Grundlegende Informationen
Das Kehi Jingu in Tsuruga City, Präfektur Fukui, ist ein angesehener jinja, der seit der Antike als „Hokurikudo Sochinju“ (Oberster Schutzgott der Hokuriku-Straße) und als Ichinomiya (Hauptschrein) der Provinz Echizen verehrt wird. Der Haupt-kami ist Izasa-wake no Mikoto. Er ist auch als „Kehi no Okami“ und „Miketsu Okami“ bekannt und wird als Schutz-kami für Kleidung, Nahrung und Unterkunft, die Sicherheit auf See sowie Landwirtschaft und Fischerei verehrt.
Der jinja soll im Jahr 702 (Taiho 2) gegründet worden sein. Auf dem über 2000 Jahre alten Gelände ragt ein großes torii empor, das als eines der drei größten hölzernen torii Japans gilt, neben dem Kasuga Taisha in Nara und dem Itsukushima Jinja in Hiroshima. Es ist als wichtiges nationales Kulturgut ausgewiesen.
Das „Wundersame große torii“, das den Luftangriffen entging
Das rund 11 Meter hohe große torii, ein Symbol des Kehi Jingu, birgt eine erstaunliche Geschichte. Während der Luftangriffe auf Tsuruga im Jahr 1945 (Showa 20) wurden die meisten Schreingebäude, einschließlich des damals als nationaler Schatz geltenden Hauptschreins (honden), durch Feuer zerstört. Nur dieses hölzerne große torii blieb jedoch auf wundersame Weise von den Flammen verschont und bewahrt sein ursprüngliches Aussehen bis heute. Es wird gesagt, dass sein unbeugsamer Stand inmitten der verbrannten Erde eine moralische Stütze für die Menschen war, die den Wiederaufbau anstrebten.
Namen mit einem kami getauscht? Die „Kaena-Legende“
Im Kehi Jingu wird eine in der japanischen Mythologie sehr seltene und mysteriöse „Namenstausch“-Legende überliefert. Als der kaiserliche Prinz des 14. Kaisers Chuai (der spätere Kaiser Ojin) diesen Ort zusammen mit Takenouchi no Sukune besuchte, erschien Kehi no Okami in einem Traum und schlug vor: „Ich möchte meinen Namen mit dem Namen des kaiserlichen Prinzen tauschen.“ Nachdem der Prinz dies bereitwillig akzeptierte, soll am nächsten Morgen als Beweis für den Namenstausch der ganze Strand mit Delfinen übersät gewesen sein, einem „mike“ (Speise), das der kami dargebracht hatte.
Aufgrund dieser Legende wurde der kami fortan „Miketsu Okami“ genannt, und der kaiserliche Prinz soll den Namen „Izasa-wake no Mikoto“ übernommen haben. Die Episode, in der ein kami und ein Mensch ihre Namen tauschen, zeigt, wie hoch dieser Ort vom Kaiserhof geschätzt wurde.
Der Ursprung des Ortsnamens „Tsuruga“ und der Prinz mit Hörnern
Im Nebenschrein (setsu-sha) „Tsunuga Jinja“ auf dem Gelände gibt es eine Legende über den Ursprung des Ortsnamens Tsuruga. In der Ära von Kaiser Sujin landete der Prinz „Tsunuga Arashito“ mit Hörnern auf der Stirn aus dem Land Ofukara auf der koreanischen Halbinsel an diesem Ort. Da er dieses Gebiet regierte, soll der Ortsname „Tsunuga“ entstanden sein, der sich später zum heutigen „Tsuruga“ entwickelte. Man kann nicht umhin, die Romantik des antiken internationalen Austauschs darin zu spüren, dass ein ausländischer Prinz zum Ursprung eines Ortsnamens wurde und noch heute als kami verehrt wird.
Die von Matsuo Basho geliebte „Osuna-mochi“-Szene
Der Haiku-Meister Matsuo Basho besuchte das Kehi Jingu ebenfalls gegen Ende seiner Reise, die er in „Oku no Hosomichi“ (Der schmale Pfad in den Norden) beschreibt. Damals war der Weg zum jinja schlammig, was den Pilgern Probleme bereitete. Basho, der die Geschichte von „Osuna-mochi“ (Sandtragen) hörte, bei der ein Yugyo Shonin (Wandermönch) in der Kamakura-Zeit persönlich Erde und Sand trug, um den Weg zu pflegen, war von der reinen Landschaft tief beeindruckt und komponierte das Haiku: „Tsuki kiyoshi Yugyo no moteru suna no ue“ (Der Mond ist klar, über dem Sand, den Yugyo trug). Noch heute stehen eine Statue Bashos und ein Haiku-Denkmal auf dem Gelände und erzählen von der Schönheit der Mondnacht.
Informationen zur Anime-Pilgerreise
Das Kehi Jingu ist auch als Pilgerstätte für den beliebten Mahjong-Anime „Saki – The Nationals“ bekannt. Das Modell für die im Anime vorkommende „Tsuruga Gakuen“ ist die Gegend um Tsuruga City, und das große torii sowie das Gelände des Kehi Jingu sind als Hintergrund dargestellt. Für Anime-Fans ist es zu einem Pilgerort geworden, an dem viele Fans die Schauplätze der Geschichte hautnah erleben können. Entlang der Symbolstraße vom Bahnhof Tsuruga stehen zudem Bronzestatuen von „Galaxy Express 999“ und „Space Battleship Yamato“, sodass Besucher neben dem Schreinbesuch auch die Welt von Anime und Manga genießen können.
