Grundlegende Informationen
Name: Asato Hachimangu (あさとはちまんぐう)
Standort: 124 Asato, Naha City, Okinawa Prefecture
Verehrte Kami: Ojin Tenno (おうじんてんのう), Jingu Kogo (じんぐうこうごう), Tamayorihime no Mikoto (たまよりひめのみこと)
Geschichte: Einer der „Ryukyu Hassha“, der acht Schreine von Ryukyu, die während der Zeit des Königreichs Ryukyu eine besondere Stellung von der Königsregierung erhielten. Während die anderen sieben Schreine Kumano Gongen verehren, ist dieser der einzige, der für die Verehrung von Hachiman Kami bekannt ist.
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König Sho Tokus Ehrgeiz und die „Wette des einen Pfeils“
Die Gründung des Asato Hachimangu ist mit einer dramatischen Legende über König Sho Toku (しょうとくおう) verbunden, den furchtlosen Eroberer, der die Erste Sho-Dynastie abschloss.
Im Jahr 1466 plante der junge König Sho Toku eine Expedition zur Insel Kikaijima (きかいじま). Als er mit seinen Truppen durch das Gebiet von Asato zog, sah der König einen Vogel am Himmel fliegen und betete:
„Wenn ich diesen Vogel mit einem einzigen Pfeil abschießen kann, möge Kikaijima befriedet werden. Wenn ich daneben schieße, werde ich die Expedition aufgeben.“
Der vom König abgeschossene Pfeil traf den Vogel perfekt und blieb tief im Boden stecken. Dieser „Ort, an dem der Pfeil landete“, soll der Platz sein, an dem heute der Asato Hachimangu steht.
Die „mysteriöse Glocke“, die aus dem Meer trieb
Die Legende endet hier nicht. Als König Sho Toku mit seinem Kriegsschiff aus dem Hafen von Naha abfuhr, soll eine kleine Glocke auf dem Meer auf und ab geschwommen sein und das Schiff nicht verlassen haben.
Der König schwor: „Das muss eine heilige Glocke sein, die mir von Hachiman Daibosatsu geschenkt wurde. Wenn ich diese Glocke erhalte, ist der Sieg gewiss.“ Als er die Hand ausstreckte, zog sich die Glocke wie von selbst in seine Handfläche.
Wie erwartet, befriedete der König Kikaijima. Nach seiner Rückkehr verehrte er, wie versprochen, Hachiman Kami und errichtete den Asato Hachimangu.
Das Geheimnis: Warum ist nur dieser Schrein Hachiman Kami gewidmet?
Von den Ryukyu Hassha sind alle anderen sieben Schreine, darunter Naminoue-gu und Futenma-gu, Kumano Gongen gewidmet. Warum ist nur Asato Hachiman Kami gewidmet?
Tatsächlich hat Tamayorihime no Mikoto (たまよりひめ), die im Asato Hachimangu verehrt wird, im Glauben Okinawas seit alters her eine starke Eigenschaft als Ryuda-jin (りゅうだじん), also als Wasser- oder Schlangengott. Es gibt die Theorie, dass der Kami-Name „Hachiman Kami“ aus Yamato durch die Legende von König Sho Toku an einem Ort überlagert wurde, der ursprünglich indigenen okinawanischen Naturkult und Utaki (heilige Haine) aufwies.
Hinter der Vorstellung, dass „es ursprünglich ein anderer Kami war“, verbirgt sich ein einzigartiges okinawanisches Geschichtsgeheimnis, in dem die ursprüngliche spirituelle Kraft Ryukyus und ein importierter Kami, der zur Legitimierung der Königsherrschaft diente, miteinander verschmolzen.
Ein Wunder, das auf dem Schlachtfeld „Sugar Loaf“ zurückblieb
Die Umgebung des Asato Hachimangu war während der Schlacht um Okinawa ein Ort erbitterter Kämpfe zwischen japanischen und amerikanischen Truppen, bekannt als „Sugar Loaf“ (Kerama Chīji). Das Schreingebäude wurde spurlos niedergebrannt, und das gesamte Gebiet soll eine schreckliche Verwüstung gewesen sein, als ob zerbrochener weißer Kalkstein mit Zucker bestreut worden wäre.
Doch inmitten dieser höllischen Kriegswirren überlebte nur ein einziges Objekt. Das ist das Chozubachi (ちょうずばち), das Wasserbecken zur rituellen Reinigung, das sich noch heute auf dem Schreingelände befindet.
Seine Oberfläche ist abgenutzt und zeugt von langen Jahren und der Intensität des Krieges, doch es wird immer noch von den Gläubigen zur Reinigung genutzt. Die Tatsache, dass dies allein an einem Ort übrig blieb, an dem alles andere verschwand, wird als „Wunder“ des göttlichen Schutzes des Schreins weitergegeben.
Der moderne Asato Hachimangu: Stille in der Stadt
Der heutige Asato Hachimangu liegt in einem Wohngebiet, nur wenige Gehminuten von der Monorail-Station Asato entfernt, und nebenan befindet sich ein Kindergarten. Die Schreinanlage, erfüllt von den lebhaften Stimmen der Kinder, ist von einer so friedlichen Atmosphäre umgeben, dass man kaum glauben kann, dass es einst ein erbittertes Schlachtfeld war.
Im berühmten Ryukyu-Tanzlied „Nobori Kuduchi (ぬぶいくどぅち)“ heißt es: „Geht man zu Hachiman, Sugenji (すーぎーじ)“, und so war es seit alters her auch ein Ort, an dem man für sichere Reisen betete. Wer vor Herausforderungen, Prüfungen oder wichtigen Lebensentscheidungen steht, sollte den Schrein besuchen, um sich den Segen des „einen Pfeils“ von König Sho Toku zu holen.
Zugehörige Links / Referenzen
