein wertvolles Bauwerk, das den Stil der Azuchi-Momoyama-Zeit widerspiegelt. Die feinen Verzierungen zeugen von der hohen Handwerkskunst jener Epoche.
2. Die beeindruckenden „O-Ema“ (Große Votivtafeln)
Riesige ema (Votivtafeln) mit Motiven wie dem „Ōeyama-Bild“ oder dem „Bild der drei Helden der Drei Reiche“, die als wichtige Kulturgüter der Präfektur ausgewiesen sind, wurden hier gestiftet. Die Ansammlung solch hochwertiger ema ist ein Beweis dafür, wie tief der Glaube in dieser Region schon seit langer Zeit verwurzelt war.
3. Das „Goshinto“ (Heilige Schwert), gestiftet von Date Yoshimura
Das Tachi (Langschwert) mit der Inschrift „Ōshū Sendai-ju Kunitsugu“, das vom 5. Fürsten des Sendai-Clans, Date Yoshimura, gestiftet wurde, wurde im Jahr Reiwa 6 (2024) als wichtiges Kulturgut der Stadt Koriyama ausgewiesen. Dies zeigt, dass die jinja auch von der Familie Date hoch verehrt wurde.
Die Farben der Jahreszeiten und das „Yamanaka Matsuri“
Die Tamura jinja bietet das ganze Jahr über Schönheit: die Katakuri-Blumen im Frühling, das „Yamanaka Matsuri“ im Sommer und die beleuchteten Herbstblätter im Herbst. Besonders während der Herbstlaubzeit im November hüllt sich der beleuchtete sando (Pilgerweg) in eine magische Atmosphäre und entführt Sie in die Welt der mysteriösen Legenden.
Von der Geschichte eines einzelnen Helden, Sakanoue no Tamuramaro, über Bashos Besuch bis hin zum Gerichtsdrama der Meiji-Zeit: Die Tamura jinja in Koriyama City ist ein Ort voller historischer Geheimnisse, der umso faszinierender wird, je mehr man über ihn erfährt. Warum besuchen Sie nicht einmal diesen Ort und erleben seine feierliche Atmosphäre selbst?
Verwandte Links und Referenzen
[1] https://masmas-fukushima.com/archives/1879
[2] https://www.hidemaru3375.com/post/%E5%9D%82%E4%B8%8A%E7%94%B0%E6%9D%91%E9%BA%BB%E5%91%82%EF%BC%9A%E7%94%B0%E6%9D%91%E7%A5%9E%E7%A4%BE
[3] Sakanoue no Tamuramaro Legende – Wikipedia
[4] Tamura jinja
[5] 『Oku no Hosomichi』~Tamura jinja~
[6] Tamura jinja (Koriyama City) – Wikipedia
[7] https://www.city.koriyama.lg.jp/uploaded/attachment/80666.pdf
[8] Tamura jinja | Koriyama City | Kenchu | Fukushima Datenbank
[9] Herkunft des Ortsnamens Tamura-machi – Offizielle Website der Stadt Koriyama
[10] Reisetagebuch: November 2024 Tour ⑬ Tamura jinja (Koriyama City, Präfektur Fukushima)|atsushi_lifelike
[11] Aktivitäten|Gehen Sie nach Koriyama: Tourismusverband der Stadt Koriyama [Fukushima Präfektur]
[12] YouTube
[13] Reise 651 Tamura jinja (Tamura-machi, Koriyama City): Hasshy 27’s Blog
