Das Toyokuni Jinja (Toyokuni-jinja) liegt im Higashiyama-ku von Kyoto. Es ist ein jinja, der Toyotomi Hideyoshi als kami verehrt, jenen Mann, der durch die Sengoku-Zeit fegte und Japan vereinte. Von den Einheimischen wird er liebevoll „Hokokusan“ genannt, doch seine Geschichte ist erstaunlich turbulent und birgt viele Geheimnisse und Anekdoten.
Basisinformationen
Standort: Yamato-Oji-dori Shomen Chaya-cho 530, Higashiyama-ku, Kyoto-shi, Kyoto-fu
Verehrter kami: Toyotomi Hideyoshi-ko (Toyokuni Daimyojin)
Segenswünsche: Erfolg in der Karriere, Erfüllung guter Beziehungen, Schutz vor Unglück
Anreise: ca. 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof Shichijo (Keihan-Hauptlinie) oder ca. 5 Minuten Fußweg von der Bushaltestelle Hakubutsukan Sanjusangendo-mae (Stadtbus)
Tokugawa Ieyasus „vollständige Auslöschung“ und 250 Jahre des Vergessens
Das Schockierendste an der Geschichte des Toyokuni Jinja ist die Tatsache, dass es einst „vollständig von der Erde verschwunden“ war.
Nach Hideyoshis Tod im Jahr 1598 wurde ihm von Kaiser Go-Yozei der shingo (Titel eines kami) „Toyokuni Daimyojin“ verliehen und ein prächtiger Schreinbau (shaden) errichtet. Doch Tokugawa Ieyasu, der den Toyotomi-Klan vernichtete, fürchtete Hideyoshis Einfluss, entzog ihm den shingo, zerstörte den Schreinbau, blockierte den Sando (Zugangsweg) und führte den jinja zur Auflösung.
Danach, bis zu seiner Wiedererrichtung durch Kaiser Meiji in der Meiji-Zeit, wurde Hideyoshi etwa 250 Jahre lang der Status als kami entzogen und er lag in einem grasbewachsenen Feld und wurde vergessen. Der heutige Schreinbau steht auf dem Gelände, auf dem Hideyoshi einst die „Daibutsu-den (Große Buddha-Halle) des Hokoji-Tempels“ errichten ließ.
Legenden und Mysterien: Hideyoshis Mumie ruht auf dem Berg Amida-ga-mine
Östlich des jinja, auf dem Gipfel des Berges Amida-ga-mine (Amida-ga-mine), befindet sich Hideyoshis Grabstätte, das „Hokoku Byo (Hokoku-byo)“. Hier ist eine Geschichte überliefert, die Geschichtsfans in Erstaunen versetzt.
Als im Meiji-Jahr 30 (1897) anlässlich von Hideyoshis 300. Todestag Ausgrabungen zur Wiederherstellung der Grabstätte durchgeführt wurden, entdeckte man zu aller Überraschung „Hideyoshis mumifizierten Leichnam“.
Den Aufzeichnungen zufolge soll Hideyoshi mit verschränkten Armen und zum Westen (Richtung des Reinen Landes) blickend in einem großen Tongefäß sitzend beigesetzt worden sein. Es wird jedoch die überaus dramatische und traurige Legende erzählt, dass der Leichnam in dem Moment, als er nach jahrelanger Versiegelung der Außenluft ausgesetzt wurde, vor aller Augen zerfiel und zu Asche wurde.
Das Geheimnis der „kraniche ohne Augen“ auf dem nationalen Kulturgut „Karamon-Tor“
Das riesige Karamon-Tor (Karamon), das sich vor dem jinja-Gelände erhebt, ist ein nationales Kulturgut, das als Überrest der Burg Fushimi gilt. Zusammen mit den Toren des Nishi Honganji-Tempels und des Daitokuji-Tempels wird es zu den „Drei Karamon-Toren Kyotos“ gezählt.
Dieses Tor ziert eine Kranichskulptur, die dem legendären Bildhauer Hidari Jingoro zugeschrieben wird. Doch bei genauerer Betrachtung fehlen den Kranichen die Augen.
Dazu gibt es die Anekdote, dass man befürchtete, die Kraniche würden davonfliegen, wenn man ihnen Augen einsetzte, weil sie so meisterhaft geschnitzt waren, und man daher bewusst darauf verzichtete, Augen zu schnitzen.
Die „verfluchte Glocke“ im angrenzenden Hokoji-Tempel
Im Hokoji-Tempel, direkt neben dem jinja, befindet sich eine Tempelglocke, die mit der Inschrift „Kokka Anko, Kunshin Horaku“ (Der Staat sei friedlich und wohlhabend, Fürst und Untertanen sollen sich gemeinsam erfreuen) versehen ist – eine Inschrift, die zum Untergang des Toyotomi-Klans führte.
Dies ist der Schauplatz des sogenannten „Glockeninschriften-Vorfalls“ (Shomei Jiken), bei dem Tokugawa Ieyasu monierte, die Inschrift spalte seinen Namen (Ieyasu) und feiere stattdessen Toyotomi als Herrscher. Wenn Sie das Toyokuni Jinja besuchen, ist diese originale Glocke, die die Geschichte beeinflusst hat, ebenfalls ein Muss.
Anime- und Gaming-Pilgerstätte: Der Treffpunkt für Saniwa aus „Touken Ranbu“
Das Toyokuni Jinja genießt auch als Pilgerstätte für das äußerst beliebte Spiel und den Anime „Touken Ranbu“ große Popularität.
Der Grund dafür ist, dass es das berühmte Schwert „Honebami Toushiro (Honebami Toshirō)“ beherbergt, Hideyoshis Lieblingsschwert, das heute als wichtiges Kulturgut eingestuft ist.
Heimat des Honebami Toushiro: Das Original ist normalerweise dem Nationalmuseum Kyoto anvertraut. Im jinja werden jedoch Goshuin (besondere rote Siegelschriften) mit Honebami Toushiro-Motiven, Schwerter als Amulette und Ema (Votivtafeln) angeboten, und viele Fans (die sogenannten Saniwa) kommen zum Gebet.
Kyoto-Schwert-Goshuin-Pilgerweg: Zusammen mit den jinja Awata, Fujimori und Kenkun bildet es eines der vier jinja des „Kyoto-Schwert-Goshuin-Pilgerwegs“, und eine Pilgerreise zum Sammeln besonderer Goshuin in allen vier jinja ist sehr beliebt.
Das Toyokuni Jinja: Einst Herrscher über Japan, dann in der Dunkelheit der Geschichte begraben und nun wieder ins Licht gerückt.
Schreiben Sie Ihre Wünsche auf eine Hyotan-Ema (eine Votivtafel in Kürbisform), benannt nach Hideyoshis Pferdebanner, und spüren Sie die bewegende Kraft dieses Ortes.
Weiterführende Links und Referenzen
