Shikaumi Jinja, der Schutz-kami der Hauptstadt des Meeres – zum Drachenreich, wo der Ursprung von „Kimigayo“ und 10.000 Hirschgeweihe schlummern

Grundlegende Informationen

Shika-no-shima ist eine Insel in Fukuokas Stadtteil Higashi-ku, die am Eingang zur Hakata-Bucht liegt. An ihrem Eingang befindet sich die Shikaumi Jinja, der Hauptschrein (sōhonsha) aller Watatsumi Jinja landesweit, die auch als „Drachenhauptstadt“ bekannt ist.

Standort: 877 Shika-no-shima, Higashi-ku, Fukuoka, Präfektur Fukuoka
Verehrte kami: Watatsumi Sannin (Omote-tsu-Watatsumi-no-kami, Naka-tsu-Watatsumi-no-kami, Soko-tsu-Watatsumi-no-kami)
Segen: Sicherheit auf See, Verkehrssicherheit, Abwehr von Unglück, Erneuerung und Wiedergeburt

Seit alters her hat der Schrein als „Schutz-kami des Meeres“ und „kami der Misogi-Reinigung“ tiefen Glauben von der kaiserlichen Familie bis hin zu einfachen Bürgern gefunden.

Legenden und Geheimnisse: Die Halle, in der 10.000 Hirschgeweihe ruhen

Am faszinierendsten auf dem Gelände der Shikaumi Jinja ist die „Rokkaku-ko“ (Hirschgeweih-Lagerhalle) neben der Gebetshalle (haiden). Blickt man durch die Gitterstäbe hinein, sieht man eine überwältigende Anzahl von Hirschgeweihen, die sich dort stapeln – tatsächlich über 10.000 Stück.

Warum gibt es in einem jinja, der den Meeres-kami verehrt, Hirschgeweihe?

Der Legende nach begann es, als Kaiserin Jingū während ihres Feldzugs nach Sankan auf Tsushima Hirsche jagte und deren Geweihe darbrachte, um für einen Sieg zu beten. Es gibt auch die Theorie, dass Shika-no-shima einst die „Hirschinsel“ war, und Hirsche wurden seit alters her als Boten der kami verehrt. Eine solche Menge an dargebrachten Geweihen ist landesweit selten und macht diesen Ort zu einem mysteriösen Raum, der Besucher in seinen Bann zieht.

Hintergrund: Liegt die Wurzel der Nationalhymne „Kimigayo“ hier?

Wenig bekannt ist die tiefe Verbindung zur japanischen Nationalhymne „Kimigayo“.

In der Shikaumi Jinja findet im April und November ein besonderes Shinto-Ritual namens „Yamahome-sai“ statt. In dem Kagura-uta (rituelles Lied), das während dieses Rituals gesungen wird, findet sich folgende Passage:

„Kimigayo wa Chiyo ni Yachiyo ni Sazare ishi no Iwao to narite Koke no musu made“
(Möge deine Herrschaft, tausend, achttausend Generationen währen, bis Kieselsteine zu Felsen werden und sich mit Moos bedecken.)

Dieser Text findet sich auch im „Kokin Wakashu“ (Sammlung alter und neuer Gedichte), doch es gibt die Theorie, dass das Kagura-uta der Shikaumi Jinja eine ältere Form bewahrt hat, und dass dies eine der Ursprünge von „Kimigayo“ sein könnte. Der Azumi-Klan, ein Volk des Meeres, hat es über Generationen hinweg als Lied über das Lob der Berge und den Wunsch nach ewigem Wohlstand weitergegeben.

Das Rätsel der Misogi-Reinigung: Reinigung mit „Sand“ statt Wasser

Während man sich in gewöhnlichen jinja mit Wasser an einem chōzuya (Reinigungspavillon) reinigt, gibt es in der Shikaumi Jinja ein einzigartiges Ritual. Vor dem Passieren des torii (Schrein-Tor) liegt „Oshioi“, ein reinigender Sand.

Besucher nehmen eine Prise dieses Sandes mit den Fingerspitzen und streuen ihn links, rechts und wieder links über ihren Körper, bevor sie das Schreingelände betreten. Dies rührt daher, dass die verehrten kami als „kami der Misogi-Reinigung“ gelten. Der salzhaltige Sand, eine Kristallisation des Meerwassers, soll eine starke Wirkung zur Abwehr von Unglück haben. Dieser Sand von Shika-no-shima gilt als so mächtig, dass er sogar von den Teilnehmern des Hakata Gion Yamakasa Festivals in Fukuoka zur Reinigung verwendet wird.

Pilgerinformationen: Die Kulisse von „Ghost in the Shell: SAC_2045“

Shika-no-shima dient in der beliebten Anime-Serie „Ghost in the Shell: SAC_2045“ (Staffel 2) als wichtiger Schauplatz.

In der Serie besucht die Protagonistin Motoko Kusanagi Shika-no-shima, und die einzigartige Landschaft und Atmosphäre der Insel werden dargestellt. Obwohl die Shikaumi Jinja selbst nicht der Hauptschauplatz ist, wird die gesamte Insel als entscheidender Ort der Geschichte dargestellt und ist somit eine unverzichtbare Pilgerstätte für Fans.

Auch der „Kin-in“ (Goldenes Siegel) mit der Inschrift „König von Han und Na des Landes Wa“, das Geschichtsfans bekannt ist, wurde im „Kin-in-Kōen“ (Kin-in-Park) entdeckt, der sich in der Nähe dieses jinja befindet. Das Gebiet wird oft auch im Kontext von Werken erwähnt, in denen historische Artefakte vorkommen, wie zum Beispiel im Anime „Dr.STONE“.

Wichtige Punkte für den Besuch

Die Shikaumi Jinja ist von einer erfrischenden Reinheit erfüllt, als wäre die gesamte Insel ein heiliger Ort (shin’iki). Vom Zugangsweg (sandō) aus bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Hakata-Bucht, und bei gutem Wetter kann man sogar den Fukuoka Tower und die PayPay Dome am gegenüberliegenden Ufer sehen.

Passend zu ihrem Namen als „Drachenhauptstadt“ ist sie ein Kraftort, an dem man die Energie des Drachen-kami spüren kann. Wenn Sie Fukuoka besuchen, sollten Sie unbedingt einen Abstecher zur halbinselartigen Insel Shika-no-shima machen, sich mit Sand reinigen und dann in die lange Geschichte eintauchen.

Von ando